Otto Schön (* 26. März 1893 in Suhl; † 1. September 1971 in Göppingen) war ein deutscher Grafiker und Maler. Schön war Vertreter der Neuen Sachlichkeit.

Leben und Wirken Otto Schön absolvierte die Grund- und Oberschule in Suhl und studierte ab 1910 Handzeichnung, Radierung und Lithographie an der Kunstgewerbeschule München, wo Robert Engels zu seinen Lehrern gehörte. Erste künstlerische Erfolge verzeichnete er um 1914/15. Seine Arbeiten erregten in Brakls Kunsthaus in München Aufmerksamkeit wegen Schöns besonderer Technik und der Eindringlichkeit der Arbeiten. Von 1915 bis 1918 diente er im Ersten Weltkrieg. In einer Art Kriegstagebuch entstanden Zeichnungen und Gedichte. Konkret schrieb er auch über seinen Kriegsmarsch durch Galizien. Während und nach dem Krieg war Schön mit seinen Arbeiten in Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen sehr zahlreich in Deutschland und im Ausland vertreten.

1919 und 1920 unterrichtete er für zwei Semester an der Kunstschule in München. In dieser Zeit wandte er sich auch autodidaktisch der Malerei zu, wobei er zunehmend neue Verwirklichkeitsmöglichkeiten für sich entdeckte. Er entwarf zusammen mit Robert Engels für die Festspiele des Nationaltheaters München Figurinen zu Webers Oberon.

Er war Mitglied der Münchner Sezession und bei allen zugehörigen Ausstellungen von 1920 bis 1935 und von 1947 bis 1949 vertreten, er wurde auch mehrfach in die Jury berufen. 1931 heiratete er Johanna Freund, genannt Hans oder Hansi. Sie war Malerin und Kunstgewerblerin. Sie war Schöns Cousine, d. h. die Tochter seines aus Suhl stammenden Onkels, des Graveurs Otto Freund. Fortan trug sie den Doppelnamen Freund-Schön.

Schöns künstlerischen Stil beschrieb der Kunsthistoriker Wolfgang Knop folgendermaßen: „Gefühl und Verstand, schöpferische Gelöstheit und naturverpflichtete Strenge, frei waltende Phantasie und sachliche Gegenstandsgebundenheit, flächige Großzügigkeit und körperbetonte Differenzierung, das sind die Pole seines Schaffens“.Wolfgang Knop. Plastizität und sachliche Gegenstandsklarheit. Über den Grafiker und Maler Otto Schön, S. 5, in: Stadtverwaltung Suhl, Kulturamt (Hg.), 1993. Otto Schön und Suhl. Grafiken, Malereien, Dokumente, S. 3–10

1934 erhielt er mit dem Dürer-Preis der Stadt Nürnberg die höchste Auszeichnung seiner künstlerischen Laufbahn. Zahlreiche seiner Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken gelangten in private, städtische und staatliche Sammlungen in Deutschland, England, Amerika und der Schweiz.

1936 wurde Schön als Reserveoffizier erneut zum Kriegsdienst eingezogen. Als er 1945 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, war ein Großteil seines künstlerischen Lebenswerkes vernichtet. Das anschließende Leben in Notquartieren und der Tod seiner Frau 1947 machten ihm eine künstlerische Tätigkeit für lange Zeit unmöglich, so dass er erst nach 1958 wieder mit dem Malen und Zeichnen begann. Er starb am 1. September 1971 in Göppingen. Seine Urne ist auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Suhl beigesetzt.

Werke von Schön wurden posthum auf Ausstellungen gezeigt. So war er bei der katalogbegleiteten Wanderausstellung Welt im Umbruch. Kunst der 20er Jahre vertreten, die 2019 im Bucerius Kunst Forum und 2020 im Münchner Stadtmuseum stattfand.Künstlerliste. In: buceriuskunstforum.de. (PDF; 0,2 MB) Abgerufen am 14. Juli 2026. 2025 war sein Stillleben Goldlack mit Kakteen, das sich in der Sammlung des Angermuseums befindet, titelgebend für die dort stattfindende Ausstellung Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt. Sammlungspräsentation von 1700 bis heute.Goldlack und Kakteen. Aufbrüche, Umbrüche und die Kunst in Erfurt. Sammlungspräsentation von 1700 bis heute. In: kunstmuseen.erfurt.de. Abgerufen am 14. Juli 2026.

Werke (Auswahl) Mappenwerke Flieger, 1922, Bauernkrieg 1525, 1925, und Auf Gehts, 1926 Atelierstillleben, 1926, Leinwand, 81,6 × 66 cm, Signatur unten rechts „Otto Schön. 26“, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München (Inventarnummer G 18592)Atelierstillleben. In: sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de. Abgerufen am 14. Juli 2026. Stilleben mit gelben Krug, 1926, Öl auf Leinwand, 56 × 50 cm, Pinakothek der Moderne, München (Inventarnummer 9365) Goldlack mit Kakteen, 1930, Öl auf Leinwand, 71,5 × 53 cm, Angermuseum, Erfurt, Dauerleihgabe der Ernst von Siemens KunststiftungOtto Schön, Goldlack mit Kakteen, 1930. In: ernst-von-siemens-kunststiftung.de. Abgerufen am 14. Juli 2026. Am Schminktisch, 1930, Waffenmuseum SuhlBild macht Lust auf mehr von Schön. In: insuedthueringen.de. 26. Mai 2023. Abgerufen am 14. Juli 2026. Stilleben mit Früchten, 1932, Pappe, 36 × 47 cm, Pinakothek der Moderne, München (Inventarnummer 9942) Kuhstall, Leinwand, 75,5 × 60,5 cm, Pinakothek der Moderne, München (Inventarnummer 9144)Werke von Otto Schön. In: sammlung.pinakothek.de. Abgerufen am 14. Juli 2026.

Literatur Wolfgang Knop: Plastizität und sachliche Gegenstandsklarheit. Über den Grafiker und Maler Otto Schön, S. 5, in: Stadtverwaltung Suhl, Kulturamt (Hg.), 1993. Otto Schön und Suhl. Grafiken, Malereien, Dokumente, S. 3–10 Wolfgang Knop: Otto Schön als Zeichner. In: Südthüringer Forschungen, Heft 19, Meiningen 1984, S. 48. ff. - Julius Kober: Der Maler Otto Schön. In: Thüringer Heimatkalender 1965, 10. Jg., Würzburg. Clément Morro: Otto Schön. In: La Revue Moderne Illustrée des Arts et de la Vie, Nr. 3, Paris, 15. Februar 1936, S. 13 ff.

Julius Kober: Der Maler Otto Schön. In: Thüringer Heimatkalender 1965, 10. Jg., Würzburg o. J.

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