mini|Blick auf das Dorf (2009) Przezmark (deutsch Preußisch Mark) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina Stary Dzierzgoń (Landgemeinde Alt Christburg) im Powiat Sztumski (Kreis Stuhm).

Geographische Lage Przezmark (Preußisch Mark) liegt im Norden Polens im äußersten Osten der Woiwodschaft Pommern. Das Dorf liegt 12 Kilometer südöstlich von Dzierzgoń (Christburg) und 30 Kilometer westlich von Morąg (Mohrungen). Historisch lag die Ortschaft in der altpreußischen Landschaft Pomesanien im ehemaligen Ostpreußen.

Geschichte Ortsgeschichte Vor der Inbesitznahme und Christianisierung durch den Deutschen Orden wurde das heutige Ortsgebiet von den heidnischen Prußen besiedelt. Das Dorf existierte bereits zur Ordenszeit und wurde ursprünglich von Prußen bewohnt, worauf sich der Ortsname Preußisch Mark für Prußischer Markt ableitet. Im Jahr 1306 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Pruysche MarktOstpreußen.net: Preußisch Mark. Abgerufen am 15. Juni 2026.

Preußisch Mark war ein Domänenamt im Königreich Preußen dessen Sitz sich in der örtlichen Burg befand. Dem Domänenamt Preußisch Mark unterstanden vier Vorwerke und insgesamt 43 Dörfer. Bis 1752 gehörte Preußisch Mark zum Oberländischen Kreis, darauf zum Mohrungenschen Kreis und kam durch die Verwaltungsreform von 1818 zum Kreis Mohrungen. Die Landgemeinde Preußisch Mark wurde 1928 um den gleichnamigen Gutsbezirk erweitert. Ein Jahr darauf wurde die Försterei Danielsruhe aus dem Gutsbezirk Alt-Christburg in Preußisch Mark eingegliedert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 fiel Preußisch Mark mit dem südlichen Ostpreußen an Polen und wurde darauf in Przezmark umbenannt. In der Volksrepublik Polen gehörte der Ort zunächst bis 1975 zum Powiat Morąski (Kreis Mohrungen). Heute liegt Przezmark im Powiat Sztumski (Kreis Stuhm). Als einer der wenigen Orte die stets ostpreußisch waren, gehört der Ort heute zur Woiwodschaft Pommern.

Amtsbezirk Preußisch Mark (1874–1945) Der im Jahr 1874 errichtete Amtsbezirk gehörte zum Kreis Mohrungen und gliederte sich in vier Ortschaften:LG = Landgemeinde, GB = Gutsbezirk Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Goyden Gajdy Preußisch Mark (LG) Przezmark Preußisch Mark (GB) Przezmark 1928 in die Landgemeinde Preußisch Mark eingegliedert Kunzendorf Witoszewo

Der Amtsbezirk Preußisch Mark ist mit den übrigen deutschen Verwaltungsstrukturen 1945 faktisch untergegangen.

Einwohnerzahlen +JahrEinwohner1820357Topographische Übersicht des Verwaltungs-Bezirks der Königlichen Preussischen Regierung, 1820, S. 1891885318Gemeindelexikon für das Königreich Preussen, Berlin 1888, S. 184–1851905264Gemeindelexikon für das Königreich Preußen I (1905, Ostpreußen), S. 162–1731910252Landkreis Mohrungen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, abgerufen am 15. Juni 20261933382Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 15. Juni 202619394372011361Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 2021332 Polska w liczbach, Wieś Przezmark - Podstawowe informacje, abgerufen am 14. Juli 2026

Ordensburg Preußisch Mark

Auf einer Halbinsel des Großen Singersees wurde um 1300 eine Burg der Komturei Christburg angelegt. Die Burg wurde später zur Residenz von Hauskomturen und Vögten. Einer davon war Konrad Zöllner von Rotenstein, der 1382 Hochmeister des Ordensstaates wurde. mini|Die Burg Preußisch Mark auf einer Zeichnung von 1750 Während des Hungerkrieges kam es 1414 zur Zerstörung der Christburg durch die Polen. Der Komtur von Christburg zog darauf in die Burg von Preußisch Mark, wo er einige Jahre residierte. Es wurde dafür zwischen 1414 und 1437 bauliche Anpassungen an der Burg unternommen. Während des Städtekrieges (1454 – 1466) wurde die Burg weiter ausgebaut und war zur damaligen Zeit ein wichtiger Stützpunkt des Ordens. Von 1508 bis 1527 war die Burg im Besitz der pomesanischen Bischöfe. Markgraf Georg Friedrich ließ 1584 als Regent von Preußen durch seinen Baumeister Blasius Berwart die Anlage und die Vorburg noch weiter ausbauen. Noch im Zweiten Nordischen Krieg (1655 – 1661) hielt die Burg den feindlichen Angriffen stand. Doch bereits 100 Jahre später wurde die Burg als baufällig und heruntergekommen beschrieben. Sie wurde im Laufe der Zeit zur Gewinnung von Baumaterial abgetragen.

Zwischen 1931 und 1937 wurden Sicherungsarbeiten an den Ruinenresten der Burg unternommen. Der Turm der Vorburg ist bis heute erhalten geblieben.

Persönlichkeiten Johannes von Eben (1855–1924), preußischer Offizier

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Preußisch Mark GenWiki: Preußisch Mark

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Stary Dzierzgoń