Der FSV Frankfurt (vollständiger Name Fußballsportverein Frankfurt 1899 e. V.) ist ein Sportverein aus Frankfurt am Main. Die Abteilung Frauenfußball des 1899 gegründeten Klub aus dem Stadtteil Bornheim gewann dreimal die deutsche Meisterschaft und fünfmal den DFB-Pokal. Der Verein gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga. Nach dem Abstieg im Jahre 2006 wurde die Abteilung aufgelöst.
Geschichte Frühe Jahre (1970 bis 1990) Im September 1970 gründeten Renate Baum und Monika Koch-Emsermann eine Abteilung für Frauenfußball beim FSV Frankfurt. Koch-Emsermann übernahm das Traineramt und erwarb als erste Frau in Hessen den Trainerschein. Ab 1980 wurde die Frauenmannschaft in jeder Saison hessischer Meister. Erster großer Erfolg auf Bundesebene war die deutsche Vizemeisterschaft 1984, als die Frankfurterinnen das Endspiel mit 1:3 gegen die SSG 09 Bergisch Gladbach verlor. Ein Jahr zuvor erreichte die Mannschaft bereits das Endspiel um den DFB-Pokal, verlor dieses aber mit 0:3 gegen den KBC Duisburg. Die Frankfurterinnen nahmen dann aber 1985 erfolgreich Revanche und gewannen mit 4:3 im Elfmeterschießen den Pokal und zugleich den ersten Titel.
1985 führte der Hessische Fußball-Verband die Oberliga Hessen ein, die vom FSV Frankfurt dominiert wurde. In den ersten vier Spielzeiten verlor die Mannschaft kein Ligaspiel. Den ersten deutschen Meistertitel gewannen die Frankfurterinnen dann 1986 durch einen 5:0-Sieg über die SSG 09 Bergisch Gladbach. Ein Jahr später verlor die Mannschaft das Endspiel gegen den TSV Siegen mit 1:2. In den ausklingenden 1980er Jahren waren die Frankfurterinnen dann im DFB-Pokal erfolgreicher. Wurde 1989 noch das Endspiel gegen den TSV Siegen mit 1:5 verloren, so gewann die Mannschaft 1990 ein Jahr später das Endspiel mit 1:0 gegen den FC Bayern München.
Zweigleisige Bundesliga (1990 bis 1997) Im Jahre 1990 wurde die zweigleisige Bundesliga eingeführt, die sieben Jahre lang in dieser Form Bestand haben sollte. Insgesamt fünfmal ging der Meistertitel der Gruppe Süd an den Bornheimer Hang. 1991 unterlagen die Frankfurterinnen im Endspiel um die deutsche Meisterschaft dem TSV Siegen mit 2:4. Erfolgreicher war die Mannschaft dann 1995. Angeführt von den beiden Stürmerinnen Birgit Prinz und Sandra Smisek gewannen die mittlerweile von Jürgen Strödter trainierten Frankfurterinnen durch einen 2:0-Sieg über Grün-Weiß Brauweiler ihren zweiten Meistertitel. Der FSV Frankfurt gewann in dieser Saison bis auf das Halbfinal-Hinspiel beim FC Rumeln-Kaldenhausen (2:2) alle Saisonspiele. In den anderen fünf Spielzeiten war für die Mannschaft jeweils im Halbfinale Endstation. Zwischen 1993 und 1996 gewannen die Frankfurterinnen 37 Ligaspiele in Folge.Frank Neumann: Ausgespielt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. Juni 2006
In der Ära der zweigleisigen Bundesliga gewann der FSV Frankfurt drei weitere Male den DFB-Pokal. 1992 gewann die Mannschaft das Endspiel gegen den TSV Siegen mit 2:0. Es war zugleich das erste Pokalfinale, das von einer Schiedsrichterin geleitet wurde. 1995 hieß der Endspielgegner erneut TSV Siegen und die Frankfurterinnen setzten sich mit 3:1 durch. Da die Mannschaft in der gleichen Saison auch die Meisterschaft gewann, holten die Frankfurterinnen zum ersten und einzigen Mal das Double. Schließlich holte der FSV Frankfurt dann 1996 ihren letzten Titel durch einen 2:1-Sieg im Endspiel gegen den Außenseiter SC Klinge Seckach, der erst durch ein spätes Tor von Birgit Prinz geschlagen werden konnte. Darüber hinaus gewann der FSV Frankfurt noch 1995 und 1996 den DFB-Supercup und 1995 den DFB-Hallenpokal.
Eingleisige Bundesliga (1997 bis 2006) Die Saison 1997/98 war die letzte erfolgreiche Saison für die Frankfurterinnen. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Lokalrivalen SG Praunheim sicherte sich der FSV Frankfurt ihren dritten und letzten Meistertitel. Im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft noch einmal das Endspiel, war aber dort gegen den FCR Duisburg ohne Chance und verlor mit 2:6. Am Saisonende wechselte Birgit Prinz zur SG Praunheim. Von diesem Abgang sollten sich die Bornheimerinnen nicht mehr erholen. Die Mannschaft fiel in der Bundesliga ins Mittelfeld zurück und erreichten 1999 und 2002 jeweils den fünften Platz. Zwischenzeitlich geriet die Mannschaft sogar in Abstiegsgefahr. Im DFB-Pokal erreichten die Frankfurterinnen zwischen 2001 und 2003 dreimal in Folge das Halbfinale, schied jedoch jedes Mal gegen den mittlerweile als 1. FFC Frankfurt auflaufenden Lokalrivalen aus.
