Madonna im Fegefeuer ist ein in russischen Emigrantenkreisen in Paris spielendes, deutsches Stummfilmmelodram von Max Reichmann aus dem Jahr 1929 mit Camilla Horn und dem kurzzeitigen Hollywood-Heimkehrer Michael Varkonyi in den Hauptrollen.

Handlung In Paris kurz nach dem Ende der Oktoberrevolution in Russland. Hierhin hat es wie so viele seiner hochadeligen Leidensgenossen auch Fürst Fjodor Alexandrowitsch verschlagen. Fjodor, der im Exil gesellschaftlich abgestiegen ist und nun, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sich als Oberkellner in einem luxuriösen Hotel verdingen muss, ist auf der Suche nach dem schurkischen Krassow, einem ungehobelten ehemaligen Bolschewikenkommandant mit Reitpeitsche, dem er ein erhebliches Maß an Mitschuld an seinem Schicksal, dem Verlust von Besitz und Ehre, gibt. Krassow lebt nämlich dank des Raubes an Hab und Gut des nunmehr verarmten Russenadels in Saus und Braus.

In einem Exilantenclub lernt Fürst Fjodor den sehr jungen französischen Marquis Duverge kennen, der ihn wiederum mit der schönen Diane d’Artois, einer Repräsentantin der französischen Oberschicht, bekannt macht. Mit Hilfe des Marquis kann der Fürst seinen Peiniger ausfindig machen. Es kommt zu Handgreiflichkeiten bei denen Fürst Fjodor annimmt, dass er Krassow getötet hätte, da dieser nach einem Niederschlag leblos am Boden liegen blieb. Anschließend überredet Fjodor Diane, mit ihm gemeinsam zu fliehen. Diane versucht, ihrer neuen Liebe zu helfen, und versteckt ihn vor den Häschern der Staatsmacht. Doch wie sich schlussendlich herausstellt hat Krassow die Schlägerei schadlos überlebt. Die Kontrahenten geben sich versöhnlich die Hand. Nun kann Fjodor ohne Gewissensbisse ein neues Leben mit seiner Diane beginnen.

Produktionsnotizen Madonna im Fegefeuer, gelegentlich auch mit dem Zweittitel Mein Herz gehört dir... als Untertitel versehen, entstand im Oktober 1929 in Berlin-Tempelhof (Atelieraufnahmen m National-Film-Atelier). Der Siebenakter besaß eine Länge von 2157 Metern und passierte die deutsche Filmzensur am 19. Dezember 1929. Die Uraufführung erfolgte am 24. Februar 1930 Film im Berliner Atrium.

Heinz Blanke war Produktionsleiter, Hans Jacoby entwarf die Filmbauten.

Kritiken Die Kritik zeigte sich wenig angetan von diesem späten Stummfilm, nachfolgend zwei Beispiele:

In Berlin am Morgen schrieb Hans Georg Brenner: „Mit diesem Film scheint sich der Regisseur Max Reichmann endgültig aus der kurzen Reihe der guten deutschen Filmhandwerker gestrichen zu haben. Hier wird auf jede vernünftige Logik in der Handlung schamvoll verzichtet. (…) Mit einer solchen Schauerdramatik versucht man nun, gegen Rußland Stimmung zu machen; mag dabei auch das letzte Filmgewissen zum Teufel gehen!“Berlin am Morgen, Ausgabe Nr. 48 vom 26. Februar 1930

Armin Kesser befand im Berliner Börsen-Courier: „Wieder soll uns der weinerliche Heroismus der russische Emigranten ans Herz greifen. (…) Victor Varconi spielt … mit einem düster-larmoyanten Gesichtsausdruck (…) Camilla Horn … verwechselt zu häufig die Eignung zur Schönheitskönigin mit de Aufgaben der Schauspielkunst.“Berliner Börsen-Courier, Ausgabe Nr. 103 vom 2. März 1930

Das Grazer Tagblatt kam zu einem ganz anderen Schluss. Dort hieß es: „Dieser Film fesselt ebenso durch seine mit dramatischem Leben erfüllte Handlung, wie durch die realistisch gezeichneten Szenen in der russischen Emigranten-Kolonie. (…) Die vorzügliche Darstellung und bedeutsame Aufmachung heben den Film auf ein besonderes Niveau.“.

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