Das Vinarium Lendava (, ) ist ein Aussichtsturm in den Lendava-Hügeln (Lendavske gorice) im Nordosten Sloweniens. Der 2015 errichtete Turm ist eine Touristenattraktion und gilt als modernes Wahrzeichen der strukturschwachen Region Prekmurje.

Geschichte Das Projekt eines „Aussichtsturms an der Touristenstraße Lendavske gorice“ wurde mit knapp 951.000 Euro durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Im Juli 2014 legte ein Architekturbüro aus Maribor um Oskar Virag und Iztok Rajšter seinen Entwurf vor, der letztlich den Zuschlag erhielt. Erstmals überhaupt kam bei einem Bauprojekt in Slowenien das Building Information Modeling zum Einsatz. Die Bauarbeiten erfolgten von 13. Januar bis 25. Juli, die feierliche Eröffnung am 2. September 2015 durch den Bürgermeister von Lendava im Beisein des slowenischen Außenministers Karl Erjavec und des ungarischen Wirtschaftsministers Mihály Varga.

2016 verlieh der slowenische Tourismusverband dem Vinarium den Sejalec-Preis, der jährlich an kreative und innovative touristische Projekte vergeben wird. Nach anfänglichen Zweifeln an der Sinnhaftigkeit entwickelte sich der Aussichtsturm in den Jahren nach seiner Eröffnung zu einem beliebten Ausflugsziel für Gäste aus Slowenien und den nahegelegenen Ländern Ungarn, Kroatien und Österreich. Am 1. Mai 2019 wurden erstmals über 2000 Eintrittskarten an einem Tag verkauft. Bis September desselben Jahres konnten insgesamt 375.000 Tickets abgesetzt werden, womit die erwarteten Besucherzahlen bei weitem übertroffen wurden. 2019 fand zum dritten Mal ein Treppenlauf am Vinarium statt, die Bestzeit für die 240 Stufen und 42 Meter Höhe steht bei 44,92 Sekunden.

Nach zweimonatiger COVID-bedingter Sperre wurde im August 2020 mit 18.246 Besuchern ein neuer Monatsrekord aufgestellt. Die Freiflächen um den Turm sind regelmäßig Schauplatz kultureller Veranstaltungen, oft mit kulinarischem Schwerpunkt. Indem sie dort 1801 Kilogramm Bograč – ein traditionelles Gericht der Region Prekmurje, vergleichbar mit Pörkölt oder Gulasch – ausschenken ließ, sicherte sich die Gemeinde Lendava am 4. September 2021 einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Seit 2022 führt eine gut 500 Meter lange Seilrutsche von der höchsten Erhebung der Lendava-Hügel zu einem Spielplatz am Fuß des Aussichtsturms.

Beschreibung mini|Vinarium Lendava von Norden Das Vinarium Lendava misst vom Boden bis zur Turmspitze 53,3 Meter, die höchste Aussichtsplattform befindet sich in 42 Metern Höhe. Es handelt sich dabei um eine Stahlkonstruktion auf einem kreisrunden Grundriss aus Stahlbeton. Ein verglaster Panoramaraum direkt unter der obersten Plattform verfügt über Vitrinen, die der Ausstellung von Fotos und Kunsthandwerk dienen. Die freiliegende Treppe, die sich achtmal um den Fahrstuhl windet, ist einer gen Himmel wachsenden Weinrebe nachempfunden, während die äußeren Stützen an einen Flechtkorb erinnern. Mit dem Namen „Vinarium“ wurde dem seit der Römerzeit für die Region wichtigen Weinbau Tribut gezollt. Im Erdgeschoss befinden sich ein Souvenirshop und eine Informationsstelle mit Ticketverkaufsschalter sowie ein Restaurant. Der Aussichtsturm selbst verfügt über eine Kapazität von 50 Personen.

Obwohl die ursprünglich geplante Bauhöhe von 60 Metern nach Protesten lokaler Architekten nicht realisiert wurde, war das Vinarium ab dem Zeitpunkt seiner Eröffnung fast neun Jahre lang der höchste Aussichtsturm Sloweniens. Im Mai 2024 wurde er durch den 106 Meter hohen Stolp Kristal in Rogaška Slatina deutlich übertroffen.

Panorama mini|Aussichtsplattform mit Blickrichtung Norden (nach Ungarn) Aufgrund seines Standorts fast 150 Meter über dem Murtal bietet sich vom Vinarium Lendava ein weitreichendes Panorama über Slowenien und drei seiner Nachbarländer. Die ungarische Staatsgrenze liegt etwa einen Kilometer östlich, die kroatische fünf Kilometer südlich und die österreichische 34 Kilometer westnordwestlich des Turms.

Bei guter Fernsicht reicht der Blick von Westen bis Norden über das Bachergebirge, das Steirische Randgebirge und Grazer Bergland bis zum Günser Gebirge. Im Vordergrund lassen sich die Erhebungen der Windischen Bühel, Goričko und Őrség überblicken. Richtung Osten sind die Hügel am Nordwestufer des Balaton auszumachen. Gen Süden zeigen sich jenseits des Mur- und Draubeckens (letzteres mit den beiden Stauseen Varaždinsko und Dubravsko jezero) die Gipfel von Ivanšćica und Kalničko gorje. Bei besonders klarem Himmel können im Nordwesten der Hochschwab sowie im Südwesten die Medvednica gesehen werden.

Weblinks Offizielle Website Drohnenrundflug (2015) auf YouTube

Einzelnachweise

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