Uli (Ulrike) Beisel ist eine deutsche Humangeografin sowie Wissenschafts- und Technikforscherin. Sie ist Professorin für Humangeografie am Institut für Geografische Wissenschaften der Freien Universität Berlin. Ihre Forschung umfasst Geografien globaler Ungleichheiten, planetare Gesundheit, Umweltgerechtigkeit, feministische und postkoloniale Wissenschafts- und Technologiestudien sowie globale Gesundheit.
Leben
Beisel studierte Psychologie und Soziologie an der Universität Bremen, erwarb 2006 den Master of Arts in Environment, Culture and Society an der Lancaster University und wurde 2011 an der Open University in Humangeografie promoviert. Danach war sie an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Lancaster University tätig. An der Universität Bayreuth lehrte sie seit 2014,Datensatz zu Uli Beisel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek später als Professorin für „Kultur und Technik in Afrika“.
2021 wurde Beisel auf eine Professur für Anthropogeografie mit dem Schwerpunkt geografische Entwicklungsforschung am Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin berufen. Beisel gehört zudem dem Editorenkollektiv des Open-Access-Verlags Mattering Press an und ist Associate Editor der Zeitschrift Science as Culture.
Forschungsschwerpunkte Beisels Forschung befasst sich mit der Verräumlichung globaler Ungleichheiten und den Bedingungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Einen wichtigen Schwerpunkt bilden Mensch-Moskito-Parasit-Verflechtungen in der Malaria-Kontrolle in Ghana und Sierra Leone sowie die Frage, wie Menschen mit gesundheitsschädlichen Organismen und Substanzen zusammenleben können. Eines ihrer Projekte untersucht wie die Bewegungen von Menschen, Dingen und Aedes-Moskitos miteinander verflochten sind und zur Verbreitung arboviraler Krankheiten beitragen können.
Weitere Projekte Beisels behandeln ungleiche Geografien der Impfstoffproduktion im Globalen Süden, multispeziesbezogene Stadtgesundheit, geplante Obsoleszenz und Kreislaufökologien elektronischer Geräte sowie Vertrauen in Medizin nach der Ebola-Epidemie. Seit Januar 2026 leitet sie gemeinsam mit Beate Kampmann ein Einstein-Forschungseinheit, die Gesundheitstechnologien in den Bereichen Impfstoffe, antimikrobielle Resistenzen und mentale Gesundheit mit Partnerinstitutionen in Ghana, Tansania und Uganda untersucht.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit Christophe Boëte: The Flying Pu blic Health Tool: Genetically Modified Mosquitoes and Malaria Control. In: Science as Culture 22(1), 2013, S. 38–60. online Markets and mutations: Mosquito nets and the politics of disentanglement in global health. In: Geoforum 66, 2015, S. 146–155, . mit René Umlauf, Eleanor Hutchinson, Clare I. R. Chandler: The complexities of simple technologies: Re-imagining the role of rapid diagnostic tests in malaria control efforts. In: Malaria Journal 15, 2016, . mit John Kuumuori Ganle: The release of genetically engineered mosquitoes in Burkina Faso: Bioeconomy of science, public engagement and trust in medicine. In: African Studies Review 62(3), 2019, S. 164–173, .
Weblinks
Uli Beisel auf der Website der Freien Universität Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Humangeographie Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau