Almuth und Rita ist ein deutscher Fernsehfilm des Regisseurs Nikolai Müllerschön aus dem Jahr 2014. Die Tragikomödie entstand nach einem Drehbuch von Brigitte Blobel und handelt von der frisch pensionierten Zahnärztin Almuth, die nach dem Verlust ihrer beruflichen Aufgabe und in familiärer Distanz in eine Krise gerät, bis die lebensfrohe Putzhilfe Rita ihr Leben aufbricht. In den Hauptrollen traten Senta Berger und Cornelia Froboess vor die Kamera.

Handlung Nach dem Verkauf ihrer Praxis steht die frisch pensionierte Zahnärztin Almuth Seegers vor einem neuen Lebensabschnitt. Nach 19 Jahren geschiedener Ehe fällt es der alleinstehenden, emotional verschlossenen Frau schwer, sich mit dem Ruhestand und dem Verlust ihrer bisherigen beruflichen Aufgabe zu arrangieren. Der Versuch, durch neue Aktivitäten wie das Golfspielen einen Ausgleich zu schaffen, kann ihre Einsamkeit und innere Unzufriedenheit jedoch nicht überwinden. Auch das Verhältnis zu ihrer Tochter Kathrin, ihren Enkeln und ihrer Mutter Elisabeth, die in einem Altersheim lebt, ist von emotionaler Distanz geprägt. Dabei fällt es Almuth schwer, zu erkennen, wie sehr sie selbst insbesondere Wesenszüge ihrer Mutter übernommen hat.

Einzige Konstante in Almuths Leben wird ihre Putzhilfe Rita Ritter, die sie einige Jahre zuvor angestellt hat, der sie jedoch nur selten begegnet ist. Die tierliebe Frau bildet einen deutlichen Kontrast zu Almuth: lebensfroh, direkt und ungefiltert verkörpert sie Eigenschaften, die Almuth selbst nicht besitzt. Schnell erkennt Rita Almuths Unzufriedenheit und versucht, sie behutsam aus ihrer emotionalen Isolation zu holen. Almuth empfindet dies zunächst als übergriffig, lässt den Kontakt im weiteren Verlauf jedoch zunehmend zu, sodass sich beide Frauen allmählich annähern. Nach einem Zerwürfnis, infolgedessen Rita ihre Kündigung einreicht, überwindet Almuth schließlich gar ihre innere Barriere und entschuldigt sich bei ihr.

Als Almuth einen kurzen Aufenthalt in den Bergen plant, lädt sie Rita kurzfristig ein, sie zu begleiten. Auf ihrer Hütte angekommen liest sie heimlich in Ritas Tagebuch und reagiert gekränkt auf deren ungeschönte, aber realistische Sicht auf ihre Persönlichkeit. Nach einem erneuten Wortgefecht erleidet Almuth mit ihrem Cabrio einen Unfall und zieht sich einen Kreuzbandriss zu. Im Krankenhaus wird sie kurze Zeit später von Rita vorzeitig herausgeholt. Beide versöhnen sich erneut und kehren gemeinsam in ihre Hütte zurück, wo sie Besuch von Ritas Ex-Mann Viktor und dem gemeinsamen Jugendfreund Klaus erhalten, den Almuth schließlich küsst. Zurück in ihrem Alltag fasst Almuth schließlich den Entschluss, sich sowohl mit ihrer Mutter als auch mit ihrer Tochter auszusöhnen.

Rezeption mini|hochkant|Hauptdarstellerin Senta Berger erhielt ausnahmslos positive Kritiken für ihr Spiel im Film. Ulrike Frenkel resümierte in ihrer Kritik für die Stuttgarter Zeitung, dass Almuth und Rita vor allem durch seine beiden Hauptfiguren überzeuge, die bewusst keine klassischen „gütigen Omis oder flotte Best-Ager wie aus der Werbung“ darstellten. Der Film lebe insbesondere vom „Image- und Machtkampf zweier sehr unterschiedlichen Frauen,“ der sich über weite Strecken als konfliktreiche, aber auch erkenntnisreiche Annäherung entfalte. Getragen werde die Tragikomödie vor allem von Berger und Froboess, die den Figuren „Herz und Schnauze“ verliehen und damit wesentlich zur Glaubwürdigkeit des Fernsehfilms beitrügen.

Christine Dössel urteilte in ihrer Rezension für die Süddeutsche Zeitung, dass der Film sich nicht durchgehend in Wohlfühlmustern und Sozialkitsch verliere, sondern trotz entsprechender Anlage immer wieder eine gewisse Ambivalenz und Offenheit bewahre. Zwar bewege sich die Erzählung phasenweise nahe an typischen Fernsehfilmklischees und einer eher schematischen Gegenüberstellung der Figuren, doch gelinge es ihr durch die Inszenierung und insbesondere die darstellerische Leistung der beiden Hauptdarstellerinnen, die Geschichte immer wieder zu erden und von einer reinen Karikatur Abstand zu nehmen, sodass der Film letztlich zwischen Tendenz zum Trivialen und ernsthafter Figurenzeichnung pendle.

Rainer Tittelbach resümierte in seiner Rezension für Tittelbach.tv, dass Almuth und Rita im Kern als klassische Läuterungsgeschichte funktioniere und die bekannte Grundidee dramaturgisch nachvollziehbar umsetze. Positiv hob er die glaubwürdige Figurenentwicklung sowie die starke Besetzung hervor, die dem Film trotz einfacher Struktur eine gewisse Authentizität verliehen. Gleichzeitig kritisierte er, dass die Gegensätze zwischen den Hauptfiguren stellenweise „einen Tick zu überzogen“ seien und der Plot unter „allzu grobem Charakter-Schnitzwerk“ leide, wodurch es an Differenzierung und psychologischer Nuance fehle. Insgesamt sei der Film daher eine solide, gut gespielte, aber eher schematische Tragikomödie.

Ulrich Feld von der Frankfurter Neuen Presse befand, dass der Spielfilm vor allem durch seine beiden Hauptfiguren und deren allmähliche Entwicklung wirke, auch wenn der Film „zu Beginn wenig subtile Dialoge“ und „teils arg überzogen“ wirkende Zuspitzungen aufweise. Gleichzeitig betonte Feld jedoch, dass die Figuren im Verlauf „vielschichtiger“ würden und sich „allmählich nach den Regeln eines Kumpel-Films“ zusammenrauften. Entscheidend sei dabei vor allem die schauspielerische Leistung von Berger und Froboess, die es schafften, die „Figuren mit Leben zu füllen und sie nicht zu blanken Klischees zu degradieren“, wodurch der Film trotz dramaturgischer Schwächen letztlich rette.

Erfolg Almuth und Rita feierte am 31. Januar 2014 im Ersten Erstausstrahlung. Mit 16,4 Prozent Marktanteil bei insgesamt 5,38 Millionen Zuschauern avancierte der Spielfilm hinter den beiden RTL-Sendungen Wer wird Millionär? und Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! zur drittmeistgesehenen Produktion in der Hauptsendezeit. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen schalteten 0,73 Millionen Menschen bei 6,2 Prozent Marktanteil ein.

2016 erschien die Weiterführung Almuth und Rita – Zwei wie Pech und Schwefel.

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Kategorie:Filmtitel 2014 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Filmkomödie