Das Stadtarchiv Bayreuth ist das kommunale Archiv der kreisfreien Stadt Bayreuth, der Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Oberfranken. Zum Kultur- und Tourismusreferat der Stadt gehörig bildet es zusammen mit dem Historischen Museum eine Dienststelle. Es bewertet, übernimmt, erschließt, erhält und verwaltet das archivisch relevante Schriftgut der Stadt und macht es für die Öffentlichkeit zugänglich.Wir über uns bei bayreuth.de, abgerufen am 14. Juni 2026

Geschichte Bereits nach den Stadtbränden Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Gewölbe des Spitalhofs zur Aufbewahrung der Stadtregistratur genutzt. Im Jahr 1923 wurden die historischen Unterlagen erstmals geordnet und verzeichnet. Zunächst wurde das Stadtarchiv ehrenamtlich von Karl Hartmann betreut, erst 1963 wurde mit Wilhelm Müller eine hauptamtliche Führung eingerichtet.

Das älteste Dokument stammt aus dem Jahr 1391. Der Großteil der Unterlagen aus der Zeit vor 1430 wurde beim Hussitensturm jenes Jahres vernichtet. Weitere Verluste gab es durch die beiden großen Stadtbrände der Jahre 1605 und 1621. Im April 1945 verbrannte die gesamte städtische Registratur bei der Bombardierung Bayreuths im „Neuen Rathaus“ am Luitpoldplatz. Bezüglich des Zeitraums zwischen 1919 und 1945 fehlen daher alle Stadtratsprotokolle.

Standort Bis Anfang 2026 war das Stadtarchiv im Spitalhof, einem historischen Gebäude in der Maximilianstraße 64, untergebracht. Es befand sich in einem dreigeschossigen Flügelbau im direkten Anschluss an die Spitalkirche. Dieser Nordostflügel des Spitalgebäudes geht in seinen Ursprüngen auf das 16./17. Jahrhundert zurück, in den Jahren 1747 bis 1750 wurde er unter Verwendung der Vorgängerbauten durch den Architekten Joseph Saint-Pierre erneuert.

Der Brandschutz im Spitalhof war problematisch, die Räumlichkeiten waren unzureichend und beengt, die Treppen wiesen Neigungen von 50 bis 70 Prozent auf. Im Juli 2017 beschloss der Stadtrat, das Stadtarchiv in das Leers’sche Waisenhaus im Stadtteil Sankt Georgen zu verlagern, das von 1982 bis August 2022 das Deutsche Schreibmaschinenmuseum beherbergte. Ab 2022 wurde auf einem Teil des Geländes ein „maßgeschneiderter“ Neubau errichtet. Im Frühjahr 2026 zog das Stadtarchiv in die Seestraße 1 um. Mit 25 LKW-Fahrten wurden ab Februar 4000 Archivboxen und 3754 Umzugskartons an den neuen Standort verlagert. Am 12. Juni jenes Jahres wurde das Stadtarchiv in den neuen Räumlichkeiten eröffnet, wobei der Altbau des Leers’schen Waisenhauses der Verwaltung dient. Der Archivteil im Neubau umfasst das Magazin, Lese- und Seminarräume sowie die Werkstatt für die angelieferten Archivalien. Die Kosten in Höhe von 21,5 Millionen Euro wurden durch Förderung und Zuschüsse um 3,5 Millionen Euro reduziert.„Wir haben das Schönste aller Stadtarchive“ in: Nordbayerischer Kurier vom 13./14. Juni 2026, S. 9.

Bestände Das Archiv beherbergt als Gedächtnis der städtischen Geschichte nach dem Umzug im Juni 2026 ca. 1300 Regalmeter Archivalien vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Die Bestände sollen in den folgenden Monaten um weitere 3000 Regalmeter, bei einer maximalen Kapazität von 10.000 Regalmetern, anwachsen.Hier wird die Vergangenheit greifbar in: Nordbayerischer Kurier vom 15. Juni 2026, S. 12. Sie umfassen behördliches Archivgut (Akten, Urkunden, Amtsbücher, Rechnungsbände) sowie Sammlungsgut (z. B. Zeitungen, eine Zeitungsausschnittsammlung zu Bayreuth ab 1985, Karten und Pläne, Fotos und Postkarten, einzelne Nachlässe und Theaterzettel). Zudem verfügt das Stadtarchiv über eine Präsenzbibliothek mit Literatur zur Stadt, zum Landkreis Bayreuth und zu Oberfranken.

Das Stadtarchiv erhält nur Unterlagen von abgeschlossenen Fällen. Dinge, die Schulen betreffen, gehen an das Staatsarchiv, Unterlagen von Amtsgericht und Finanzamt gehen nach Bamberg. Die Vorgaben für die Auswahl richten sich nach dem Einheits-Aktenplan, der für alle bayerischen Kommunen gilt.

Einzelnachweise

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