Sonja Greven (* 21. Februar 1979 in Aachen) ist eine deutsche Statistikerin und Hochschullehrerin. Seit April 2019 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Statistik an der Humboldt-Universität zu Berlin; zuvor war sie Professorin für Biostatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Leben Greven studierte Mathematik an der RWTH Aachen mit Schwerpunkt Statistik und Nebenfach Medizin sowie Biostatistik an der University of North Carolina at Chapel Hill. Im Jahr 2001 ging sie als Fulbright-Stipendiatin zum Auslandsstudium nach Chapel Hill und 2006 als DAAD-Stipendiatin zu einem Forschungsaufenthalt an die Johns Hopkins University in Baltimore. 2007 wurde sie an der LMU München im Fach Statistik promoviert und forschte anschließend zwei Jahre als Postdoktorandin an der Johns Hopkins University. Von 2010 bis 2016 leitete sie an der LMU München die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Emmy-Noether-Gruppe Statistische Methoden für longitudinale Funktionsdaten. 2014 wurde sie zur Professorin am Institut für Statistik der LMU München berufen.
Wirken Greven entwickelt statistische Methoden für komplexe Daten, etwa für Daten aus medizinischen Gehirnscans, und arbeitet dabei interdisziplinär mit Forschenden aus Medizin, Psychologie, Soziologie und Wirtschaftswissenschaften zusammen. Ihre Arbeit umfasst Statistik, Datenwissenschaften, statistisches Lernen, maschinelles Lernen, statistische Modellierung, statistische Inferenz, Biostatistik, funktionale Datenanalyse und Statistik für Objektdaten wie Kurven, Bilder und Formen. Seit 2022 ist sie Sprecherin der DFG-Forschungsgruppe KI-FOR Integration von Deep Learning und Statistik zum Verständnis strukturierter biomedizinischer Daten, die tiefgehendes Lernen und Statistik für strukturierte biomedizinische Daten zusammenbringen soll. Die Forschungsgruppe arbeitet an Unsicherheitsquantifizierung, Interpretierbarkeit und statistischer Inferenz für strukturierte Daten aus MRT-, fMRT- und Mikroskopie-Bildern, Krankheitsverläufen, DNA-Sequenzanalysen und genetischen Assoziationsstudien. 2012 erhielt sie den Wolfgang-Wetzel-Preis der Deutschen Statistischen Gesellschaft für eine Veröffentlichung zur Schätzung chronischer Luftverschmutzungseffekte mit raumzeitlichen Informationen. 2019 wurde sie mit dem Prinzessin Therese von Bayern-Preis ausgezeichnet.
Veröffentlichungen (Auswahl) Greven, S., Crainiceanu, C., Caffo, B., & Reich, D. (2010). Longitudinal functional principal component analysis. Electronic Journal of Statistics, 4, 1022–1054. https://doi.org/10.1214/10-EJS575 Scheipl, F., Staicu, A.-M., & Greven, S. (2015). Functional additive mixed models. Journal of Computational and Graphical Statistics, 24(2), 477–501. https://doi.org/10.1080/10618600.2014.901914 Scheipl, F., Gertheiss, J., & Greven, S. (2016). Generalized functional additive mixed models. Electronic Journal of Statistics, 10(1), 1455–1492. https://doi.org/10.1214/16-EJS1145
Einzelnachweise
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