Johann Heydel (* 4. April 1850 in Stettin; † 23. Dezember 1913 Namensverzeichnis zum Sterbe-Register Nr. 326/1913 des Standesamtes Friedenau unter 29 in Berlin) war Universitätssekretär in BerlinMitgliederverzeichnis – Bericht des Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen 1904. Nürnberg, 1901–1912, Bd. 4 (1904) und Rechnungsrat am Botanischen Garten sowie Botanischen Museum.Bericht über den botanische Garten und das botanische Museum zu Berlin im Rechnungsjahr 1906. S. 3 [Personalveränderungen]. Sonderdruck aus der Chronik der Universität Berlin, Halle a. d. Saale 1907, , Ehrenamtlich arbeitete er unter anderem bei der Sektion Mark Brandenburg und in der von ihm angeregten Gründung der Sektion Hohenzollern des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Bis zu seinem Tod im Alter von 63 Jahren blieb der erfahrene Vereinsfunktionär und aktive Alpinist ein gefragter Berater für organisierte, jüngere Bergsteiger aus Berlin und seinem Umland. Leben Der Sohn des Stettiner Departements-Kassen- und Regierungs-Revisors August Ludwig HeydelAllgemeiner Wohnungsanzeiger für Stettin (Jahrgang 1851), S. 73 Wohnungssanzeiger: Heydel, A. L. und dessen Ehefrau Juliane Christiane Wilhelmine, geb. Kagel, bekam eine Anstellung als Sekretär der hygienischen Institute bei der Universität.Chronik der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, 3.1889/90, S. 13, Digitalisat Ende der 1880er Jahre war er beamtet.Handbuch über den Königlich Preußischen Hof für das Jahr 1890 [Redaktionsschluss 30. November 1889], Berlin, S. 101, Sp. 1, Er wurde mit der Vertretung eines zur Quaestur abgeordneten Registrators der Universitätsverwaltung unter Beibehaltung seines Amtstitels beauftragt.Adreß-Kalender für die königl. Haupt- und Residenzstädte Berlin und Potsdam sowie Charlottenburg. Ausgabe 1893, S. 205, Sp. 1, Digitalisat Dort arbeitete er bis 1906. Ab dem Mai 1906 wirkte er als berufener RechnungsratHandbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1911 [Redaktionsschluss 15. Dezember 1910], Berlin 1910, S. 99, Books Google im Büro des Botanischen Gartens und Museums in Dahlem.Berliner Adressbuch, Ausgabe 1914, Teil I, S. 1188, Sp. 4.

Er engagierte sich als Naturliebhaber in mehreren zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Erkundung und zum Schutz alpiner Landschaften, einschließlich deren Flora und Fauna. So war er Mitglied in Berliner Sektionen des Dachverbandes Deutscher und Österreichischer Alpenvereinsowie auch in diesem Dachverband selbst und im Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen.13. Jahres-Bericht des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen (e.V.), Sitz Bamberg, für das Jahr 1913. , Seine Freizeit füllte er mit Reisen, Wanderungen, Bergsteigen sowie Radfahren aus. Beitritt zum Verein Allgemeine Radfahrer-Union ab Juli 1898 laut Der Deutsche Radfahrer. Bd. 14, S. 577 [Neuaufnahmen], . Er hielt Vorträge über alpine Wanderungen. Heydel löste auftretende widersprüchliche Fragen bzw. von ihm mitverursachte Zwistigkeiten bei der Ausübung seiner Vereinstätigkeit mehrmals durch Austritt aus der jeweiligen Organisation.

