Cláudia Maria Azevedo do Nascimento Clemente (* 22. Juli 1970 in Porto) ist eine portugiesische Autorin und Filmschaffende. Sie ist sowohl Schriftstellerin als auch Drehbuchautorin, Filmschauspielerin und Filmregisseurin. Auch als Fotografin ist sie tätig, mit mehreren Ausstellungen insbesondere ihrer Selbstporträt-Serie Playing with myself (Lissabon 2014, Porto 2015, Guimarães 2015, Torres Vedras 2015), die sie auch international vermarktet und der zwei weitere Serien folgten.Cládia Clemente bei Saatchi Art, abgerufen am 18. Juni 2026
Leben Cláudia Clemente studierte Architektur in ihrer Heimatstadt, an der Universität Porto (Abschluss 1995). An der Micro-Obert-Schule in Barcelona studierte sie Filmregie (1996–1997) und belegte später einen weiteren Kurs in Film- und Fernsehregie an der Restart-Schule in Lissabon (2005–2007). Dazu schloss sie einen Gulbenkian-Lehrgang für das Schreiben von Spielfilm-Drehbücher der London Film School ab (2006).
Parallel widmete sie sich dem literarischen Schreiben. 2003 erschien mit O Caderno Negro ihre erste Erzählung, 2010 folgte mit A Fábrica der Nachfolger.
Nach ersten Erfahrungen als Schauspielerin (2004 als Schwester Chloé in Charlotte Brändströms Fernseh-Miniserie Julie – Agentin des Königs) folgten einige weitere Rollen für João Botelho (in der prämierten Pessoa-Verfilmung Filme do Desassossego 2010), Edgar Pêra und vereinzelten Auftritten in Fernsehserien.
Ab 2007 widmete sie sich auch der Filmregie, zunächst mit einigen Kurzfilmen, zu denen sie gelegentlich auch die Drehbücher schrieb, und dabei gelegentlich auch ihre eigenen Buchvorlage verfilmte, etwa mit A Fábrica (2008) oder A Casa Azul (2012). Ihr Dokumentarfilm & Etc (2007) über den gleichnamigen portugiesischen Verlag, für den sie auch am Drehbuch und an der Kamera mitarbeitete, ihn mit produzierte und ihn schnitt, erhielt mehrere Preise und wurde 2010 von Midas Filmes als DVD veröffentlicht.& Etc, DVD-Cover und Pappschuber, Midas Filmes, Lissabon 2010
2012 veröffentlichte sie ihr erstes Theaterstück, der Monolog Londres, der im gleichen Jahr aufgeführt und mit dem gemeinsamen Großen Theaterpreis von SPA und des Lissabonner Teatro Aberto ausgezeichnet wurde.
Sie schrieb weiter Drehbücher, für sich selbst, aber auch für andere Kino- und Fernsehproduktionen, auch international. Besonders erfolgreich wurde Patrícia Sequeiras Kinofilm Snu, ein Biopic über die in Portugal wirkende dänische Verlegerin und Frauenrechtlerin Snu Abecassis (1940–1980) und ihr bewegtes Leben bis zu ihrem tragischen Tod 1980 beim Flugunfall bei Camarate. Zu nennen aber auch Clementes Mitarbeit bei Serien wie A Espia (2020), einem hochkarätig besetzten Mehrteiler des öffentlich-rechtlichen Kanals RTP1 über Spioninnen im neutralen Portugal während des Zweiten Weltkriegs (von Jorge Paixão da Costa, u. a. mit Daniela Ruah, Maria João Bastos, Diogo Morgado, Adriano Carvalho, Marco D’Almeida und António Capelo).
Als Regisseurin drehte sie dann häufiger Fernsehfilme, etwa 2020 Quatro Mulheres ao Pé da Água (mit Miguel Borges, Maria do Céu Guerra, Ana Padrão u. a.) oder 2022 O Anel (eine Verfilmung der gleichnamigen Erzählung von Patrícia Maia Noronha, mit Anabela Faustino, Ana Bustorff, Francisca Frazão u. a.).
