Joannes Andreas Susanna (auch Johannes Andreas Susanna; * 11. Dezember 1795 in Leiden; † 1. Oktober 1859 ebenda) war ein niederländischer Museumsverwalter und Autor italienischer Herkunft.

Leben Susannas Vater stammte aus Norditalien. Er wanderte nach Leiden aus, wo er Inhaber eines Manufakturwarengeschäfts wurde.

Susanna war Schüler in Leiden. Während der Leidener Schießpulverkatastrophe von 1807 wurde seine Schule am Rapenburg vollständig zerstört. Er selbst konnte jedoch ohne schwerwiegende Verletzungen aus den Trümmern geborgen werden.

Eine Ausbildung zum römisch-katholischen Geistlichen schloss er nicht ab. Nachdem er einige Jahre als Apothekerlehrling gearbeitet hatte, wurde er schließlich im Alter von siebzehn Jahren Schreiber am Leidener Gericht. Sein Jugendfreund Leonardus Francisus Thyssen machte ihn mit Coenraad Jacob Temminck, den ersten Direktor des Rijksmuseum van Natuurlijke Historie, bekannt. Er wurde als Nachfolger Thijssens ausgewählt und bekleidete das Amt des Museumsverwalters vom 1. Januar 1825 bis zu seinem Tod am 1. Oktober 1859.

Susanna übte zahlreiche Funktionen in Leidener Organisationen mit sozialen und gemeinnützigen Zielsetzungen aus. Während Temmincks Reisen überließ dieser ihm die Leitung des Museums vollständig. Während Temmincks letzter Krankheit wurden der dermalige Konservator Hermann Schlegel und Susanna gemeinsam offiziell mit der kommissarischen Wahrnehmung des Direktorats beauftragt.

Werk Susanna hatte ein großes Interesse an der Naturgeschichte – bereits vor seinem Eintritt in den Museumsdienst verfügte er über eine private Sammlung niederländischer Vögel –, an den Künsten im Allgemeinen und an der Literatur im Besonderen. In seiner Freizeit verfasste er Gedichte, von denen er jedoch nur wenige veröffentlichte. Neben zahlreichen Übersetzungen verfasste er unter anderem den Nachruf Levensschets van Hendrik Boie en hulde aan zijn deugden en verdiensten, benevens eenige door hem geschreven brieven, gedurende zijne reis en verblijf in Oost-Indië über Heinrich Boie (Amsterdam, 1834). Ferner veröffentlichte er die Werke Verzameling van leerrijke fabelen (in dichtmaat) voor de jeugd sowie De Goede voorbeelden (vertellingen). Zu seinen Übersetzungen zählen die Die Weihe der Töne von Karl Pfeiffer, ein Gedicht anlässlich der Weihe der römisch-katholischen Sint-Petruskerk in Leiden im Jahr 1836.

1839 war er Redakteur des vom Museum herausgegebenen Großwerkes Verhandelingen over de natuurlijke geschiedenis der Nederlandsche overzeesche bezittingen, das in drei Bänden veröffentlicht wurde. Darüber hinaus veröffentlichte er Beiträge in den Zeitschriften De Gids und De Konst- en Letterbode.

Mitgliedschaften Er war Mitglied in der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde, der Hollandsche Maatschappij van Fraaije Kunsten en Wetenschappen sowie in weiteren ähnlichen Fachgesellschaften.

Privates 1826 heiratete Susanna die Witwe seines Vorgängers Thijssen. Eine seiner Töchter war mit dem Zoologen Jan Adrianus Herklots verheiratet.

Literatur L. B. Holthuis: 1820–1958 Rijksmuseum van Natuurlijke Historie C.h.j.m. Fransen, C. van Achterberg, P.j. van Helsdingen (Hrsg.) Nationaal Natuurhistorisch Museum 1995 (PDF online) (niederländisch)

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