Christian Merz (* 31. Dezember 1943 in Herisau; heimatberechtigt in Basel und Aarau) ist ein Schweizer Jurist, ehemaliger Nationalrat der Sozialdemokratischen Partei und Pfarrer aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden.
Herkunft, Ausbildung und Beruf Christian Merz ist ein Sohn von Werner Nef, Chefarzt im Bezirkskrankenhaus Herisau, und der Elsbeth Buff. Er wuchs in Herisau auf und spielte in der Streichmusik Bänziger. Nach der Matura im Jahr 1962 an der Kantonsschule Trogen absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich. Nach dem Lizentiat im Jahr 1968 arbeitete er als Substitut auf der Bezirksanwaltskanzlei in Trogen. Nach der im Jahr 1970 abgelegten Anwaltsprüfung arbeitete er in einer Anwaltskanzlei in St. Gallen. Von 1972 bis 1974 war er als Verwaltungsgerichtsschreiber des Kantons Graubünden in Chur tätig. Von 1976 bis 1980 hatte er das Amt des Aktuars der Staatswirtschaftlichen Kommission inne. Von 1974 bis 1985 führte er ein eigenes Anwaltsbüro in Heiden und amtierte in der dortigen Schulkommission. Daneben wirkte er als Jugendanwalt, Versicherungsgerichtsschreiber und Obergerichtsschreiber in Trogen. Seine Dissertation schrieb er zum Thema der öffentlich-rechtlichen Körperschaften im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Am 3. Dezember 1975 wurde er promoviert.
Nach seiner politischen Laufbahn erfolgte seine Ausbildung zum Pfarrer durch die evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden. Von 1988 bis 1992 war er Pfarrer in Samedan und von 1996 bis 2001 in Zuoz/Madulan. Im Zeitraum von 1992 bis 1996 arbeitete er in Speicher und von 2001 bis 2008 in Schleitheim.
Politik Im Frühjahr 1971 erfolgte die Wahl in den Gemeinderat Herisau. Er amtierte als Präsident der kommunalen Hochbaukommission und als Mitglied der kommunalen Tiefbau- sowie der Ortsplanungskommission. Zudem war er Kantonalpräsident der Sozialdemokratischen Partei von Appenzell Ausserrhoden.
1974 schlug die Sozialdemokratische Partei von Appenzell Ausserrhoden Merz als Nachfolger für den zurückgetretenen Nationalrat Erwin Schwendinger vor. Nach seiner Wahl amtierte er als Nationalrat vom 25. November 1974 bis am 27. November 1983. Als Nationalrat setzte er sich für die Revision des Familienrechts, des Strafgesetzbuches, des Militärstrafrechts und der Bundesverfassung sowie für die Regelung des Schwangerschaftsabbruchs ein. Weitere Schwerpunkte waren der Zivildienst, das Bildungswesen und das Frauenstimmrecht. 1982 kandidierte er für einen Sitz im Ausserrhoder Regierungsrat gegen den Freisinnigen Hans Mettler. An der Landsgemeinde im April 1982 kam es zu einer Kampfwahl, in der er unterlag.
Werke Christian Merz: Die öffentlich-rechtlichen Körperschaften im Kanton Appenzell A. Rh. Diss. Rechts- und Staatswissenschaften der Universität Zürich. Juris Druck und Verlag, Zürich 1976.
Literatur Der neue Ausserrhoder Nationalrat. In: Appenzeller Zeitung. 30. September 1974, Nr. 228, S. 3. Christian Merz (SP): Kontinuierliche Fortentwicklung. In: Gross-Anzeiger. 21. Oktober 1975. Gäbi Lutz: Alt Nationalrat Christian Merz zum Pfarrer in Speicher gewählt. In: Appenzeller Zeitung. 27. Januar 1992, S. 3. Erich Niederer: Unruhige Suche nach neuen Horizonten. In: Appenzeller Zeitung. 29. Dezember 2009. Hans Martin Stückelberger: Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell: nach Gemeinden und Arbeitsfeldern geordnetes und mit Kurzbiographien versehenes Verzeichnis von 1990–2012. Herausgegeben vom evangelisch-reformierten Kirchenrat beider Appenzell. 3. Auflage. Appenzeller Verlag, Herisau 2013, S. 78.
Weblinks Eintrag zu Christian Merz in Dodis Eintrag zu Christian Merz in Schweizerische Eliten des 20. Jahrhunderts Eintrag zu Christian Merz auf der Website des Schweizer Parlaments Eintrag zu Christian Merz in der Schweizer Volksmusiksammlung
Einzelnachweise
Kategorie:Nationalrat (Appenzell Ausserrhoden) Kategorie:SP-Mitglied (Schweiz) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann