Scar, auch Scar 3D, ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von Jed Weintrob aus dem Jahr 2007. Der Film bedient das umstrittene Genre Torture Porn. Filmhistorisch handelt es sich bei dem 3D-Film um einen frühen Einsatz des durch Avatar – Aufbruch nach Pandora zwei Jahre später popularisierten stereoskopischem 3D-Verfahren (D-Cinema).

Handlung Joan Burrows ist als Teenagerin durch die Hölle gegangen. Sie und ihre beste Freundin wurden von dem Leichenbestatter Bishop entführt, einem Serienmörder. Dieser nutzte ein perverses Spiel für seine Taten: er quälte seine Opfer so lange, bis eines der beiden darum bittet, ihre Freundin zu töten. Joan überlebte das Spiel damals schwer verletzt, ihre Freundin wurde getötet. Ihr gelang es, sich zu befreien und Bishop zu töten. Mehrere Jahre später kehrt Joan in ihren Heimatort Ovid, Colorado zurück, wo ihre Nichte Olympia in wenigen Tagen ihren High-School-Abschluss feiert.

Olympia hat vor kurzem ihre Mutter verloren, ihr Vater ist Dorfpolizist. Bei einer Party lernt sie den Außenseiter Jeff kennen, die beiden flirten miteinander. Bei der gleichen Feier verschwinden zwei ihrer Freunde. Einer davon taucht einen Tag später als Wasserleiche wieder auf. Joan meint Narben zu erkennen, die sie an Bishop erinnern. Doch zunächst wird der Fall als Badeunfall behandelt. Als jedoch weitere Mordfälle die Kleinstadt erschüttern, wird den Bewohnern klar, dass erneut ein Serienmörder umgeht. Als schließlich auch Olympia entführt und Joans Bruder getötet wird, fällt der Verdacht auf Joan. Sie wird verhaftet. Es gelingt jedoch Jeff ihr die Flucht zu ermöglichen.

Joan sucht das Leichenschauhaus auf, wo sie damals gequält wurde. Es stellt sich heraus, dass Jeff der neue Täter ist, der sich für seine Jahre als Außenseiter rächen will. Zunächst zwingt er Olympia ihm den Befehl zur Ermordung ihrer besten Freundin zu geben. Anschließend will er den Mord an Olympia so darstellen, als hätte Joan die Taten ausgeführt. Doch es gelingt Joan sich zu befreien und Jeff zu töten. Olympia und sie überleben schwerverletzt.

Hintergrund Norman Twain, Produzent des Films, war die treibende Kraft hinter Scar, der zunächst unter dem Arbeitstitel Scribble Face angekündigt war. Der Film basiert auf der ersten Welle moderner Torture-Porn-Filme in der Tradition von Hostel. Kurz vor Beginn der Dreharbeiten war Hostel 2 erschienen, der wesentlich schlechter lief als sein Vorgänger. Twain suchte daher noch ein passendes Alleinstellungsmerkmal für seinen Film. Auf Einladung der japanischen Firma NHK nahm er an einer 3D-Demonstration mit zwei Sony 950-Kameras und entschied sich, den 3D-Effekt als Gimmick zu nutzen. Es handelte sich dabei um die gleiche Technik, die James Cameron für Avatar verwendete. Da jedoch zu jener Zeit nur wenige Kinos mit dieser Technik ausgestattet waren, wurde der Film auch in 2D gedreht.

Das Drehbuch zum Film stammt von Zack Ford, Regie führte Jed Weintrob. Der Film wurde innerhalb von 25 Tagen ab dem 3. Oktober 2006 in Calgary, Kanada gedreht.

Veröffentlichung Die Weltpremiere fand am 24. August 2007 auf dem Montreal World Film Festival statt. International wurde der Film in den Kinoverleih aufgenommen und spielte bei einem Budget von geschätzt 4 Millionen US-Dollar 4.940.153 US-Dollar ein. In Deutschland wurde der Film ab dem 21. Oktober 2010 in einer um 9 Minuten gekürzten Fassung von nur noch 76 Minuten im Kino gezeigt. Fantasia Film GmbH / Anolis Entertainment übernahm den Verleih. Die Kinofassung ist mit der darauffolgenden Blu-Ray/DVD-Fassung von Sony identisch. Ungekürzt wurde der Film erst 2025 als Mediabook von NSM Records veröffentlicht.

Rezeption Der Film wurde eher negativ rezipiert und zählt zu den wenigen 0-%-Filmen auf Rotten Tomatoes, erhielt also bei insgesamt 17 Reviews keine einzige Empfehlung.

Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Simpel gestrickter sadistischer Folter-Horror, der sich ganz auf den "Kick" widerwärtiger Tötungsszenarien konzentriert, ohne sich um Spannungsaufbau und glaubwürdige Figurenzeichnungen zu bemühen.“

Haiko Herden schrieb in seinem Filmlexikon: „Fazit: nicht nur wegen Angela Bettis ist Scar ein sehenswerter Film, der zwar inhaltlich kein Neuland betritt, aber den Horror-Fan gut zu unterhalten weiß. Auch Leute, die nicht unbedingt Fans des Torture Porn-Genres sind, können hier mal reingucken, auch, wenn der Film natürlich schon hauptsächlich auf diese Klientel schielt. Regisseur Jed Weintrop ist bisher noch nicht so oft in Erscheinung getreten, aber „Scar“ macht zumindest neugierig auf weitere Werke von ihm.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Horrorfilm Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:3D-Film