Im Sommer 2005 trennte sich der Verein von Trainer Frank Fahle, der laut dem Verein zu hohe Gehaltsvorstellungen gemacht hätte. Aus Protest gegen die Entscheidung des Vorstandes verließen insgesamt 15 Spielerinnen den Verein. Dem neuen Trainer Frank Schwalenberg stand für die Saison 2005/06 nur eine Mannschaft zur Verfügung, die seiner Einschätzung nach „an besten Tagen unteres Zweitliganiveau“ aufwies und mit einem 1:1 beim VfL Sindelfingen nur einen Punkt holte. Beim 1. FFC Turbine Potsdam wurde 0:16 und beim 1. FFC Frankfurt gar mit 0:17 verloren. Das letzte Spiel wurde mit 0:9 gegen den Hamburger SV verloren. Am Saisonende wurde die Abteilung aufgelöst.
Erfolge
Saisonbilanzen Die rot unterlegte Platzierung kennzeichnet einen Abstieg.
Saison Liga Platz S U N Tore Punkte Meisterschaft DFB-Pokal 1979/80 Achtelfinale nicht ausgetragen 1980/81 Viertelfinale nicht qualifiziert 1981/82 Viertelfinale Halbfinale 1982/83 Achtelfinale Finale 1983/84 Finale Halbfinale 1984/85 Viertelfinale Sieger 1985/86 Oberliga Hessen 1. 20 2 0 95:6 42:2 Meister nicht qualifiziert 1986/87 Oberliga Hessen 1. 19 1 0 87:8 39:1 Finale Halbfinale 1987/88 Oberliga Hessen 1. 17 1 0 81:4 35:1 Achtelfinale Halbfinale 1988/89 Oberliga Hessen 1. 17 1 0 78:4 35:1 Halbfinale Finale 1989/90 Oberliga Hessen 1. 17 0 1 96:6 34:2 Viertelfinale Sieger 1990/91 Bundesliga Süd 1. 11 6 1 51:15 28:8 Finale Achtelfinale 1991/92 Bundesliga Süd 1. 16 2 2 44:16 34:6 Halbfinale Sieger 1992/93 Bundesliga Süd 2. 11 3 4 34:16 25:11 Halbfinale Achtelfinale 1993/94 Bundesliga Süd 2. 13 3 2 66:20 29:7 Halbfinale Achtelfinale 1994/95 Bundesliga Süd 1. 18 0 0 92:4 36:0 Meister Sieger 1995/96 Bundesliga Süd 1. 16 1 1 99:6 49 Halbfinale Sieger 1996/97 Bundesliga Süd 1. 17 1 0 76:6 52 Halbfinale Viertelfinale 1997/98 Bundesliga 1. 18 2 2 80:19 56 Meister Finale 1998/99 Bundesliga 5. 7 8 7 26:31 29 – Achtelfinale 1999/00 Bundesliga 9. 6 1 15 28:52 19 – Viertelfinale 2000/01 Bundesliga 7. 7 7 8 28:37 28 – Halbfinale 2001/02 Bundesliga 5. 11 6 5 48:29 39 – Halbfinale 2002/03 Bundesliga 7. 9 0 13 42:52 27 – Halbfinale 2003/04 Bundesliga 9. 6 3 13 29:53 21 – Viertelfinale 2004/05 Bundesliga 6. 7 5 10 37:51 26 – Achtelfinale 2005/06 Bundesliga 12. 0 1 21 5:142 1 – 2. Runde
Persönlichkeiten Spielerinnen mini|hochkant|Birgit Prinz Birgitt Austermühl, Europameisterin 1995, 58 Länderspiele Saskia Bartusiak, Europameisterin 2009, 2013, Weltmeisterin 2007, 101 Länderspiele Katja Bornschein, Europameisterin 1991, 37 Länderspiele Sonja Fuss, Weltmeisterin 2003 und 2007; Europameisterin 1997, 2005 und 2009, 61 Länderspiele Steffi Jones, Weltmeisterin 2003, 107 Länderspiele Rike Koekkoek, 28 Länderspiele Katja Kraus, Europameisterin 1995, 7 Länderspiele Sandra Minnert, Weltmeisterin 2003, 2007, 134 Länderspiele Birgit Prinz, Weltmeisterin 2003, 2007; Europameisterin 1995, 1997, 2001, 2005, 2009, 214 Länderspiele Sissy Raith, Europameisterin 1991, 58 Länderspiele Sandra Smisek, Weltmeisterin 2003, 2007; Europameisterin 2001, 2005, 133 Länderspiele Britta Unsleber, Europameisterin 1991, 54 Länderspiele
Trainer/-innen
Einzelnachweise
Frankfurt, FSV Kategorie:Ehemaliger Fußballverein aus Frankfurt am Main Frankfurt, FSV Frauen Frankfurt, FSV Kategorie:Gegründet 1970 Kategorie:Aufgelöst 2006