Music Speaks Louder Than Words (Untertitel: James Blood Ulmer Plays the Music of Ornette Coleman) ist ein Musikalbum von James „Blood“ Ulmer. Die am 18. und 19. Dezember 1995 im Studio Eastside Sound in New York City entstandenen Aufnahmen erschienen am 18. November 1996 auf DIW Records.
Hintergrund Der Gitarrist James „Blood“ Ulmer spielte das Album mit Rashied Ali (Schlagzeug) und Calvin „Hassen Truth“ Jones (Kontrabass) bzw. mit Rashieds Sohn Amin Ali (E-Bass) und Aubrey Dayle (Schlagzeug) sowie auf einigen Titeln mit dem aus Detroit stammenden Keyboarder Michael Mustafa Ulmer (unbekannter Verwandtschaftsgrad) ein. Das Material umfasst sechs Stücke von Ornette Coleman, darunter „Lonely Woman“ und „Skies of America“ (von dessen gleichnamigen Album von 1972), ergänzt um drei Eigenkompositionen Ulmers.
Titelliste James „Blood“ Ulmer: Music Speaks Louder Than Words (DIW Records 910) Lonely Woman 6:50 Elizabeth 6:56 Sphinx 5:39 Dance in the Dark / Music Is My Life (Ornette Coleman/James Blood Ulmer) 5:33 Cherry Cherry 7:50 I Can’t Take Anymore (James Blood Ulmer) 2:58 Street News 7:12 Skies of America 7:10 Rap Man (James Blood Ulmer) 4:33
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Ornette Coleman.
Rezeption mini|James Blood Ulmer (Unterfahrt München 2013) Bei einigen seiner Veröffentlichungen [Mitte der 1990er-Jahre] habe sich der Gitarrist mit seinem charakteristischen, „harmelodischen“ und leicht scheppernden Sound als Bluesmusiker gesehen, meint Bill Milkowski in JazzTimes. Zwar würden sein Gesang und sein Spiel eine gewisse Rohheit und Sprödigkeit besitzen, die durchaus zum Blues passen, doch die plumpen, schwerfälligen Backbeats, auf die er sich bei mittelmäßigen Blues-Rock-Projekten wie Blues Allnight und Blues Experience festgelegt habe, hätten ihm eher geschadet. Am besten klinge „Blood“ stets dann, wenn er sich über einer frei fließenden, interaktiven und zurückhaltenden Rhythmusgruppe austobt – so etwa auf dem 1977 erschienenen Album Revealing mit Schlagzeuger Doug Hammond, Bassist Cecil McBee und Saxophonist George Adams. Genau diese offene, freie Atmosphäre würde er auch in dieser Sammlung von Kompositionen Ornette Colemans beschwören.
Der ehemalige Coltrane-Schlagzeuger Rashied Ali und der Kontrabassist Calvin „Hassen Truth“ Jones würden ständig wechselnde Klangtexturen, angedeutete Beats und rhythmische Akzente als Fundament für Bloods unverwechselbares Gitarrenspiel erschaffen bei den mitreißenden Interpretationen von „Lonely Woman“, „Sphinx“, „Street News“ und „Skies Of America“, so Millkowski weiter. Lediglich bei den drei völlig deplatziert wirkenden Ulmer-Eigenkompositionen „Dance in the Dark“, „I Can’t Take It Anymore“ und „Rap Man“ würde der Gitarrist wieder in jene starren Rhythmen und einfallslosen Pop-Hooks verfallen, die schon seine Blues-Rock-Alben belastet hätten. Doch wenn er den Raum dramatisch nutze und auf rollenden Rhythmuswellen surfe, gebe es im Bereich der Jazzgitarre keinen unverwechselbareren und verblüffenderen Sound. Nur wenige andere Gitarristen würden die provokante, forschende Essenz und die düstere Schönheit von Ornettes Musik so einzufangen vermögen wie James „Blood“ Ulmer.
Don Snowden verlieh dem Album in Allmusic lediglich anderthalb Sterne und schrieb: „Ein vielversprechendes Musikkonzept – ein lang erwartetes Projekt, das sich den Kompositionen von Mentor Ornette Coleman widmet, präsentiert von dem Mann, der wohl sein bedeutendster späterer Schüler ist.“ Doch was für eine enorme Enttäuschung würde Music Speaks Louder Than Words in puncto Umsetzung darstellen. Ulmers undeutlicher Gesang im letzten Song zeige deutlich, wie wenig er von der ganzen Sache überzeugt sei. „Was für eine vertane Chance!“
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1996