mini|Katholische Kirche St. Dionysius in Kerken-Nieukerk St. Dionysius in Nieukerk, westlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Dionysius (Kerken). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Dionysius von Paris, einem der vierzehn Nothelfer, und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine dreischiffige Pseudobasilika und hat 325 Sitzplätze.
Geschichte Der erste Sakralbau in Nieukerk war höchstwahrscheinlich eine Kapelle aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, wurde 1218 als Mutterkirche des Landes Geldern bezeichnet und umfasste auch die früher selbstständige Gemeinde in Aldekerk. Das Gotteshaus war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder eigenständig. Von St. Dionysius (Nieukerk) wurden 1614 St. Antonius (Sevelen) und 1804 St. Antonius Abbas (Hartefeld) abgepfarrt.
Baubeschreibung Um 1150 entstand in Nieukerk eine romanische Kirche, die im 15. Jahrhundert gotisiert wurde. Nach der Restaurierung des Turmes um 1400 folgten neugotische Umgestaltungen des Chores 1421 und des Langhauses 1453. Infolge eines schweren Unwetters gab es 1591 viele Brandschäden im Turm und im Gotteshaus, sodass weitere Umbauten notwendig waren. Durch einen Blitzschlag brannte der Glockenturm 1680 vollständig aus und wurde mit einem barocken Helm neu errichtet.
St. Dionysius in Nieukerk ist eine dreischiffige Pseudobasilika mit Querhaus und besitzt ein Rippengewölbe unter Satteldächern. Der Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten. Der Fassadenturm im Westen hat ein Pyramidendach mit Laterne. Die polygonale Sakristei mit Zeltdach im Nordosten ist eingeschossig. Neben den drei Schiffen aus Tuffstein besteht das restliche Gotteshaus aus rotem Ziegelmauerwerk. Die Kirche besitzt Dächer aus Naturschiefer.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1868, die Kaplanei mit Clubhaus von 1924, die Küsterei von 1850, das Pfarrheim von 1933, die Bücherei von 1925, der Kindergarten St. Johannes von 1967, der Kindergarten St. Raphael von 1977 sowie das Altenheim St. Elisabeth von 1888. Das Gotteshaus steht seit dem 14. Februar 1986 mit der Denkmalnummer 37 in der Liste der Baudenkmäler in Kerken.
Strukturentwicklungen Am 23. Mai 2010 fusionierten die Pfarreien St. Peter und Paul (Aldekerk), St. Dionysius (Nieukerk) und St. Thomas (Stenden) zur neuen Großpfarrei St. Dionysius (Kerken), wobei St. Peter und Paul die Hauptkirche wurde und St. Dionysius seitdem nur noch eine Filialkirche der gleichnamigen Gemeinde ist.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Anna Issum (Sevelen), St. Maria Magdalena (Geldern), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Gelderland“.
Glocken Im Turm von St. Dionysius in Nieukerk hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:
Glocke 1: Schlagton: des1; Ø 151 cm; Gießerei: Peter von Trier (Trier); Gussjahr: 1680 Glocke 2: Schlagton: es1; Ø 133 cm; Gießerei: Jean Petit (Nieukerk); Gussjahr: 1729 Glocke 3: Schlagton: f1; Ø 118 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1955 Glocke 4: Schlagton: as1; Ø 96 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1955.
Orgel Die Firma Franz Breil (Dorsten) baute 1975 für St. Dionysius eine Pfeifenorgel mit 13 Registern. Die Spieltraktur war mechanisch und die Registertraktur elektrisch.
1977 schuf die Firma Rieger Orgelbau (Schwarzach/A) nach dem Entwurf von Hans Böhringer (Stuttgart) eine Orgel für die Kirche St. Johannes Maria Vianney in Stuttgart-Mönchfeld. Wegen des Neubaus dieses Gotteshauses wurde die Orgel an die Gemeinde St. Dionysius verkauft und in Nieukerk durch Stephan Trostheide (Oelde) aufgebaut. Dieser Orgelbauer übernahm die Intonation zusammen mit Matthias Wirth (Kevelaer). Die am 4. Advent 2022 geweihte Schleifladen-Orgel hat 18 Register sowie zwei Manuale (C – g3) mit Pedal (C – f1) und zahlreiche Spielhilfen. Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Dionysius (Nieukerk) Website vom Kreisdekanat Kleve
Einzelnachweise
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