Die 19. Etappe der Tour de France 2026 führte am 24. Juli 2026 über 127,9 Kilometer von Gap nach Alpe d’Huez. Nach der Zielankunft hatten die Fahrer insgesamt 2985,4 Kilometer absolviert, was 90,76 % der Gesamtdistanz entspricht.
Rennverlauf Direkt auf den ersten Kilometern, beim Anstieg zum Col Bayard, mussten mehrere Fahrer abreißen lassen. Gleichzeitig attackierten kurz nacheinander mehrere Fahrer aus dem Hauptfeld an. Nach einigen erfolglosen Angriffen bildete sich unmittelbar vor dem Gipfel des Col de Bayard eine sehr große Ausreißergruppe mit bis zu 42 Fahrern:
Bruno Armirail, Matteo Jorgenson, Sepp Kuss und Davide Piganzoli von Team Visma-Lease a Bike Pablo Castrillo, Raúl García Pierna, Javier Romo, Einer Rubio von Movistar Team Derek Gee-West, Mads Pedersen, Quinn Simmons und Mathias Vacek von Lidl-Trek Richard Carapaz, Alex Baudin, Ben Healy und Sean Quinn von EF Education-EasyPost Thymen Arensman, Tobias Foss und Joshua Tarling von Netcompany Ineos Cycling Team Ben O’Connor, Felix Engelhardt und Michael Matthews von Team Jayco AlUla Clément Braz Afonso, Guillaume Martin und Quentin Pacher von Groupama-FDJ United Marc Hirschi, Yannis Voisard und Michael Storer von Tudor Pro Cycling Team Lenny Martinez und Antonio Tiberi von Bahrain Victorious Tiesj Benoot und Matthew Riccitello von Decathlon CMA CGM Team Tobias Halland Johannessen und Anders Halland Johannessen von Uno-X Mobility Adam Yates von UAE Team Emirates-XRG Mattia Cattaneo von Red Bull-Bora-hansgrohe Harold Tejada von XDS Astana Team Valentin Paret-Peintre von Soudal Quick-Step George Bennett von NSN Cycling Team Ion Izagirre von Cofidis Damien Howson von Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team Sebastian Berwick von Caja Rural-Seguros RGA
An der Kuppe des Col de Bayard setzte sich Paret-Peintre mit einem Sprint gegen seinen unmittelbaren Konkurrenten Carapaz durch und überquerte den Pass als Erster. Die Spitzengruppe hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Vorsprung von etwa 30 Sekunden auf das Hauptfeld. Nach dem Col de Bayard machten sich die Fahrer direkt auf den Weg zum Col du Noyer. Aus dem Hauptfeld kam es zu keiner Tempoverschärfung; sie ließ im Gegenteil beim Anstieg zur zweiten Bergwertung den Vorsprung der Ausreißergruppe auf über 3 Minuten anwachsen. Beim Col du Noyer bot sich das gleiche Bild: Paret-Peintre setzte sich im Sprint gegen Carapaz durch und erreichte als Erster den Gipfel. Paret-Peintre hatte nun zwischenzeitlich die Führung in der Bergwertung übernommen.
Auf dem Weg zum Zwischensprint, der durch flaches Terrain führte, baute die Spitzengruppe den Vorsprung zum Peloton auf etwa 4:30 Minuten aus. Wenige Kilometer vor dem anstehenden Zwischensprint waren erste Ermüdungserscheinungen in der Spitzengruppe sichtbar. Zunächst Healy und unmittelbar danach auch Tarling konnten mit dem Tempo der Spitzengruppe nicht länger mithalten. Sie ordneten sich später in das Hauptfeld ein. Den Zwischensprint, der 38,5 Kilometer vor dem Ziel abgenommen wurde, gewann Pedersen und baute damit seinen Vorsprung in der Wertung um das Grüne Trikot auf 57 Punkte aus. Unmittelbar nach dem Zwischensprint und auf dem Weg zum Col d’Ornon verschärfte sich das Tempo in der Spitzengruppe. Dadurch lichtete sich die Ausreißergruppe. Unter anderem Paret-Peintre konnte dem hohen Rhythmus nicht mehr folgen, verlor den Anschluss und wurde kurze Zeit später vom Hauptfeld überholt. Carapaz erreichte den Col d’Ornon als Erster und verkürzte seinen Rückstand auf Paret-Peintre um 5 Punkte. Zu diesem Zeitpunkt waren in der Spitzengruppe nur noch etwa 20 Fahrer vertreten. Der Vorsprung auf das Peloton ging in der Folge leicht zurück und lag nun bei ungefähr 4 Minuten. Im Hauptfeld erhöhte sich anschließend ebenfalls das Tempo. Durch die Führungsarbeit von Felix Großschartner (UAE Team Emirates-XRG) schrumpfte das Peloton zu einer elfköpfigen Klassementgruppe zusammen, bestehend aus Großschartner, Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG), Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG), Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe), Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe), Maxim Van Gils (Red Bull-Bora-hansgrohe), Juan Ayuso (Lidl-Trek), Mattias Skjelmose Jensen (Lidl-Trek), Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team), Nicolas Prodhomme (Decathlon CMA CGM Team) und Thomas Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team).
