mini|Kirche St. Josef Die Kirche St. Josef ist eine römisch-katholische Filialkirche in Burgstall an der Murr, einem Ortsteil der Gemeinde Burgstetten im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die Kirche steht unter dem Patrozinium des hl. Josef von Nazareth, des Ziehvaters Jesu Christi.

Geschichte mini|Orgel und Pfingstfenster Seit der Einführung der Reformation 1535 stellten römisch-katholische Christen nur noch eine kleine Minderheit in Altwürttemberg. Mit der Vertreibung von Millionen Menschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reichs und den Gebieten des ehemaligen Österreich-Ungarn stieg die Zahl der Katholiken in Württemberg nach dem Zweiten Weltkrieg stark an. Um die Seelsorge der zahlreichen katholischen Diaspora zu gewährleisten, wurde gegen Ende der 1950er Jahre beschlossen, eine katholische Kirche in Burgstall zu bauen. Die Wahl fiel letztlich auf ein Grundstück in einem Neubaugebiet am östlichen Ortsrand.

Die Bauarbeiten wurden von zahlreiche Heimatvertriebenen freiwillig unterstützt. Die Weihe der neuen Kirche fand 1961 statt.

1970 gehörte fast ein Viertel der Bevölkerung (22,6 %) von Burgstall und Erbstetten der römisch-katholischen Kirche an.Horst Lässing (Hrsg.): Der Rems-Murr-Kreis. Verlag Konrad Theiss, Aalen 1980, S. 318.

Architektur und Ausstattung Die kleine Saalkirche mit Satteldach entstand als moderner Betonbau im schlichten Stil der Nachkriegsmoderne. Die Decke ist holzvertäfelt. Der Glockenturm steht an der Ostseite. Im Untergeschoss befindet sich ein Versammlungsraum für die Gemeinde. mini|Pietà Da die Kirche vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) gebaut wurde, ist der Altar aus Naturstein nicht in die Mitte gerückt. Bemerkenswert ist eine ausdrucksstarke Pietà-Darstellung, das farbenfrohe Pfingstfenster am Eingang sowie eine Figurenreihe namhafter Heiliger. So finden sich beispielsweise figürliche Darstellungen von Adam und Eva, dem heiligen Georg, dem Märtyrer Laurentius von Rom, Martin von Tours und dem Erzengel Michael an den Wänden.

Der Kreuzweg ist in kräftigen Farben gemalt und befindet sich unter der Orgel-Empore.

Glocken In dem Glockenturm hängen vier Glocken, die unterschiedlich groß sind und werden zu unterschiedlichen Anlässen geläutet. Alle Glocken wurden bei der Glockengießerei Bachert in Heilbronn gegossen. Die erste Glocke wurde 1976 hergestellt und trägt den Namen des Erzengels Michael, der als Schutzpatron der Deutschen gilt. Zwei weitere Glocken folgten 1980. Die letzte Glocke wurde 1999 gegossen und ist nach dem hl. König Stephan I. von Ungarn (Szent István) benannt. +Übersicht der Glocken von St. JosefGlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonGewichtDurchmesserInschriftGlockenzierI. St. MichaelsglockeA. BachertHeilbronn1976a′650 kg98 cm1976keineII.St. JosefsglockeA. BachertHeilbronn1980c″360 kg80 cmST. JOSEF UNSER SCHUTZPATRON BITT FÜR DIE KIRCH BEI DEINEM SOHNHeiliger Josef mit Jesuskind auf dem ArmIII.St. JohannesglockeA. BachertHeilbronn1980d″240 kg70 cmST. JOHANNES SELGER MUND MACH UNS DAS WORT IM FLEISCHE KUND / 1980.Heiliger Johannes mit dem Lamm GottesIV.St. StephansglockeA. BachertHeilbronn 1999f″?64 cmST. STEPHAN V. UNGARN / ZU KÖNIGEN, PRIESTERN, SÖHNEN, WILL GOTT UNS ALLE KRÖNEN / KATH. KIRCHENGEMEINDE BURGSTETTEN KIRCHBERG-AFFALTERBACHHeiliger Stephan von Ungarn

Literatur

Katholische Kirchengemeinde St. Michael an Murr und Lemberg (Hrsg.): Kleine Ahnengalerie des Glaubens. Burgstetten o. J.

Weblinks

Einzelnachweise

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