Sie blieb seither weiter in allen Bereichen aktiv, von Regie bis Literatur, von Drehbüchern bis zur Fotografie. 2021 führte sie Regie beim Fernsehfilm Na Porta ao Lado - Esperança (mit Rita Loureiro, Miguel Guilherme, Cristóvão Campos, Ana Cristina de Oliveira u. a.), zu dem sie auch das Drehbuch schrieb. 2024 drehte Regisseur João Brás die gleichnamige Verfilmung ihrer Erzählung O Anjo do Tesouro de Mafra für RTP1. Und 2025 wurde die Spioninnen-Miniserie von 2020 mit As Espias weitergeführt, wieder unter Mitarbeit von Clemente am Drehbuch, diesmal in Koproduktion mit dem polnischen Kraków Film Klaster, aber wieder für die RTP1 und wieder hochkarätig besetzt (neben wiederkehrenden Namen wie Maria João Bastos oder Adriano Carvalho wirkten diesmal Lúcia Moniz, Gabriela Barros, Kelly Bailey, Ana Vilela da Costa u. a. mit, João Maia führte Regie).Eintrag zu Cláudia Clemente in der portugiesischen Filmdatenbank Memoriale Cinema Português, abgerufen am 17. Juni 2026Eintrag zu Cláudia Clemente bei Wook.pt, dem Online-Handel der Porto Editora, abgerufen am 17. Juni 2026
Auszeichnungen und Nominierungen Film 2007: Preis der Tóbis für den Besten kurzen Dokumentarfilm beim Doclisboa Filmfestival für & Etc. (Gewonnen) 2007: CGD-Preis für den besten portugiesischen Film des portugiesischen Kameraleute-Verbands IMAGO für & Etc. (Gewonnen) 2014: International-Fantasy-Preis für den besten Kurzfilm beim Fantasporto Filmfestival für Blind Date (nicht gewonnen) 2014: Bester Portugiesischer Film beim Fantasporto-Filmfestival für Blind Date (nicht gewonnen) 2017: Preis für das beste adaptierte Drehbuch beim Caminhos do Cinema Português Filmfestival für O Dia em Que as Cartas Pararam (Gewonnen) 2020: Preis für das Beste Kino-Drehbuch der Prémios Aquilo für Snu (nicht gewonnen) 2020: Preis für den besten Fernsehautor des Troféu Quinto Canal für 24 Land (Gewonnen)Auszeichnungen und Nominierungen für Cláudia Clemente in der Internet Movie Database, abgerufen am 17. Juni 2026
Literatur 2011: Großer Theaterpreis (Grande Prémio de Teatro) der SPA/Teatro Aberto für Londres (Gewonnen) 2016: Finalist des Prémio Literário Correntes d'Escritas für A Casa Azul (nicht gewonnen) 2016: Endauswahl zum Buch des Jahres (Livro do ano) der portugiesischen Ausgabe des Time Out Magazins für A Casa Azul (nicht gewonnen)
Filmografie Regie 2006: Gigi (Kurzfilm) 2007: & Etc (Kurzfilm, Doku) 2008: A Mulher Morena (Kurzfilm), auch Drehbuch 2008: A Fábrica (Kurzfilm), auch Drehbuch 2009: A Outra (Kurzfilm), auch Drehbuch 2012: A Casa Azul (Kurzfilm), auch Drehbuch 2014: Blind Date (Kurzfilm) 2015: O Retrato (Kurzfilm), auch Drehbuch 2017: O Dia em Que as Cartas Pararam (Fernsehfilm), auch Drehbuch 2021: A Abóbada (Fernsehfilm) 2021: Na Porta ao Lado: Esperança (Fernsehfilm), auch Drehbuch 2022: Quatro Mulheres ao Pé da Água (Fernsehfilm), auch Drehbuch 2024: O Anel (Fernsehfilm) Darstellung 1997: Noche (Kurzfilm), Regie: David Egea 1999–2000: Médico de Família (Fernsehserie, 3 Folgen) 2004: Julie – Agentin des Königs (Miniserie, 1 Folge) 2006: The End (Kurzfilm), Regie: Vítor Candeias 2010: Filme do Desassossego; Regie: João Botelho 2011: Um Poema por Semana (Fernsehserie) 2012: Cinesapiens (Kurzfilm); Regie: Edgar Pêra 2014: Lisbon Revisited (Sprechrolle); Regie: Edgar Pêra 2016: O Espectador Espantado; Regie: Edgar Pêra Drehbuch 2008: A Mulher Morena (Kurzfilm), auch Regie 2008: A Fábrica (Kurzfilm), auch Regie 2009: A Outra (Kurzfilm), auch Regie 2012: A Casa Azul (Kurzfilm), auch Regie 2015: O Retrato (Kurzfilm), auch Regie 2017: O Dia em Que as Cartas Pararam (Fernsehfilm), auch Regie 2019: Snu; Regie: Patrícia Sequeira 2020: Dehesa – Spaniens Serengeti – Der Wald des iberischen Luchses (Dehesa, el bosque del lince ibérico), mit Carlos De Hita und Joaquín Gutiérrez Acha 2020: 24 Land (Miniserie, 8 Folgen) 2021: Na Porta ao Lado: Esperança (Fernsehfilm), auch Regie 2022: Quatro Mulheres ao Pé da Água (Fernsehfilm), auch Regie 2022: Contado por Mulheres (mit anderen; Miniserie, 1 Folge) 2024:Cândido (mit anderen); Regie: Jorge Paixão da Costa 2025: O Anjo do Tesouro de Mafra (Romanvorlage; Fernsehfilm); Regie: João Brás 2025: Broken Spies (Espias; Miniserie, 7 Folgen)
Literatur 2003: O Caderno Negro (Tinta Permanente, ISBN 978-972-8979-24-9) 2010: A Fábrica da Noite (Ulissea, ISBN 978-972-56863-4-8) 2012: Londres (INCM, ISBN 978-972-27207-4-8) 2014: A Casa Azul (Planeta, ISBN 978-989-65755-3-3) 2018: A Preto e Branco (Book Builders, ISBN 978-989-99721-9-3) 2020: Mais um Dia na Terra do Nunca (Edições Humus, ISBN 978-989-75551-8-3) 2020: 12Catorze N.º 06 (mit Casimiro de Brito und Rui Xerez de Sousa; Edições Humus, ISBN 978-989-75551-9-0) 2020: Tatuagens de Luz (Documenta, ISBN 978-989-90064-3-0) 2021: Sonata para Olvido (Edições Humus, ISBN 978-989-75561-9-7)
Weblinks
Persönliche Website (portugiesisch, englisch) Eintrag zu Cláudia Clemente in der portugiesischen Filmdatenbank Memoriale Cinema Português Eintrag zu Cláudia Clemente bei Wook.pt, dem Online-Handel der Porto Editora Cláudia Clemente beim Streamingdienst Mubi
Siehe auch Portugiesischer Film Portugiesische Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Portugiesisch) Kategorie:Literatur (Portugal) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drama Kategorie:Fotograf (Portugal) Kategorie:Portugiese Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Frau