Patricia Anette Hladschik (* 31. Juli 1966 in Bregenz, Vorarlberg) ist eine österreichische politische Bildnerin, Autorin und Übersetzerin. Sie lebt in Wien und im Burgenland.

Leben

Nach dem Studium der Komparatistik und Romanistik an der Universität Wien und in Paris (Promotion 1992 zur Dr. phil. mit der Dissertation „Décolonisation culturelle: zur Auseinandersetzung der Autoren der maghrebinischen Literatur französischer Sprache mit Albert Camus“) war Patricia Hladschik zunächst Übersetzerin frankophoner Literatur aus dem Maghreb und gab zwischen 1996 und 2004 gemeinsam mit Hannes Vyoral im eigenen Verlag „Kunstverkehr“ diverse Nachschlagewerke aus dem Bereich bildende und angewandte Kunst heraus.

Seit ihrer Jugend war Patricia Hladschik Mitglied bei Amnesty International und 2002–2009 im Vorstand von Amnesty International Österreich.Lebenslauf Patricia Hladschik (PDF; 0,6 MB), auf humanrights.at, abgerufen am 9. Juli 2026 Auf diese Art und Weise fand sie schon früh zur Menschrechts- und Bildungsarbeit. Ab 2002 war Hladschik bei Integration:Österreich als Projektkoordinatorin tätig und wechselte 2006 ans Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM), wo sie mit der Leitung von Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule betraut wurde und 2012 bis 2019 auch Co-Geschäftsführerin des BIM war.

Patricia Hladschik ist Mitglied in zahlreichen österreichischen und internationalen Gremien und wird regelmäßig zu Beirats- und Jurytätigkeiten eingeladen. Sie ist u. a. seit 2021 Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Politische Bildung (davor 2009 bis 2014) und seit 2016 der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Beim Europarat bringt sie ihre Expertise u. a. in der Arbeitsgruppe zum „European Space for Citizenship Education“ ein.

Durch ihre umfangreiche Vermittlungs- und Publikationstätigkeit auf verschiedenen Ebenen gestaltet Hladschik österreichische und europäische Prozesse im Bereich der Politischen Bildung (Citizenship Education) mit.

Schriften (Auswahl)

Als Autorin mit Sigrid Steininger: Lowering the voting age to 16 in Austria. Legal reform, educational responses and democratic outcomes. In: Teaching Citizenship. Band 63, 2026, S. 20–23. Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung in Unterrichtsmitteln. Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Wien 2023. mit Sigrid Steininger: Demokratiekompetenzen – Die Bildungsprogramme des Europarats und ihre Bedeutung für die nationalen Kontexte. In: Elisabeth Furch, Manfred Wiedner (Hrsg.): Tagungsband Menschenrechtsbildung 2018. Baltmannsweiler, Wien; Schneider Verlag, Hohengehren 2020, ISBN 978-3-8340-2016-1, S. 15–33. mit Sigrid Steininger: Die „Achter-Jahre“ und die österreichische Geschichte. 2018 als Jahr des Gedenkens, Erinnerns und Feierns. In: 1918 – Neue Weltordnung und demokratischer Aufbruch? Journal für politische Bildung 1/2018. S. 32–37, ISBN 978-3-7344-0662-1.

Als Herausgeberin/Redakteurin

mit Ingrid Ausserer und Nikolai Weber: 20 Jahre polis. Edition polis, Wien 2026, ISBN 978-3-902659-30-9. mit Philipp Mittnik und anderen: Politisches Lernen in der Volksschule. Interessengemeinschaft Politische Bildung, Wien 2024, ISBN 978-3-7063-1068-0. mit Catherine Carré-Karlinger und Nikolai Weber: Demokratie in der Schule. Leitfaden und Toolbox für einen gesamtschulischen Ansatz zur Politischen Bildung. Valletta, Brüssel / Nizza / San Remo, Valletta, Wien 2023. mit Célia Baró et al.: Manual of the Reference Framework of Competences for Democratic Culture Introductory Course. Strasbourg: Council of Europe, 2023. mit Claudia Lenz et al.: RFCDC Teacher Reflection Tool. Self-reflection – A journey towards a democratic teacher ethos and a democratic culture in schools. Strasburg: Council of Europe, 2021, ISBN 978-92-871-8850-2. mit Markus Pausch et al.: Demokratiebildung gegen antidemokratische Tendenzen. Kompetenzen für eine demokratische Kultur in der europäischen Sozial- und Jugendarbeit. „Handbuch für Jugend- und Sozialarbeiter*innen“. Salzburg: Fachhochschule Salzburg et al., 2021, ISBN 978-83-7689-393-8. mit Fiona Steinert (Hrsg.): Menschenrechten Gestalt und Wirksamkeit verleihen – Making Human Rights Work. Festschrift für Hannes Tretter und Manfred Nowak. Wien: Neuer Wissenschaftlicher Verlag, 2019, ISBN 978-3-7083-1255-2. mit Gertraud Diendorfer und Alexandra Lechner-Amante: Bildungsfragen: Europa und ökonomisches Lernen. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, 2015, ISBN 978-3-7344-0103-9. mit Thomas Hellmuth: Inhalte, Methoden und Medien in der politischen Bildung. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag, 2014, ISBN 978-3-89974-990-8.

Literarische Übersetzungen

Mohammed Khaïr-Eddine: Es war einmal ein glückliches Paar. Übersetzung aus dem Französischen. Mainz: Verlag Donata Kinzelbach, 2004 (2. Auflage 2010), ISBN 978-3-927069-72-5. Mahi Binebine: Kannibalen. Übersetzung aus dem Französischen. Innsbruck: Haymon Verlag, 2003 (Neuauflage unter dem Titel „Willkommen im Paradies“. Basel: Lenos, 2017, ISBN 978-3-85787-843-5). Rachid Boudjedra: Fluchten. Übersetzung aus dem Französischen. Mainz: Verlag Donatea Kinzelbach, 2001, ISBN 978-3-927069-55-8.

Weblinks Lebenslauf von Patricia Hladschik auf der Seite des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte

Literatur von Patricia Hladschik im Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek Patricia Hladschik beim Wochenschau Verlag

Einzelnachweise

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