Sektion Berlin Während seines hauptamtlichen Wirkens als Universitätssekretär an der damaligen Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (heute Humboldt-Universität) wurde er zunächst Mitglied in der Sektion Berlin des Deutschen und Österreichischen Alpen-Verein. Abkürzungen für den Dachverband Deutscher und Oesterreichischer Alpen-Verein = „DuOeAV“, „DuÖAV“. Letztere Abkürzung jünger gebräuchlich laut Personen und Klublexikon Sächsische Schweiz, Dresden 2014, S. 388 Der DuÖAV hatte seinen Vereinsnamen nach dem 1874 erfolgten Beitritt des Österreichischen Alpenvereins zum Deutschen Alpenverein erhalten.Meyers Großes Konversations-Lexikon. Sechste Auflage, Bd. 1, Stichwort „Alpenvereine (Alpenclubs)“, S. 373, Spalte 12, Leipzig/Wien 1908. Die Sektion Berlin umfasste zeitweilig über 400 Mitglieder aus verschiedenen sozialen Schichten.Erfolge – Intrigen – Intoleranz: Die Geschichte der Berliner Bergsteiger bis 1945. Teil 2. Bearbeitet von Klaus Kundt. Berlin 2009 Heydel war ein maßgeblicher Akteur bei der Forderung einer verhältnismäßig kleinen Gruppe der Mitgliedschaft, eine weitere alpine Arbeitsgemeinschaft außerhalb der Sektion Berlin zu gründen. Bogdan Krieger: Festschrift der Sektion Mark Brandenburg d[es] D[eutschen] u. Ö[sterreichischen] A[lpen] V[erein] zum 25jährigen Bestehen 31. Mai 1924, S. 2f. [Berlin, 1924]. Dem Vorsitzenden der Sektion Berlin, Sydow, wurde schriftlich versichert, dass mit dieser Neugründung eine Zersplitterung alpiner Bestrebungen nicht bezweckt wird.Sektions-Einladungen von 1899 bis 1912 der SEKTION MARK BRANDENBURG des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins und der der Gründung der Sektion vorausgegangene Briefwechsel, Berlin 1913Bibliotheks-Exemplar des Alpenvereins Sydow, Heinrich von

Sektion Mark Brandenburg Heydel zählte 1899 zm Gründerkreis der Sektion Mark Brandenburg im Rahmen des DuÖAV. Diese auch in Berlin wirkende Sektion erlangte ihre Rechtsfähigkeit durch Eintragung in das Vereinsregister beim Berliner Amtsgerichts I am 15. Januar 1900. Erster Vorsitzender war kurzzeitig bis 1901 der Oberstleutnant Eugen von KuyckeStatue mit Lebensdaten 1840–1906 dieses preußischen Offiziers und Logenmeisters der Johannes-Loge Friedrich Wilhelm zur Morgenröte. Grabmal v. Kuycke. Heydel gehörte dem von der Generalversammlung am 17. Dezember 1899 gewählten Vorstand an. Zudem wurde ihm die Funktion des Schriftführers übertragen. Für die Geschäftsstelle stellte Heydel einen Raum seiner Wohnung in der Motzstraße zur Verfügung.Berliner Adressbuch Ausgabe 1901, II. Teil, S. 170, Sp. 3 Zugleich arbeitete er im Festausschuss mit. In dieser Eigenschaft organisierte er gesellige Zusammenkünfte, z. B. Ausflüge nach Potsdam und Winterfeste in der damaligen Berliner Ressource zur Unterhaltung, Oranienburger Straße 18.Bericht der Sektion Mark Brandenburg des D. und Oe. Alpenvereins über das Gründungsjahr 1899 und die sechs Sektionsjahre 1900-1905, S. 7, Im Frühjahr 1903 hielt Heydel Lichtbildervorträge über Reisen nach Krimml sowie Zell am See und Wanderungen in den Allgäuer Alpen. In einer von Sektionsversammlung im Jahre 1904 referierte er über leichtere Touren und Übergänge in den Ötztaler Alpen. Als Hobby-Fotograf war er der Deutschen Gesellschaft für Photographie vier Jahre zuvor beigetreten.Photographische Rundschau, Band 14 (1900), Heft 12, Die Krimmler Tauern hatte er 1902 im Zusammenhang mit der Klärung der Frage nach einem geeigneten Bauplatz für eine alpine Schutzhütte der Sektion aufgesucht.Bericht der Sektion Mark Brandenburg des D. und Oe. Alpenvereins über das Gründungsjahr 1899 und die sechs Sektionsjahre 1900-1905, S. 15f. Im Zusammenhang mit der Verlegung der Sektions-Geschäftsstelle von der Schöneberger Motzstraße aus der Wohnung Heydels ins Zentrum Berlins, in die Taubenstraße, zum 1. März 1905 legte er sein Amts als Schriftführer nieder. Der Sektions-Vorstand nahm die Amtsniederlegung Heydels an und wählte unverzüglich einen neuen Schriftführer. Dieser kam aus dem Kreis der Vorstandsmitglieder; es war der bisherige zweite stellvertretende Vorsitzende. Im November desselben Jahres informierte der Vorstand über das Ausscheiden Heydels auch aus dem Festausschuss der Sektion. Schließlich wurde er aus der Mitgliedschaft der Sektion ausgeschlossen.Vorstands-Mitteilungen 1905, Sektion Mark Brandenburg

Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen Heydel wurde im Mitgliederverzeichnis des 1900 geschaffenen Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen als Königlicher Universitätssekretär in Berlin, kommend aus der Sektion Mark Brandenburg des DuÖAV geführt und der Stand seines Vereinskollegen Sydow aus der weiterhin bestehenden Sektion Berlin mit Königlichem Unterstaatssekretär im Reichspostamt angegeben.1. Bericht des Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen. Sammlungen der UB der Uni. Frankfurt am Main, Jahrgang 1 (1901), S. 71 i. V. m. S. 67

Sektion Hohenzollern Rund 20 Freunde des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins folgten dem Vorschlag des ehemaligen Mitgliedes der Sektion Mark Brandenburgs, Heydel, eine weitere Sektion des DuÖAV in Berlin zu gründen.Max Rohde: Die Entstehung und Entwicklung der Sektion Hohenzollern. In: 25 Jahre Sektion Hohenzollern des D. und Oe. Alpenvereins zu Berlin, S. 5 ff. Die Gründer beschlossen im Gegensatz zu den anderen, juristisch selbständigen Berliner Sektionen, nicht nur Männer, sondern auch Frauen aufzunehmen, allerdings in beschränkter Anzahl.Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Bd. 32 (1906), Nr. 9, S. 116 Auf der Generalversammlung am 20. November 1905 wurde der erste Vorstand gewählt. Heydel übernahm im Vorstand die Funktion des Schriftührers.

Vorsitzender wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1906 Professor Carl Kaßner, Privatdozent an der Königlich Technischen Hochschule zu Berlin. Er war hauptberuflich Mitarbeiter am Königlich Preußischen Meteorologische Institut in Berlin. Im Jahre 1909 trat Kaßner aus der Sektion aus und übte die Funktion des Schriftführers in der Deutsche Meteorologischen Gesellschaft sowie ihres Zweig-Vereins am Schinkelplatz in Berlin aus.Berliner Adressbuch, Ausgabe 1911, Teil II, S. 253, Sp. 2 [Vereine]

Am 3. Februar 1906 organisierte Heydel zusammen mit anderen Festausschuss-Angehörigen ein Winterfest in allen Räumen der „Ressource zur Unterhaltung“ mit über 300 Personen. Am 5. März desselben Jahres hielt er einen Lichtbildervortrag über die Stadt Nürnberg und ihre Burg. Im Jahre 1907 zählte die Sektion 107 Mitglieder. Heydel war auch an der Bildung der Schuhplattler-Gruppe innerhalb der Sektion Hohenzollern maßgeblich beteiligt.

Der wesentliche Zweck der Sektionsarbeit bestand im Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Mitgliedern auf gesellige Art und Weise. Der Bau von Schutzhütten und Wanderwegen in den Alpen sollte aus Kostengründen vorläufig nicht weiter verfolgt werden. Im Todesjahr von Heydel wurde am 4. April 1913 ein fünfköpfiger Ausschuss für das Finden eines geeigneten Bauplatzes zur Errichtung einer Schutzhütte in den Alpen gebildet. In den Ötztaler Alpen wurde dann im August 1924 das Hohenzollernhaus zur Nutzung als Schutzhütte eröffnet.

Sektion Charlottenburg Der Gründungsvorsitzende Friedrich Krause bezeichnete 1910 als Beweggrund für das Entstehen der Sektion Charlottenburg andauernde Querelen in der Sektion Hohenzollern. Beispielsweise wurde von Krause auf den Vorstandsbeschluss der Sektion Hohenzollern von 1906 Bezug genommen, Schutzhütten nicht zu errichten. Heydel wurden als Auslöser für vorangegangene Quereleen im Vereinsleben benannt. Als ein weiterer Beleg für kritikwürdiges Verhalten wurde u. a. seine ablehnende Haltung zur uneingeschränkten Mitarbeit von Frauen in der Sektion herangezogen.Erfolge – Intrigen – Intoleranz: Die Geschichte der Berliner Bergsteiger bis 1945. Teil 2. Bearbeitet von Klaus Kundt. Berlin 2009, S. 23, PDF

Am 17. Oktober 1910 erfolgte die Gründung der Sektion Charlottenburg gemeinsam mit zehn Frauen. Die Alpenvereinssektion erhielt antragsgemäß die Genehmigung durch den Haupt-Ausschuss des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Das Zustimmungsschreiben enthielt den Vorbehalt, dass die Satzung der neuen Sektion in Übereinstimmung mit der Vereins-Satzung steht.Schreiben des "Zentral-Ausschusses des Deutschen und Deutschen und Österreichischen Alpenvereins" vom 4. Oktober 1910