Der Gelbsteiß-Mistelfresser (Pachyglossa chrysorrhea), Syn. Dicaeum chrysorrheum, ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel kommt von Nordostindien, Bangladesch, Bhutan, Brunei, Nepal über Kambodscha, China, Laos, Myanmar, Vietnam bis Indonesien, Singapur, Malaysia und Thailand vor.

Das Verbreitungsgebiet umfasst tropischen oder subtropischen feuchten Tiefland- und Bergwald, Sekundärwald, Mischwald und überschwemmte und sumpfige Waldgebiete, auch Heidewald, alte Gummiplantagen, Gärten und Waldränder bis in Höhenlagen von 245 m. ü. M. in Nepal, über 2000 m in Bhutan, bis 700 m in Sumatra und bis 1700 m in Borneo.

Der Artzusatz kommt von und .

Merkmale Der Vogel ist 9–10 cm groß und wiegt 9–10 g, ein grünlicher Mistelfresser mit kräftig gestrichelter Unterseite und langem, gebogenem Schnabel. Das Männchen hat weiße Zügel, darunter einen weißen Streif. Kopfkappe, Nackenseiten und Oberseite sind leuchtend olivgrün, die Flügel und der Schwanz sind schwarz. Die Kehle ist weiß, der Bartstreif grau-schwarz. Brust und Unterseite sind cremeweiß, schwärzlich gestrichelt, die Unterschwanzdecken sind gelb oder orangefarben. Die Iris isst orangefarben oder orangerot, der Schnabel dunkelgrau oder schwärzlich, die Beine sind dunkelgrau.

Die Geschlechter unterscheiden sich kaum, Weibchen haben weniger helle Unterschwanzdecken. Jungvögel sind an der Oberseite matter, an der Unterseite grauer und haben schmalere und weniger scharf begrenzte Strichelung, der Schnabel ist blass mit schwarzer Spitze.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: P. chrysorrhea chrysochloris (, 1843)E. Blyth: Dicaeum chrysochlore. In: Journal of the Asiatic Society of Bengal, Band 12, Teil 2, Nummer 143, S. 1009, 1843, Biodiversity Library – Himalaya von Nepal über Nordostindien und Indochina bis Thailand, Brust und Bauch sind gelblich-weiß und ausgeprägter grau-schwarz gestrichelt, die Unterschwanzdecken sind leuchtend goldgelb. P. chrysorrhea chrysorrhea (, 1829), Nominatform – Malaiischen Halbinsel, Sumatra, Borneo, Java, Madura und Bali. Die vorgeschlagene Unterart Dicaeum chrysorrheum intensum , 1921,E. C. S. Baker: Dicaeum chrysorrheum intensum. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 41, Nummer 259, S. 108, 1921, Biodiversity Library wird als Synonym für P. chrysorrhea chrysochloris angesehen.

Taxonomie und Systematik In den meisten älteren Werken wird die Art, als Dicaeum chrysorrheum, in eine weit gefasste Gattung Dicaeum mit einbezogen.

Untersuchungen anhand der mitochondrialen DNA, zuerst durch Jacob Saucier und Kollegen, später auch durch Jon Fjeldså und Kollegen, haben aber ergeben, dass sie, mit einigen anderen vorher in die Gattung Dicaeum eingeordneten Arten eine eigene Klade bildet. Für diese wurde der alte, vorher lange synonymisierte Gattungsname Pachyglossa, als dritte Gattung der Familie der Mistelfresser, wieder eingesetzt. Die Gattung Pachyglossa umfasst demnach, neben dieser Art, sechs weitere Arten. Die Art wird deshalb jetzt als Pachyglossa chrysorrhea in die wieder errichtete Gattung Pachyglossa gestellt.

Stimme Die Lautäußerungen werden als einzelnes „zeet“, der Flugruf als wiederholtes „zit-zit-zit“, auch als „chip-a-chip-tree“ beschrieben.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel, Erkundungsflüge kommen jedoch vor. Offenbar tauchen Vogel von der Malaiischen Halbinsel jährlich in Singapur auf.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten und kleinen Feigen (Ficus), Beeren der Muntingia calabura, Nektar, aber auch Insekten, die auf allen Wuchsebenen gesucht werden.

Die Brutzeit liegt in Indien zwischen April und August, auf der Malaiischen Halbinsel wurden Jungvögel im Mai und im September beobachtet. Das Nest wird von beiden Elternvögeln binnen 4–5 Tagen gebaut, eine gut getarnte Tasche aus Moos, Gras, Pflanzenfasern, Baumwollfutter und Spinnweben, meist in mehreren Metern Höhe an einen Busch oder Ast gehängt. Das Gelege besteht aus 2–3 weißen Eiern, die von beiden Eltern ausgebrütet werden.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur C. J. Temminck: Dicaeum chrysorrheum. In: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux, pour servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon livr.80, Band 4, S. 478, Abbildung 1, 1829, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke und C. Mann: Yellow-vented Flowerpecker (Pachyglossa chrysorrhea), version 1.1. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. R. A. Cheke und C. Mann: Yellow-vented Flowerpecker (Dicaeum chrysorrheum), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

J. Saucier, C. M. Milensky, M. A. Caraballo-Ortiz, R. Ragai, N. F. Dahlan und D. P. Edwards: A distinctive new species of flowerpecker (Passeriformes: Dicaeidae) from Borneo. In: Zootaxa, 4686, Heft 4, S. 451–464, 2019, . Jon Fjeldså, Les Christidis, Per G. P. Ericson: The Largest Avian RadiationThe Evolution of Perching Birds, or the Order Passeriformes. Lynx Nature Books 2020. ISBN 978-84-16728-33-6.

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier der Philippinen