Gosen (veraltet: Gohsen) ist ein Ortsteil der Gemeinde Gosen-Neu Zittau im Land Brandenburg.

Geographie Gosen ist der westliche Teil der Gemeinde Gosen-Neu Zittau und liegt ganz im Westen des Landkreises Oder Spree. Gosen wird im Osten durch den Kappstrom von Neu Zittau getrennt, im Süden grenzt es an die Reste des Wernsdorfer Sees und den restlichen Schmöckwitzer Werder und damit an den Berliner Ortsteil Schmöckwitz und im Westen wird es vom Seddinsee begrenzt. Im Norden grenzt Gosen an die Wälder und Wiesen rund um Kaniswall, die zum Berliner Ortsteil Müggelheim gehören.

Gosen liegt auf dem Schmöckwitzer Werders und umfasst den größten und nördlichsten Teil der durch den Oder-Spree-Kanal vom restlichen Werder abgetrennten Nordhälfte. Der Kappstrom und der Gosener Graben bilden die nördliche Grenze des Schmöckwitzer Werders. Zu Gosen gehören auch die Gosener Berge (auch: Gosenberge). Diese bilden den südlichsten Teil des Ortes, liegen teilweise in Berlin und erreichen Höhen von bis zu 77 Metern.

Geschichte Gosen wurde im Zuge der Friderizianischen Binnenkolonisation gegründet. Viele der ersten Kolonisten waren religiöse Flüchtlinge aus der Pfalz. Der Name des Ortes geht auf den biblischen Ort zurück, welcher in heutigen Bibelübersetzungen eher Goschen geschrieben wird. In Gosen fanden laut dem Buch Genesis die Hebräer unter Josef eine neue Heimat in Ägypten. Das märkische Gosen wurde 1752 als Spinnerdorf in Kreuz-Form gegründet und sollte 100 Kolonisten-Familien eine Heimat bieten. Die in den umliegenden Dörfern geplante Seidenraupenzucht sollte ihnen Arbeit geben. In Gosen sollte diese zu Seidenstoff gewebt und dann in die Residenzstadt Berlin verkauft werden. Die Seidenraupenzucht und damit auch die Weberei gingen jedoch bald ein und die Schifffahrt wurde zum größten Erwerbszweig im Spinnerdorf.

Vorwerk Gosen Neben den Kolonisten, die ihren Acker im Nordosten des Dorfes erhielten, wurde am Westende des Dorfes noch ein Gut mit rund 100 Morgen Ackerland angelegt. Das Gehöft befand sich an der heutigen Eichwalderstraße 33 bis 41 und die zugehörigen Ackerflächen lagen zu beiden Seiten der heutigen Eichwalder Straße am Seddinsee und Schmöckwitzer Werder.

Berliner Schweiz und Gosener Bohnen Um 1900 wurde Gosen zu einem beliebten Ausflugsziel für Berliner. Besonders die Schillerwarte auf den Gosener Bergen und das nahe Gasthaus "Berliner Schweiz" lockten Dampfertouristen in das kleine Schifferdorf, dass auch durch die sogenannten "Gosener Bohnen" in den Berliner Küchen bereits bekannt war.

Politik Der Ortsteil Gosen besitzt einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat. Ortsvorsteher ist Detlef Wiese.

Einzelnachweise

Kategorie:Gosen-Neu Zittau Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree