Die römisch-katholische Liebfrauenkirche ist eine moderne Kirche in der bergischen Großstadt Solingen. Sie wurde 1960 an der Stelle eines abgerissenen Vorgängerbaus nach Plänen der Architekten Klaus Göbel und Theo Theyssen errichtet.Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen. In: Die Heimat, Heft 19. Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004, S. 75. Sie befindet sich an der Wiefeldicker Straße 5 im Ortsteil Aufderhöhe im Südwesten von Solingen.
Geschichte Aufgrund des Bevölkerungszuwachses wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts neue Pfarrgemeinden durch Abspaltung von der Ohligser Pfarrei gegründet. In dem Gebiet Löhdorf wurde zunächst ein Rektorat gegründet, aus dem später eine eigenständige Pfarrei hervorging. 1910–1911 wurde eine erste katholische Kirche in Löhdorf errichtet, die St. Mariä Empfängnis benannt wurde. Diese im Zweiten Weltkrieg beschädigte und in den 1950er Jahren zu klein gewordene Kirche sollte ab 1958 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt werden.
Die Pläne für den Neubau der Kirche nach dem Vorbild eines mittelalterlichen, italienischen Klosters entwarfen die Architekten Klaus Göbel und Theo Theyssen. Baubeginn war am 26. Juni 1960; die neue Kirche wurde bereits am 24. Dezember 1960 eröffnet. Die Weihe wurde 1978 nachgeholt. Der Neubau der Kirche wurde auch zum Anlass für ihre Umbenennung in Liebfrauenkirche genommen, da neben der Löhdorfer Kirche noch zwei andere Kirchen im Solinger Stadtgebiet St. Mariä Empfängnis hießen (Merscheid und Kohlsberg).
Gestaltung Architektur Die Architekten entwarfen die Kirche als Längshaus um einen Hof mit hofumschließender Wand und fügten einen an der Straße liegenden 30 m hohen Campanile hinzu. Das Längshaus mit Satteldach verfügt zum Hof hin über nur wenige Fenster, während die dem Hof abgewandte Seite mit insgesamt 115 Fenstern durchsetzt ist und den Kirchsaal damit hell erleuchtet. Die gesamte Anlage wurde in Ziegelbauweise errichtet. Durch ihre schlichte Gestaltung hat sie Anklänge an mittelalterliche, italienische Klosteranlagen.
Ausstattung Die Kirche verfügt über eine sehr schlichte Ausstattung. 13 Glasfenster der dem Hof abgewandten Seite wurden als Kreuzwegstationen von dem Leichlinger Künstler Willy Schürmann gestaltet. Außerdem gestaltete Schürmann 1976 die Sakristei. Die Klais-Orgel in Liebfrauen wurde 1994 eingeweiht.
Literatur Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen. In: Die Heimat, Heft 19. Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004, S. 69–77.
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Quellen
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