mini|Verena Holmes Porträt in der Ankündigung ihrer Präsidentschaft der Women’s Engineering Society in deren Zeitschrift The Woman Engineer, Band 3 Verena Winifred Holmes (* 23. Juni 1889 in Ashford (Kent), England; † 20. Februar 1964 in Sussex) war eine englische Maschinenbauingenieurin und Erfinderin. Sie war 1919 Gründungsmitglied der Women’s Engineering Society (WES) und wurde 1924 als erste Frau in das Institution of Mechanical Engineers (IMechE) gewählt. 1946 gründete sie ihr eigenes Ingenieurbüro, in dem ausschließlich Frauen beschäftigt waren.

Leben und Werk Holmes war die Tochter des Schulinspektors und Schriftstellers Edmond Gore Alexander Holmes und seiner Frau Florence Mary, geb. Syme. Ihr Bruder war der Bildungsreformer Sir Maurice Gerald Holmes. Nach ihrem Schulabschluss an der Oxford High School for Girls studierte sie Fotografie. Nachdem sie bei der Integral Propeller Co. in Hendon Holzpropeller gebaut und abends Kurse am Shoreditch Technical Institute besucht hatte, begann sie als Vorarbeiterin bei der Firma Ruston & Hornsby in Lincoln zu arbeiten. Auch hier besuchte sie die technische Hochschule. In der Firma konnte sie ihre Position gegen eine formale Lehre eintauschen, bevor die männlichen Angestellten aus dem Krieg zurückkehrten. Sie wurde vom Montagebereich zur Konstruktionszeichnerin befördert und begann ein Studium am Loughborough Engineering College. 1922 erhielt sie dort ihren Bachelor of Science in Ingenieurwissenschaften.

In den 1920er Jahren war die Arbeitssuche schwierig. Sie arbeitete kurzzeitig für ein Schiffsmaschinenbauunternehmen und in den USA als technische Journalistin. 1924 wurde sie nach ihrer Rückkehr nach England Mitglied der Institution of Marine Engineers. Sie war bei der North British Locomotive Co. beschäftigt und 1931 die erste Frau, die in die Institution of Locomotive Engineers aufgenommen wurde.

Von 1932 bis 1939 war sie bei Research Engineers Ltd. tätig. Hier baute sie das Modell ihrer Erfindung des Tellerventils für Dampflokomotiven. Das Tellerventil wurde trotz des Lobes für ihre Einführungsveröffentlichung von den großen Eisenbahngesellschaften abgelehnt. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie an Drehgyroskopventilen für Torpedos, neuen Turboladern und anderen Geräten für die Admiralität und entwarf einen Großteil des komplexen Mechanismus für Lord Mountbattens Positionsregelungssystem. Sie arbeitete an Marinewaffen und wurde Beraterin des Arbeitsministers Ernest Bevin für die Ausbildung von Munitionsarbeitern. Holmes erstes Projekt im Bildungsbereich war ihr erfolgreiches Programm zur Ausbildung von Frauen für die Munitionsindustrie während des Zweiten Weltkriegs. Die Königin bedauerte, den Kurs nicht selbst besuchen zu können. Holmes bekleidete von 1940 bis 1944 die Position eines technischen Hauptfeldwebels im Arbeitsministerium. Sie befürwortete das duale Ausbildungssystem, das Phasen von Berufserfahrung und Hochschulstudium abwechselte, als Verbesserung der herkömmlichen Lehre.

1946 gründete Holmes zusammen mit Sheila Leather, ebenfalls Mitglied der Women’s Engineering Society, das Ingenieurbüro Holmes and Leather in Gillingham, in dem ausschließlich Frauen beschäftigt waren. Sie entwickelten die erste sichere Papierschneidemaschine, die sich auch für Schulen eignete.

Holmes war die erste Frau, die 1924 assoziiertes Mitglied der Institution of Mechanical Engineers wurde und schließlich 1944 Vollmitglied wurde. 1924 wurde sie assoziiertes Mitglied der Institution of Marine Engineers und 1931 war sie die erste Frau, die in die Institution der Lokomotivingenieure aufgenommen wurde.

Holmes war 1919 zusammen mit Caroline Haslett und Claudia Parsons Gründungsmitglied der Women’s Engineering Society. Sie bekleidete dort 1930 und 1931 die Ämter der Präsidentin, des Vorstandsmitglieds und bis 1960 der Ehrensekretärin.

Sie schuf das Women’s Technical Service Register, in dem sich Mädchen für Ausbildungen zu Positionen wie technische Zeichnerin und Laborassistentin anmelden konnten.

Holmes hielt zahlreiche Vorträge vor Fachgesellschaften, darunter einen über die mechanische Kraftstoffeinspritzung für Dieselmotoren auf der ersten Konferenz der Women’s Engineering Society, und 1958 veröffentlichte sie eine Broschüre mit dem Titel Training and Opportunities for Women in Engineering.

Holmes starb 1964 im Alter von 75 Jahren in einem Pflegeheim in Whitehanger, Fernhurst, Sussex.

Erfindungen und Patente (Auswahl) mini|Holmes & Leather Sicherheitsguillotine, entwickelt zum Schneiden von Papier usw., z. B. in Schulen

Holmes besaß mindestens 12 Patente. Sie entwickelte den Pneumothorax-Apparat zur Behandlung von Tuberkulose durch Kollaps der Lunge. Dieses Gerät stellte vor dem Aufkommen von Antibiotika einen Fortschritt in der Pneumologie dar. die Chirurgen-Stirnlampe, eine freihändige, fokussierte Lichtquelle, die die Sicht während Operationen verbesserte. Ventilsteuerung für Dampf- und Verbrennungsmotoren, ein effizienter Ventilmechanismus, der die Motorleistung und -zuverlässigkeit verbesserte. Sicherheitsvorrichtungen für Schiffsmotoren. Sie entwarf Komponenten, die die Sicherheit und Effizienz von Schiffsmotoren erhöhten und so dazu beitrugen, mechanische Ausfälle auf See zu reduzieren. Zudem hatte auch sie zahlreiche nicht patentierte Erfindungen, darunter die Bantam-Schermaschine, den Bantam-Stangenschneider und mehrere Geräte aus der Kriegszeit.

Ehrungen mini|Verena Holmes Gebäude – Außenansicht, 2020 2021: Verena Holmes building, Canterbury Christ Church University, Canterbury, Kent 2023: der Zug der Baureihe 375, der auf den Hauptstrecken zwischen London, Kent und East Sussex verkehrt, wurde nach Verena Holmes benannt 2024: die Highworth Grammar School benennt ihr neues Gebäude nach Verena Holmes. Es ist das erste Gebäude der Highworth Grammar School, das zu Ehren einer Frau benannt wurde. 2025: Railway 200 Blue Plaque die Institution of Mechanical Engineers vergibt den Verena Winifred Holmes-Preis Verena Holmes-Vorlesungen der Women’s Engineering Society

Literatur Nikdokht Ghadiminia, Salman Saeidlou, Anne Louise Nortcliffe, Rihana Ishaq: The legacy of Verena Holmes inspiring next generation of engineers. 2021; researchgate.net C. Parsons: Verena through the eyes of her friends. In: The Woman Engineer, 1962, 9, S. 2–6. The Woman Engineer, 1940, 5, S. 70. The Chartered Mechanical Engineer, 1964, 11, S. 304.

Weblinks

Sharing a birthday with the Women’s Engineering Society: Verena Holmes, an outstanding professional mechanical engineer. electrifyingwomen.org (englisch).

Einzelnachweise

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