Oskar Alexander Ebelsbacher, auch Oscar Ebelsbacher, (* 30. April 1882 in Frankfurt am Main; † 28. Juli 1952 in London-St. Pancras) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Leben und Wirken Ebelsbacher begann seine künstlerische Laufbahn 19-jährig in der Spielzeit 1901/02 am Theater von Wittenberge. Im selben Jahrzehnt folgten für je eine Spielzeit Verpflichtungen an die Bühnen von Hagen, Bonn, Berlin (Theater der Gegenwart), Lahr und Eschwege-Hersfeld-Hofgeismar, wo er erstmals als Regisseur tätig wurde. In den Jahren 1910 bis 1912 wirkte er am Komödienhaus seiner Heimatstadt Frankfurt, anschließend gehörte Ebelsbacher zehn Jahre lang dem Ensemble des Frankfurter Schauspielhauses an. Hier feierte er Erfolge unter anderem 1919 in Walter Hasenclevers Antigone (1919). 1922 übersiedelte der Künstler nach Berlin, um einer Verpflichtung am Theater am Kurfürstendamm nachzukommen. Weitere hauptstädtische Spielstätten Ebelsbachers waren das Theater am Schiffbauerdamm, das Künstlertheater und das Neue Theater am Zoo. Im Schiffbauerdammtheater konnte man ihn im Dezember 1925 als einen der Weinreisenden in der Uraufführung von Carl Zuckmayers Der fröhliche Weinberg sehen. Diesen Part wiederholte der Hesse zwei Jahre darauf in der Weinberg-Verfilmung des Ehepaars Fleck, die zugleich Ebelsbachers Einstand vor der Kamera bedeutete. In der Spielzeit 1929/30 verpflichtete man Oskar Ebelsbacher als Regisseur ans Walhalla-Theater, die verbleibenden drei Jahre der Weimarer Republik (1930 bis 1933) wirkte er als Disponent der Vermittlungsstelle für Berliner Theater und Tonfilm; vor eine deutsche Tonfilmkamera trat er selbst hingegen nicht auf.
1933 auf Druck der Nationalsozialisten entlassen, emigrierte der jüdische Künstler noch im selben Jahr nach Großbritannien, wo er im Oktober 1933 mit Friedrich Schillers Kabale und Liebe im Duke of York’s Theatre im Londoner West End gastierte. Darüber hinaus beteiligte er sich am deutschsprachigen Auslandsprogramm der BBC. Während daheim die Gestapo nach ihm fahndete, kehrte Oskar Ebelsbacher in England vor die Kamera zurück und wirkte mit Nebenrollen in zwei sehr frühen Fernsehfilmproduktionen mit. Dennoch besaß die Theaterarbeit auch weiterhin Priorität in seinem künstlerischen Wirken. Während des Zweiten Weltkriegs anfänglich als „feindlicher Ausländer“ interniert, ermöglichte man ihm dennoch Bühnenauftritte mit Shakespeare-Stücken (Der Kaufmann von Venedig, Ein Sommernachtstraum und Was ihr wollt) an Exilbühnen. Im Frühjahr 1942 sah man ihn überdies in so unterschiedlichen deutschen Stücken wie Lessings Nathan der Weise, Friedrich Wolfs Professor Mamlock und Bekessys Die unentschuldigte Stunde. Kurz vor Kriegsende 1945 konnte man Ebelsbacher in Revue-Aufführungen der Exilantenbühne Blue Danube Club sehen. Zu seinen letzten Bühnenauftritten gehörte im Mai 1948 sein Part des Rabbiners in The Burning Bush nach einer Vorlage von Heinz Herald und Géza Herczeg. Oskar Ebelsbacher starb 70-jährig in seinem Londoner Exil.
Filmografie (komplett) 1927: Der fröhliche Weinberg 1928: Dyckerpotts Erben 1928: Ist Eddy Polo schuldig? 1928: Der gefesselte Polo 1929: Café Kalau (Kurzfilm) 1930: O Mädchen, mein Mädchen, wie lieb’ ich Dich! 1937: Once in a Lifetime (Fernsehfilm) 1939: The Gamblers (Fernsehfilm) 1944: Mr. Emmanuel
Hörspiele (Auswahl) 1925: Franz und Paul von Schönthan: Der Raub der Sabinerinnen. Schwank in vier Akten – Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin) 1928: Carl Rössler: Die fünf Frankfurter. Ein Lustspiel in drei Akten (Anselm) – Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin) 1930: Hermann Kesser: Die Zinnoberspitze. Hörspiel mit Musik – Regie: Alfred Braun (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – Funk-Stunde Berlin) 1930: Alfred Döblin: Die Geschichte vom Franz Biberkopf (Meck) – Regie: Max Bing (Hörspielbearbeitung – Funk-Stunde Berlin) 1948: Christopher Marlowe: Dr. Faustus (Ein alter Mann) – Bearbeitung und Regie: Fritz Wendhausen (Hörspielbearbeitung – BBC Deutscher Dienst)
Quelle: ARD-Hörspieldatenbank
Literatur Frithjof Trapp; Werner Mittenzwei; Henning Rischbieter; Hansjörg Schneider (Hrsg.): Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945 / Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. Band 1, S. 199. München 1999, ISBN 9783598113741.
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