Camille René Ferréol Descossy (* 24. Mai 1904 in Céret, Pyrénées-Orientales; † 20. August 1980 in Castelnou) war ein französischer Maler, Grafiker und Illustrator. Er gilt als eine der Figuren der modernen Malerei des Languedoc und Roussillon. Descossy war zeitlebens eng mit der Landschaft der Aspres verbunden und wirkte langjährig als Lehrer in Montpellier, wo er auch ansässig war; daneben war er in Malakoff bei Paris tätig.
Leben Camille Descossy absolvierte seine Ausbildung in Montpellier und hielt sich in den 1920er Jahren für kurze Zeit in Paris auf, wo er Schüler von Fernand Cormon war. Anschließend kehrte er nach Montpellier zurück und war von 1939 bis 1967 Direktor der École des Beaux-Arts de Montpellier. Daneben war er als Journalist und Schriftsteller tätig und wirkte als Koordinator mehrerer Malergruppen: 1937 war er an der Gründung der Groupe Frédéric Bazille beteiligt, später war er mit der Groupe Montpellier-Sète verbunden. Descossy war Mitglied der Société des Artistes Indépendants und beschickte deren Salon ab 1924. Zu seinen Schülern zählten der Maler Vincent Bioulès und Pierre Soulages. Er starb 1980 in Castelnou.
Werk Descossy schuf vorwiegend Landschaften und Figurenbilder. Thematischer Schwerpunkt seines malerischen Werks war die Landschaft der Aspres, deren Licht und Bodenbeschaffenheit er als Bezugspunkt seiner Malerei beschrieb. Als Illustrator war er unter anderem an folgenden Publikationen beteiligt: Jean Thuile: Entrée au Peyrou, 1945 Molière: L’Avare
Werke von Descossy befinden sich im Musée du Colombier in Alès sowie in der Bibliothèque nationale de France in Paris. 1927: Calvaire 1928: Nu à la pomme 1928: Les tentations de Saint-Antoine L’enseigne du chiffonnier (Troisieme Biennale du Peinture, Menton 1955)
Ausstellungen Descossy stellte in Paris an folgenden Orten aus: Salon des Artistes Indépendants (ab 1924) Salon d’Automne Salon der Société Nationale des Beaux-Arts April bis Juni 1980: Musée Rigaud in Perpignan Daneben war er regelmäßig in Galerien und Museen in Montpellier und im Roussillon vertreten.
Eine postume Retrospektive fand vom 6. Dezember 2012 bis 17. März 2013 im Espace Dominique Bagouet in Montpellier statt. Der Ausstellungskatalog enthält Texte von Vincent Bioulès und von Numa Hambursin, dem Kommissar der Ausstellung und künstlerischen Leiter des Espace Bagouet, sowie eine Biographie und Bibliographie zu Descossy.
Literatur
Karin Sagner: Descossy, Camille. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 26: Delwaide–Dewagut. K. G. Saur, München 2000, ISBN 3-598-22766-3. Descossy, Camille René Ferréol. In: Bénézit – Dictionary of artists. Band 4: Cossintino–Dyck. Gründ, Paris 2006 (englisch, – Leseprobe). Vincent Bioulès, Numa Hambursin: Camille Descossy (1904–1980). Exposition, 7 décembre 2012 – 17 mars 2013, Espace Dominique Bagouet, Montpellier. Méridianes, Montpellier 2012.
Weblinks Artisteroussillonnais L’association Concert d’été
Einzelnachweise
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