Toril Sivertsen (* 11. März 1948 in Beiardalen, Beiarn) ist eine norwegische Kunsthandwerkerin samischer Abstammung, die sich für die Bewahrung der Pitesamischen Sprache, Kultur und Geschichte einsetzt und eine der letzten Personen, die pitesamisches Duodji beherrscht.

Leben mini|Historisches Siedlungsgebiet der Pitesamen Toril Sivertsen wuchs in Beiardalen in der Gemeinde Beiarn auf, ihre Mutter stammte aus Vesterli in der Gemeinde Skjerstad, der Urgroßvater war Rentierzüchter. Da ihre Mutter ihre samische Herkunft jedoch verdrängte, ist wenig darüber bekannt geblieben. Ihr Vater war Messermacher und betrachtete sich als Norweger, seine Familie stammte aus Bjøllånes in Rana. Die Familie war über mehrere Generationen eng verbunden mit der ihres zukünftigen Mannes Knut Sivertsen. Torils Hinwendung zu ihren samischen Wurzeln wurde von ihren Eltern missbilligt.

Gemeinsam mit ihrem Mann Knut (1941–2026), mit dem sie bis seinem Tod über 60 Jahre verheiratet war, gründete Toril Sivertsen 1988 das Dållågádden Kulturzentrum und Wildniscamp,DÅLLÅGÀDDEN KULTURSENTER OG VILLMARKSCAMP, virksomhet.brreg.no das sich der Sammlung und Vermittlung pitesamischer Kultur widmet und das sie heute noch betreibt. Ursprünglich als Kote (Gamme) errichtet, wurde das Zentrum um weitere Koten, Lagerhäuser und Blockhütten erweitert und schließlich in ein Museum umgewandelt. Ihre Arbeit für die Erhaltung samischer Kultur versteht Toril Sivertsen auch als eine Wiedergutmachung für ihre Mutter, die aufgrund der Norwegisierung der Samen (fornorsking) einen Teil ihrer Identität verlor und ihre Abstammung nie akzeptieren konnte. Sivertsens Schaffen als Messerschmiedin ist im Anno Museum dokumentiert und archiviert.

1995 erhielten Toril und Knut Sivertsen für ihre Arbeit den Kulturpreis der Kommune Beiarn, im Jahr 2025 wurden sie mit der Königlichen Verdienstmedaille ausgezeichnet. In ihrer Laudatio würdigte die Sameting-Politikerin Anne Henriette Reinås Nilut, die „Pionierarbeit“ der Sivertsens und „ein Lebenswerk, das anderen als Vorbild dienen kann“. Ihre Arbeit für den Erhalt des pitesamischen Kulturerbes, insbesondere durch die Entdeckung und Registrierung von über 200 Kulturerbestätten, sei „herausragend“ und das Ergebnis eine „Wiederbelebung der Pitsámi-Kultur auf der norwegischen Seite von Sápmi“.

Toril und Knut Sivertsen haben vier Kinder und lebten bis zu Knuts Tod im Juli 2026 gemeinsam auf dem Bauernhof in Øvre Tollådalen in Beiarn, auf dem Knut aufwuchs.

Bücher Mary Josefine Hellfrid Skavhaug, av "bjørneslekt", fra Saltstruamen til ødemarka, Sussi H. Gabrielsens forlag, Beiarn, 2020, ISBN 978-8-2931-4616-2Mary Josefine Hellfrid Skavhaug, av "bjørneslekt", fra Saltstraumen til ødemarka, Nasjonalbiblioteket mit Knut Sivertsen: Samiske kulturminner, Eigenverlag, 2024, ISBN 978-8-2303-6696-7

Auszeichnungen 2025: Königliche Verdienstmedaille

Weblinks Dållågádden-Zentrum

Einzelnachweise

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