Am Fuße der Alpe d’Huez verfügte die inzwischen auf 15 Fahrer geschrumpfte Spitzengruppe noch über einen Vorsprung von rund 3:30 Minuten auf die Klassementgruppe, der sich mehrere kleine Verfolgergruppen anschlossen. Gleich zu Beginn des Anstiegs, etwa 12,5 Kilometer vor dem Ziel, setzte Arensman in der Spitzengruppe zur Attacke an. Nur Martinez, Kuss, Carapaz, Romo und Riccitello konnten seinem Tempo folgen. Fast zeitgleich verschärfte sich auch in der Klassementgruppe das Tempo deutlich. Fahrer wie Pidcock und Ayuso konnten das Tempo nicht mehr mithalten und mussten abreißen lassen. Rund einen Kilometer später kam es in der Spitzengruppe zu einer weiteren Tempoverschärfung, diesmal durch Kuss. Gemeinsam mit Carapaz und Martinez setzte er sich von den übrigen Fahrern ab. Kurz zuvor hatte Pogačar bereits das Tempo in seiner Gruppe angezogen und sich von seinen Begleitern gelöst, um Kurs auf das Spitzentrio zu nehmen. Für Fahrer wie Evenepoel, Seixas, Del Toro und Skjelmose Jensen war dieses Tempo zu hoch, sie verloren den Anschluss an den Slowenen und bildeten eine neue Verfolgergruppe. Der Rückstand von Pogačar auf die Spitzengruppe lag zu diesem Zeitpunkt bei knapp unter 3 Minuten. Wenig später konnte Pogačar zu seinem Teamkollegen Yates aufschließen, der für seinen Teamkapitän kurze Zeit die Führungsarbeit übernahm. An der 10-Kilometer-Marke wies das Spitzentrio schließlich einen Vorsprung von etwa 2:30 Minuten auf Pogačar und Yates auf.
Mit wiederholten Attacken versuchte Carapaz seine beiden Verfolger abzuschütteln, doch Kuss und Martinez fanden immer wieder den Weg zu ihm zurück. In der Folge entwickelte sich ein taktisches Kräftemessen, bei dem das Trio vor allem damit beschäftigt war, aus der eigenen Gruppe heraus anzugreifen und die Offensivversuche des jeweils anderen zu neutralisieren. Keiner der drei konnte sich entscheidend lösen, sodass der Kampf an der Spitze auf den Schlusskilometern von ständigen Konterattacken und kurzen Tempoverschärfungen geprägt war. Kurz bevor Pogačar die 10-Kilometer-Marke erreichte, fuhr er erneut als Solist weiter, erhöhte das Tempo deutlich und verkürzte den Abstand zum Trio zusehends. An der 5-Kilometer-Marke lag sein Rückstand auf das Trio nur noch bei etwa 50 Sekunden. Wenig später, kurz bevor Pogačar endgültig zu den drei Führenden aufschließen konnte, setzte Carapaz bei der 3-Kilometer-Marke erneut zur Attacke an und versuchte als Solist sein Glück. Fast zeitgleich gelang es auch Evenepoel sich aus der Verfolgergruppe zu lösen, kurz darauf folgte Del Toro mit einer eigenen Attacke. Etwa 1,8 Kilometer vor dem Ziel wurde Carapaz schließlich von Pogačar und Martinez eingeholt. Kurz nach der Flamme Rouge leitete Pogačar den finalen Sprint ein. Carapaz und Martinez konnten darauf nicht mehr reagieren, und der Slowene setzte sich auf dem letzten Kilometer durch. Pogačar gewann die Etappe mit 6 Sekunden Vorsprung vor Martinez bzw. 9 Sekunden vor Carapaz.
Mit seinem 3. Platz übernahm Richard Carapaz das Gepunktete Trikot und lag nun 1 Punkt vor Tadej Pogačar sowie 7 Punkte vor Valentin Paret-Peintre. Tadej Pogačar konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf die unmittelbaren Verfolger im Kampf um das Gelbe Trikot weiter ausbauen. Lenny Martinez und Richard Carapaz verbesserten sich durch ihre Podiumsplatzierungen jeweils um zwei Ränge in der Gesamtwertung: Martinez sprang von Platz 7 auf Platz 5, Carapaz von Platz 10 auf Platz 8. In der Nachwuchswertung rückte Lenny Martinez ebenfalls weiter nach vorn und belegte nun Rang 3. Sein Rückstand auf den Führenden Isaac Del Toro verringerte sich dabei um 2:41 Minuten. Der zweitplatzierte Paul Seixas verlor auf dieser Etappe 4 Sekunden auf Del Toro. In den übrigen Wertungen blieb alles unverändert. Richard Carapaz wurde von der Rennjury – wie bereits am Vortag – als kämpferischster Fahrer der Etappe gekürt.
Ergebnis
Gesamtstände
Ausgeschiedene Fahrer Edoardo Affini (Team Visma-Lease a Bike): wegen Erschöpfung während der Etappe aufgegeben. Einer Rubio (Movistar Team): wegen Verletzungen am Gesicht, die er sich durch einen Unfall mit einem Auto zuzog, während der Etappe aufgegeben. Etwa 5 Kilometer vor der Bergankunft führte ein Teamfahrzeug von UAE Team Emirates-XRG eine Notbremsung durch, da ein Zuschauer kurz vor ihnen auf den Boden fiel. Rubio konnte nicht mehr ausweichen und prallte mit seinem Gesicht gegen das Heck des Autos.
Einzelnachweise
Weblinks
19. Etappe der Tour de France 2026 in der Datenbank von FirstCycling.com Pressemappe und Endergebnis der 19. Etappe von tissottiming.com zur Verfügung gestellt (PDF; 4,5 MB)
Etappe 19 #202619 #202619