Robert Kratz (* 16. Juli 1852 in Breitenholz, Landkreis Worbis; † 26. Januar 1897Kratz, Robert. In: Gesellschaft für Musikforschung (Hrsg.): Monatshefte für Musikgeschichte. 29. Jahrgang (1897), S. 92 (Google Books)The Musical Times. Ausgabe vom 1. März 1897, S. 198 (Google Books)Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Verlag von Georg Reimer, Berlin 1900, Sp. 100 (Google Books) in Düsseldorf) war ein deutscher Komponist, Dirigent und Pianist.
Leben Kratz, Sohn des Volksschullehrers und Kantors Joseph Kratz (1820–1902) und dessen Ehefrau Elisabeth, geborene Artmann (* 1824),Maria Kramann: Zwei Lehrer des Eichsfeldes. In: Eichsfelder Heimathefte. 6. Jahrgang (1966), S. 356–365Ernst Kratz: Joseph Kratz – Lehrer und Kantor (1820–1902). In: Unser Eichsfeld. 34. Jahrgang (1939), S. 66–71 erlernte als Heranwachsender das Klavier- und Orgelspiel. Nach väterlichem Musikunterricht unterwies ihn der Kammermusiker Claudius Merten. 1869 nahm ihn Franz Liszt während dessen dreimonatigem Aufenthalt in Weimar in den Kreis seiner Schüler auf. Nach dem Besuch des Erfurter Gymnasiums ging Kratz an das Stern’sche Konservatorium in Berlin und wechselte bald auf die Königliche Hochschule für ausübende Tonkunst, wo er von Ostern bis Oktober 1871 und von Ostern bis Oktober 1872 das Fach Klavier studierte.Sophie Drinker Institut: Studierendenliste Königliche Hochschule Berlin. (PDF) Dort unterrichteten ihn Joseph Joachim, Woldemar Bargiel, August Haupt und Friedrich Kiel. Moritz Moszkowski wurde in dieser Zeit sein Freund.
1875 wurde Kratz Lehrer an einer Musikschule in Stettin. Bald wurde er dort auch Direktor und Dirigent eines Instrumental- und Gesangsvereins. In seinem neuen Wirkungskreis komponierte er unter dem Titel Der Spion seine erste, im Stettiner Theater uraufgeführte Oper. 1879 starb seine Frau Marie, geborene Schacht. Nach elf Stettiner Jahren zog er nach Elberfeld, um die Leitung der dortigen Konzertgesellschaft zu übernehmen.
Am 28. Dezember 1887 wurde er in Düsseldorf zum Musikdirektor des Männergesangsvereins „Quartettverein 1853“ gewählt. Er zog nach Düsseldorf, eröffnete dort eine eigene Musikschule und wurde Teil der Künstlerszene, etwa in der „Künstler-Liedertafel“ des Künstlervereins Malkasten oder in der sogenannten „Hirschparkgesellschaft“, einem Stammtisch, an dem neben Kratz und dem Schriftsteller Theodor Groll auch die Maler Jacobus Leisten, Carl Friedrich Deiker und Heinrich Modersohn verkehrten. Zum 600. Jahrestag der Stadterhebung Düsseldorfs (1888) komponierte Kratz als sein op. 30 zu Versen von Groll eine Festhymne. Am 13. April 1892 fand die Uraufführung seiner komischen Oper Mädchenstreiche im Stadttheater Düsseldorf statt, mit einem Text von Otto Hausmann. 1895 begleitete er zu einer Dichtung von Edmund Henoumont die Aufführung von Tableaux vivants im Künstlerverein Malkasten.Volker Frech: Lebende Bilder und Musik am Beispiel der Düsseldorfer Kultur. Magisterarbeit Universität Köln 1999, Diplomica Verlag, Hamburg 1999, ISBN 978-3-8324-3062-7, S. 39 (Google Books) 1896 übernahm er noch die Stelle eines Dirigenten für den gemischten Chor „Harmonie“ in Hilden. Nach neun Düsseldorfer Jahren berief ihn die Kirchengemeinde des Willibrordi-Doms in Wesel zu ihrem Organisten, doch infolge einer tödlichen Grippe-Infektion konnte er diese Stelle nicht mehr antreten. Seine Feuerbestattung fand am 31. Januar 1897 in Gotha statt.Feuerbestattungen in Gotha. In: Phoenix. Blätter für facultative Feuerbestattung und verwandte Gebiete. X. Jahrgang (1897), Nr. 4, Sp. 128 (Google Books)
Außer den genannten Werken sind von Kratz eine Reihe von Klavierstücken und Liedern sowie die Orgelsonate c-moll op. 29 bekannt, deren Druckausgaben sich im Heinrich-Heine-Institut bzw. in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf befinden.
Literatur Hilde Selbach: Robert Kratz, ein Düsseldorfer Musiker. Zu seinem 40. Todestag am 26. Januar 1937. In: Düsseldorfer Nachrichten. 62. Jahrgang (1937), Ausgabe Nr. 24 (24. Januar 1937). Karl Peters: Ein vergessener Düsseldorfer Musiker. Zum 100. Geburtstag von Robert Kratz. In: Düsseldorfer Nachrichten. 73. Jahrgang (1952), Ausgabe Nr. 161 (16. Juli 1952). Josef F. Lodenstein: Ein vergessener Musikant. In: Düsseldorfer Heimatblätter „Das Tor“. 37. Jahrgang (1971), Heft 8, S. 183–187 (PDF). Erwin Hardeck: Robert Kratz. In: Dietrich Kämper (Hrsg.): Rheinische Musiker (= Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, Heft 97). 7. Folge, Merseburger Verlag, Kassel 1972, S. 65 ff. Oskar Gottlieb Blarr: Robert Kratz – ein vergessener Düsseldorfer Komponist. In: Jan Wellem. Alde Düsseldorfer Bürgergesellschaft von 1920 e. V., 95. Jahrgang, Heft 4 (Dezember 2020 – Februar 2021), S. 16 f. (PDF).
Weblinks Kratz, Robert, Datenblatt im Portal deutsche-biographie.de Robert Kratz, Suchergebnis im Portal digital.ulb.hhu.de
Einzelnachweise
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