Iwan Ossipowitsch Dudin (; auch das Patronym Iosifovič überliefert; wissenschaftliche Transliteration Ivan Osipovič (Iosifovič) Dudin; * 7. Januar 1867 in Brjansk; † 4. April 1924 in Moskau) war ein russischer Maler, Zeichner, Fotograf und Kunsthistoriker.

Leben Dudin studierte von 1885 bis 1889 an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Universität Moskau. Bis 1891 erhielt er Kunstunterricht bei Rosanow und bei Nikolai Awenirowitsch Martynow. Von 1891 bis 1902 studierte er an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst, bis 1900 in der Klasse von Isaak Iljitsch Lewitan, ohne das Studium mit einem Abschluss zu beenden. 1899 und 1900 wurde er mit einer kleinen Silbermedaille ausgezeichnet, 1902 erhielt er für das Gemälde Rannej vesnoj (Früher Frühling), das sich im Kunstmuseum Kirow (Wjatka) befindet, eine große Silbermedaille sowie den Titel Künstler mit Klassenrang.

Von 1904 bis 1906 diente Dudin in der Mandschurei. Von 1914 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Im Übrigen war er in Moskau ansässig und unternahm zahlreiche Reisen, unter anderem nach Italien, Frankreich, England und Deutschland. Dudin beschäftigte sich mit Denkmälern der altrussischen Holzarchitektur in Nordrussland. Seine Fotografien dieser Bauwerke wurden in der von Igor Emmanuilowitsch Grabar herausgegebenen Reihe Istorija russkogo iskusstva (Geschichte der russischen Kunst), Band I, Moskau 1909, veröffentlicht.

In Moskau war Dudin auch als Lehrer tätig: Von 1899 bis 1904 unterrichtete er an den Pretschistenka-Arbeiterkursen, von 1900 bis 1914 in einem eigenen, gemeinsam mit Konstantin Fjodorowitsch Juon eröffneten Atelier. Zu seinen Schülern dort zählten Wera Ignatjewna Muchina, Alexander Wassiljewitsch Kuprin und Wassili Alexejewitsch Watag.

Werk Stilistisch stand Dudin den Peredwischniki nahe. Er schuf lyrische Landschaften in Öl, Gouache, Aquarell und Pastell, darunter die Werke Polden’ (1894), Sumerki (1901), Doroga w Jaltu (1903) und Ugolok Moskwy (1913). Daneben schuf er Architekturansichten, etwa Kryl’co derewjannoj cerkwi XVII w. (1897) und Kreml’. Sima (1914), sowie Interieurs und Porträts.

Werke (Auswahl)

Ploty na Wolge, Öl, 1896 (Kunstmuseum Irkutsk) Rannej vesnoj (Kunstmuseum Kirow/Wjatka) Werke im Kunstmuseum Krasnodar Stoga, Öl, 1908 (Tretjakow-Galerie, Moskau) Ogorody, Gouache, 1910 (Tretjakow-Galerie, Moskau) Dama za pianino, Gouache, Kohle, Bleistift (Tretjakow-Galerie, Moskau)

Schriften

K. P. Brjullow, Moskau (Fahnenkorrektur, Handschriftenabteilung der Tretjakow-Galerie, Moskau). Übersetzung von Paul Signac: Ot Ė. Delakrua k neoimpressionizmu (Von Delacroix zum Neoimpressionismus), Moskau 1913.

Literatur

John Milner: A Dictionary of Russian and Soviet Artists 1420–1970. Antique Collectors’ Club, Woodbridge 1993. Matthew Cullerne Bown: A Dictionary of 20th Century Russian and Soviet Painters 1900–1980s. Izomar, London 1998. Leonid Pasternak: Zapisi raznych let. Moskva 1975. Vitalij Šleev: Revoljucija 1905–1907 gg. i izobrazitel’noe iskusstvo. Vyp. 2: Moskva i rossijskaja provincija. Moskva 1978, S. 109. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.

Einzelnachweise

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