Leopold von Rettberg (* 24. Juli 1785 in Westerhof bei Northeim; † 30. Oktober 1861 in Hannover) war ein königlich hannoverischer Generalmajor und zuletzt Kommandant der Residenzstadt Hannover.

Herkunft Er entstammt der ausgestorbenen niedersächsischen Linie der Familie Rettberg. Seine Eltern waren der Amtsschreiber Johann Friedrich von Rettberg (* 4. November 1734; † 3. September 1808) und dessen Ehefrau Maria Rebekka von der Osten (* 9. August 1757; † 21. Dezember 1834). Sein Bruder Karl Ludwig (1777–1845) wurde ebenfalls Generalmajor.

Leben Er ging in braunschweig-lüneburgische Dienste und kam am 1. Oktober 1800 als Kadett in das 3. Infanterie-Regiment. Am 12. September 1802 wurde er zum Fähnrich ernannt. Aber 1803 wurde das Kurfürstentum Hannover von Frankreich besetzt und mit der Konvention von Artlenburg kam es zur Auflösung der hannoverschen Armee. Rettberg wechselte wie viele seiner Kameraden (und sein Bruder) in britische Dienste. In der neuerrichteten King’s German Legion (KGL) kam er am 14. September 1809 in das 1. Linien-Bataillon der KGL. Dort wurde er am 2. April 1805 und am 18. Januar 1813 Kapitän (Hauptmann). Er war 1805/06 am Mittelmeer stationiert, 1807/08 im Baltikum und kämpfte anschließend von 1808 bis 1814 in Spanien gegen die Franzosen. Dabei wurde er am 27. Februar 1814 bei Bayonne verwundet. 1814 kam er in die Niederlande und nahm 1815 an der Schlacht bei Waterloo teil.

Nach dem Befreiungskrieg wurde die Legion aufgelöst und Rettberg wechselte in die hannoverischer Armee. Am 1. März 1816 wurde er als Major mit Patent zum 2. Februar 1816 in das Garde-Grenadier-Bataillon der 2. Infanterie-Regiments übernommen. Am 1. April 1820 kam er zum Garde-Grenadier-Regiment. Vor dort kam er am 1. März 1835 als Oberstleutnant und Kommandeur in das 10. Linien-Bataillon, am 30. April 1836 in das Garde-Jäger-Bataillon und am 7. Oktober 1843 in das Garde-Regiment. Dort wurde er am 22. Oktober 1843 zum Oberst befördert und kam am 5. Juni 1846 als Kommandeur in die 1. Infanterie-Brigade. Am 10. Juni 1846 erfolgte seine Beförderung zum Generalmajor und am 1. Oktober 1848 seine Ernennung zum Kommandanten von Hannover. In dieser Stellung wurde er am 23. Mai 1851 pensioniert.Hof- und Staats-Handbuch für das Königreich Hannover auf das Jahr 1851, S.199

Rettberg starb am 30. Oktober 1861 in Hannover. Er war Träger des Großkreuze des Guelphen-Ordens (1850), des österreichischen Leopold-Orden 2. Klasse, des Ernst-August-Kreuzes, der britischen Waterloo-Medaille und der Kriegsmedaille.

Familie Rettberg heiratete 1818 Julie Lodemann (* 31. Januar 1801; † Dezember 1847). Die Ehe blieb kinderlos.

Literatur Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1914, S. 764 Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 312 Nr. 390 North Ludlow Beamish: Geschichte der koeniglich deutschen Legion. Teil 2, . Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover, 1862, Anhang S. 5 Nekrolog

Einzelnachweise

Kategorie:Träger des Ernst-August-Kreuzes Kategorie:Träger des ö.k. Leopold-Ordens (Komtur) Kategorie:Großkreuz des Guelphen-Ordens Kategorie:Generalmajor (Hannover) Kategorie:Angehöriger der King’s German Legion Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Hannover) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Geboren 1785 Kategorie:Gestorben 1861 Kategorie:Mann Kategorie:Infanterist (Hannover)