Elsa Steinmann (verwitwet), geborene Brunner, später verheiratete Banchini (* 30. Juni 1901 in Rheinfelden; † 28. Dezember 1973 in Locarno) war eine Schweizer Jugendschriftstellerin.
Leben Elsa Steinmann wurde als Tochter des Nationalrats und Stadtammans Fritz (Friedrich) Brunner und seiner zweiten Frau, Ida Brunner-Wüthrich (Aarau), in Rheinfelden geboren. Sie besuchte die Bezirksschule Rheinfelden und das Pensionat Lutry bei Lausanne. Nach der Heirat mit Rechtsanwalt Julius Steinmann zog sie in die Nähe von Freiburg nach Givisiez und später nach Villars-sur-Glâne und hatte zwischen 1923 und 1933 vier Töchter. Sie war jahrelange Hörerin an der Universität Fribourg (Literatur, Kunstgeschichte, Philosophie). Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1933 begann sie zu schreiben. Darin wurde sie vom Berner Mundartdichter Rudolf von Tavel und von Bundesrat Philipp Etter unterstützt. Gleichzeitig begann sie beim Schweizer Radio zu arbeiten. Sie hielt Kinderstunden, Zwischentexte für Opern, sowie Vortragszyklen über Ehefragen und Pädagogik, die später in Buchform erschienen. Ausserdem wurde sie Mitglied im Club Hrotsvit und der Società literaria.
Sie hat zahlreiche Jugendromane und Märchen sowie Radiohörspiele für Kinder geschrieben. Daneben war sie Übersetzerin von Büchern von Pierre Dufoyer und schrieb Beiträge für Schweizer Zeitungen und Zeitschriften. Ihre drei erfolgreichsten Jugendbücher waren Der Sohn des Gondoliere, Lia und die roten Nelken und Remo der Steppenhirte. Mehrere ihrer Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt: Französisch, Italienisch, Englisch, Holländisch, Dänisch und Finnisch. Ihr Roman Der Sohn des Gondoliere wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt.
1942 zog sie mit ihrer Familie ins Tessiner Dorf Neggio bei Lugano, wo sie sich 1944 zum zweiten Mal verheiratete mit dem 22 Jahre älteren Ingenieur Tomaso Banchini. Sie absolvierte Vortragstourneen in der Schweiz und Deutschland. Nach dem Tod ihres Mannes 1968 verbrachte sie, selber erkrankt, lange Erholungsaufenthalte in Frankreich und Italien. In ihren letzten Lebensjahren war sie völlig gelähmt.
«Neben Emil Roniger und Adolf Frey ist Elsa Steinmann die dritte wichtige, vielgelesene Dichterpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts aus dem Fricktal.»
Auszeichnungen 1958: Buchankauf durch die Schweizerische Schillerstiftung 1954, 1955: Preise in Wettbewerben des Radio Studios Basel; die Originalausgabe des Jugendbuches Der Sohn des Gondoliere wurde in das «Verzeichnis der besten Jugendbücher des Jahres» in der Bundesrepublik Deutschland, die englische Ausgabe in jenes der USA aufgenommen.
Schriften ’s Freudeliechtli. A. Francke AG., Bern, 1932. Gschichtli us em Sunneland. A. Francke AG., Bern, 1934. Meieli. A. Francke AG., Bern, 1934. Pariser Kinder in der Schweiz. Fröhliche Ferienerlebnisse. A. Francke AG, Bern 1936. Vom lachige Dierlibärg (Nach Aesopschen und anderen Fabeln). O. Walter A.G., Zürich 1937. Der wunderbare Brunnen. Ein Wintermärchen. O. Walter A.-G., Olten 1937. Franziska oder Die Kühnheit des Vertrauens. Roman. Benziger & Co. AG., Einsiedeln 1938. Sommer im Gand Eine Geschichte vom Walensee. O. Walter A.G., Olten 1939. Kluge Mütter, glückliche Kinder. Lebendige Kindererziehung. Benziger & Co. AG., Einsiedeln 1941. Weihnachten im Ärmelkanal. Christliche Vereinsbuchhandlung, Zürich 1945. Der kleine Korbmacher. Zürich 1945. Franzli zieht den Sorgenkarren. Evangel. Verlag A.G., Zollikon/Zürich 1946. Probleme des jungen Mädchens. Gotthelf-Verlag, Zürich 1946. Vom Lobgesang der Welt. Die Geschichte des neuen Paradieses. Köln : Benziger & Co. AG., Einsiedeln 1947. Eheschwierigkeiten von der Frau aus gesehen. P. Haupt, Bern 1948. Leiden und Klippen in der glücklichen Ehe. P. Haupt, Bern 1949. Wie die Welt erschaffen wurde. Globi-Verlag, Zürich 1950. Antoinettchen Güldenhaar und andere wunderbare Geschichten. Buchgemeinschaft Ex libris, Zürich 1951. Ruthlis wunderbarer Traum. Für liebe Kinder. Globi-Verlag, Zürich 1955. Wie Tim zum Circus kam. Für liebe Kinder. Globi-Verlag, Zürich 1955. Schöner Malcantone. P. Haupt, Bern 1955. Der Sohn des Gondoliere. Herder, Freiburg im Breisgau 1956. Der rote Luftballon und andere lustige Geschichten. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1957. Lia und die roten Nelken. Herder, Freiburg im Breisgau 1958. Lebendiger Karmel. Vom Leben der Karmelitinnen. Von einer Karmelitin von Le Pâquier. Paulusverlag, Freiburg 1959. Remo und die Steppenhirten. Herder, Freiburg 1962.
Literatur Schweizer Schriftsteller der Gegenwart. Francke, Bern 1962, S. 18. Doris Stump, Maya Widmer, Regula Wyss, unter Mitarbeit von Sabine Kubli: Deutschsprachige Schriftstellerinnen in der Schweiz 1700–1945. Eine Bibliographie. Limmat, Zürich 1994, ISBN 978-3-85791-214-6, S. 206–207. Hedwig Ruth-Büttiker: Elsa Steinmann-Brunner (1901-1973). In: Rheinfelder Neujahrsblätter. Band 48, 1992, S. 102-116 (e-periodica.ch).
Weblinks Publikationen von und über Elsa Steinmann im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek Literatur von und über Elsa Steinmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Steinmann, Elsa (Dossier) Im Gosteli-Archiv zur Geschichte schweizerischer Frauenbewegungen
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