mini|hochkant|Giacinta Marescotti – Gemälde von Domenico Corvi (1803) im Kloster San Bernadino in Viterbo Giacinta Marescotti, T.O.R. (* 16. März 1585 in Vignanello; † 30. Januar 1640 in Viterbo) war eine italienische Adelige und Nonne (Franziskaner-Tertiarin). Die katholische Kirche verehrt sie als Heilige.
Leben Marescotti wurde auf den Namen Clarice getauft. Gemeinsam mit ihren Schwestern wurde sie im Kloster San Bernadino in Viterbo ausgebildet.
Im Alter von 20 Jahren machte sie sich Hoffnungen auf eine Heirat mit dem Marchese Paolo Capizucchi, der sich aber ihre jüngere Schwester Ortensia zur Frau erwählte. Aus Kummer über diese Entscheidung trat sie in das Kloster, in dem sie ausgebildet worden war, ein und bekam den Namen Giacinta. Der Legende nach konnte sie sich dem Geist des Klosterlebens jedoch nicht anpassen. Sie trug immer einen möglichst neuen Habit aus feinstem Stoff, bunkerte gar Lebensmittelvorräte und war großzügig, wenn es darum ging, Besucher zu empfangen oder Besuche abzustatten.
Dennoch war sie bereits in ihren ersten Jahren im Kloster tief im Glauben verwurzelt, hielt die Gebetszeiten ein und verehrte besonders die Gottesmutter.
Der Legende nach geriet sie nach 10 Jahren im Kloster, 1615, in eine tiefe spirituelle Krise. Sie betete und bat Gott um einen Sinn im Leben. Am nächsten Tag verweigerte ihr der Beichtvater des Klosters die Absolution und ermahnte sie zu einem Wandel ihres Lebensstils angesichts des Luxus, den er in ihrer Zelle vorgefunden hatte (da sie ob einer Krankheit nicht selbst die Hl. Messe besuchen konnte, brachte ihr der Beichtvater des Klosters die Hl. Kommunion in die Zelle).
Diese Mahnung soll der Legende nach gefruchtet haben und Giacinta vollzog einen starken Wandel. Sie trug nurmehr einen alten Habit, fastete regelmäßig und pflegte im Allgemeinen einen einfachen Lebensstil.
Im weiteren Laufe ihres Lebens widmete sie sich Werken der Nächstenliebe und gründete noch eine Laienbruderschaft, bekannt als „Sacconi“.
Bemerkenswert ist auch die Erzählung, die man sich über ihre Aufbahrung erzählt: Da sich die zahlreichen Pilger Teile ihres Habits als Reliquien mitnahmen, musste dieser drei Mal ausgetauscht werden.
Verehrung mini|Gebeine Giacintas Papst Benedikt XIII. sprach sie 1726 selig, Papst Pius VII. sprach sie 1807 heilig. Ihre Gebeine werden in einem Glassarkophag im mittlerweile aufgelassenen Kloster San Bernadino aufbewahrt. Ihr Gedenktag ist der 30. Januar.
Weblinks
https://www.newadvent.org/cathen/07591c.htm https://www.causesanti.va/it/santi-e-beati/giacinta-marescotti.html
Literatur G. Ventimiglia (1695). Vita della venerabile Serva di Dio suor Giacinta Marescotti Monica nel Monastero di San Bernardino di Viterbo. („Leben der Ehrwürdigen Dienerin Gottes Sr. Giacinta Marescotti Monica im Kloster San Bernardino Viterbo“). Rom. F. Giurleo, M. Grattarola (2024). Suor Giacinta Marescotti al secolo Clarice nobildonna a monaca. („Sr. Giacinta Marescotti, weltlich Clarice, Adelige und Nonne“). Vibo Valentina: Libritalia. Herbermann, Charles (Hrsg.) (1913). St. Hyacintha Mariscotti. In: Catholic Encyclopedia. New York: Robert Appleton Company.
Kategorie:Franziskanerin des dritten Ordens Kategorie:Heiliger (16. Jahrhundert) Kategorie:Heiliger (17. Jahrhundert) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1585 Kategorie:Gestorben 1640 Kategorie:Frau