Saphira Shure (* 1985) ist eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Rassismus- und Differenzforschung in Bildung und Lehrkräftebildung. Seit Mai 2026 ist sie Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Rassismus- und Differenzforschung an der Universität Bielefeld.
Leben Shure legte 2011 das erste Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt in Politik und Wirtschaft, Spanisch und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg ab und arbeitete danach als Vertretungslehrerin am Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See. Anschließend war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Universität Bielefeld. Ihre Dissertation De_Thematisierung migrationsgesellschaftlicher Ordnungen. Lehramtsstudium als Ort der Bedeutungsproduktion wurde 2019 an der TU Dortmund abgeschlossen und erschien 2021 bei Beltz Juventa. Von März 2023 bis Mai 2026 war sie Juniorprofessorin in Bielefeld, 2025 wurde sie entfristet und erhielt 2026 den Ruf auf die Professur.
Wirken Shures Lehr- und Forschungsschwerpunkte umfassen Bildung und Schulpädagogik in der Migrationsgesellschaft, rassismus- und diskriminierungskritische Professionalisierung, diskriminierungskritische Organisationsentwicklung, differenztheoretische Perspektiven auf Inklusion, postkoloniale und feministische Perspektiven auf Bildung und Ungleichheit sowie qualitativ-interpretative Forschung. In ihrer Dissertation untersucht sie aus diskurs- und machttheoretischer Perspektive, wie migrationsgesellschaftliche Ordnungen in der Lehrendenbildung hergestellt, verfestigt, irritiert oder verschoben werden. Seit Januar 2023 leitet Shure die Nachwuchsgruppe Gelingensbedingungen rassismussensibler Lehrer:innenbildung, die Studium, Referendariat und Berufseinstieg auf Bedingungen rassismussensibler Professionalisierung untersucht. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und stützt sich auf berufsbiografische Interviews mit Menschen im Studium, Referendariat und Berufseinsteiger in Dresden und Essen. Shure vertritt die Position, Rassismus sei kein Randphänomen rechter Milieus, sondern ein gesellschaftliches Strukturverhältnis, das in Bildungsinstitutionen, Medien und Sprache bearbeitet werden müsse.
Veröffentlichungen (Auswahl) De_Thematisierung migrationsgesellschaftlicher Ordnungen: Lehramtsstudium als Ort der Bedeutungsproduktion. Beltz Juventa, 2021. ISBN 978-3-7799-6440-7. mit Heidrich, L., Karakaşoğlu, Y., Mecheril, P. (Hrsg.). (2021). Regimes of Belonging – Schools – Migrations: Teaching in (Trans)National Constellations. Springer VS. ISBN 978-3-658-29188-4. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29189-1. mit Ivanova-Chessex, O., Steinbach, A. (Hrsg.). (2022). Lehrer*innenbildung: (Re-)Visionen für die Migrationsgesellschaft. Beltz Juventa. ISBN 978-3-7799-6222-9. mit Mecheril, P., (2018). Rassismuskritik in „bewegten Zeiten“. Demokratie gegen Menschenfeindlichkeit, 3(1), 66–75. https://doi.org/10.46499/1150.1076. mit Dechêne, J. J.,(2024). Rassismuskritische Fallarbeit in 'Praxisphasen' der Lehrer*innenbildung: Überlegungen zu Professionalisierung in Ordnungen der Differenz. Journal für LehrerInnenbildung, 24(4), 50–64. https://doi.org/10.35468/jlb-04-2024-03.
Einzelnachweise
Kategorie:Erziehungswissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bielefeld) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Frau Kategorie:Person (Rassismus)