Die 15. Etappe der Tour de France 2026 fand am 19. Juli 2026 statt. Sie führte des französische Etappenrennens in die Alpen und endete mit der ersten echten Bergankunft der 113. Austragung. Der Start erfolgte in Champagnole, ehe es über den Col de la Croisette auf das Plateau de Solaison ging, wo sich das Ziel nach 183,9 Kilometern auf einer Höhe von 1508 Metern befand. Nach der Zielankunft hatten die Fahrer insgesamt 2471,5 Kilometer absolviert, was 75,13 % der Gesamtdistanz entspricht.

Nach der Etappe wurde der 2. Ruhetag im Département Haute-Savoie abgehalten.

Streckenführung Der neutralisierte Start erfolgte in Champagnole auf der Avenue de la République vor der Église Saint-Cyr et Sainte-Julitte de Champagnole. Danach ging es auf der D127 in Richtung Süden, ehe das Rennen kurz nach der Pont de Cize sur l’Ain auf der N5 freigegeben wurde.

Die ersten 22 Kilometer führten die Fahrer bei leichten Steigungsprozenten auf den Col de la Savine, auf dem jedoch keine Bergwertung abgenommen wurde. Zuvor war jedoch in Saint-Laurent-en-Grandvaux bei Kilometer 17,3 der einzige Zwischensprint erfolgt. Nach einer kurzen Abfahrt begann die Straße kurz darauf in Morez erneut zu steigen und es ging auf die Côte des Rousses (1097 m), die für 6,6 Kilometer im Schnitt mit 5,1 % anstieg. Sie galt als Bergwertung der 3. Kategorie und wurde nach 36,8 Kilometern überquert. Danach stieg die Straße im Jura-Gebirge jedoch noch weiter an, ehe der höchste Punkt bei Le Tabagnoz erreicht wurde. Entlang der Valserine ging es nun stromabwärts leicht abschüssig über Mijoux und Chézery-Forens nach Bellegarde-sur-Valserine. Nach ein paar kleinen Wellen am Ufer der Rhone wurden Vulbens, Viry und Archamps durchfahren, bevor die Straße erneut zu steigen begann und auf den Col de la Croisette (1175 m) führte. Dieser 4,6 Kilometer lange Anstieg wies eine durchschnittliche Steigung von 11,2 % auf und gilt als Bergwertung der 1. Kategorie. Er wurde 47,9 Kilometer vor dem Ziel überquert, wobei kurz darauf mit der Côte du Mont (823 m) bei Kilometer 146 eine weitere Bergwertung der 3. Kategorie erfolgte. Diese stieg für 2,1 Kilometer mit 8,3 % an. Im Anschluss ging es über La Roche-sur-Foron nach Bonneville, wo der Schlussanstieg begann.

Der Schlussanstieg auf das Plateau de Solaison war 11,3 Kilometer lang und wies eine Durchschnittssteigung von 9 % auf. Im unteren Teil erfolgte der Anstieg zum Plateau de Solaison auf der D186, ehe es ab Brizon auf der schmaleren D186A zum Ziel ging. Zu Beginn des Anstiegs lagen die Kilometerschnitte teils bei mehr als 11 %, ehe die Straße im oberen Abschnitt etwas abflachte. Der Anstieg galt als Bergwertung hors catégorie, wobei sich das Ziel auf einer Höhe von 1508 Metern befand. +StreckenführungOrtKilometerLänge (km)Höhe (m)Ø Steigungmax. Steigungneutralisierter StartChampagnole −4offizieller StartCize (N5)0ZwischensprintSaint-Laurent-en-Grandvaux17,3Bergwertung (3. Kategorie)Côte des Rousses36,86,610975,1 %unbekanntBergwertung (1. Kategorie)Col de la Croisette1366,2117511,2 %12,5 %Bergwertung (3. Kategorie)Côte du Mont1462,18238,3 %unbekanntBergwertung (Hors Catégorie)Plateau de Solaison183,911,315089,0 %11,3 %Ziel

Rennverlauf Da wie am Vortag der Zwischensprint in der Anfangsphase der Etappe angesetzt war, blieb das Fahrerfeld zunächst für etliche Kilometer zusammen. Auch diesmal gewann Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) vor Mads Pedersen (Lidl-Trek) und Max Kanter (XDS Astana Team) den Zwischensprint. Danach folgten mehrere Ausreißversuche. So versuchten unter anderem Thymen Arensman (Netcompany Ineos Cycling Team), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) sich vom Hauptfeld abzulösen, jedoch ohne Erfolg. Paret-Peintre war es, der als Erster die erste Bergwertung des Tages vor Carapaz überquerte. Danach gab es weitere Ausreißversuche. Auch diesmal wurden die Fluchtgruppen vom Peloton eingeholt. Rund 105 Kilometer vor dem Ziel flammte der Kampf um eine neue Ausreißergruppe auf. Nach einem Solo-Versuch von Nikolas Winokurow (XDS Astana Team) kam es zu einer Spaltung im Hauptfeld. Nicht weniger als 24 Fahrer setzten sich ab:

Guillaume Martin und Ewen Costiou (beide von Groupama-FDJ United) Ben Healy und Alex Baudin (beide von EF Education-EasyPost) Raúl García Pierna und Einer Rubio (beide von Movistar Team) Brent Van Moer und Thomas Pidcock (beide von Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) Kévin Vauquelin und Egan Bernal (beide von Netcompany Ineos Cycling Team) Bruno Armirail und Victor Campenaerts (beide von Team Visma-Lease a Bike) Ilan Van Wilder von Soudal Quick-Step Yannis Voisard von Tudor Pro Cycling Team Matej Mohorič von Bahrain Victorious Marco Frigo von NSN Cycling Team Tim van Dijke von Red Bull-Bora-hansgrohe Aurélien Paret-Peintre von Decathlon CMA CGM Team Nikolas Winokurow von XDS Astana Team Quinn Simmons von Lidl-Trek Adam Yates von UAE Team Emirates-XRG Mauro Schmid von Team Jayco AlUla Alexandre Delettre von TotalEnergies Abel Balderstone von Caja Rural-Seguros RGA

Der Vorsprung der Ausreißergruppe wuchs auf fast 3 Minuten an. Im Hauptfeld übernahmen zunächst UAE Team Emirates-XRG und Team Visma-Lease a Bike abwechselnd die Führungsarbeit. In der Spitzengruppe machte Van Moer das Tempo, um seinen Teamleader Pidcock zu helfen. Beim Anstieg zum Col de la Croisette fuhr Pidcock an der Spitze der Ausreißergruppe, bis sich Simmons etwa 2 Kilometer vor dem Gipfel absetzen konnte und als Erster die Kuppe überquerte. Pidcock, Rubio, Yates und Voisard lagen nicht weit hinter Simmons zurück und konnten in der Abfahrt wieder zu Simmons aufschließen. Auf dem Weg zum Côte du Mont schlossen auch die Verfolger Costiou und Schmid zur Spitzengruppe wieder auf. Die neuformierte Spitzengruppe bestand nun aus 7 Fahrern. Pidcock überquerte vor Simmons den Côte du Mont. In der Abfahrt griff Schmid an und konnte sich als Solist absetzen, der Abstand zur Verfolgergruppe war dennoch gering und Betrug zuerst nur rund 10 Sekunden, etwas später 30 Sekunden.

Inzwischen hatte sich das Hauptfeld deutlich gelichtet und wurde zu einer Favoritengruppe. Das Team Visma-Lease a Bike übernahm die Führungsarbeit und erhöhte das Tempo. Etwa 23 Kilometer vor dem Ziel stürzte ihr Teamkapitän Jonas Vingegaard beim Verlassen eines Kreisverkehrs. Vingegaard rutschte gegen die Bordsteinkante und riss dabei seinen Teamkollegen Sepp Kuss sowie Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG) mit sich. Während die anderen Fahrer weiterfahren konnten, blieb Vingegaard am Boden liegen. Er konnte das Rennen nicht fortsetzen und schied mit einem gebrochenen Schlüsselbein und mehreren Schürfwunden aus der Tour aus. Bis zum Unfall kämpfte der Däne um das Gesamtklassement und lag vor Etappenbeginn auf Platz 2 mit 4:30 Minuten Rückstand. Kurz danach meldete auch Tim Merlier (Soudal Quick-Step) seine Aufgabe, er lag bis dato auf Platz 4 in der Punktewertung.

Im Hauptfeld übernahm nun Bahrain Victorious für ihren Teamkollegen Lenny Martinez das Tempo, um den Abstand zu Pidcock so gering wie möglich zu halten. Denn die Verfolgergruppe um Pidcock hatte am Fuße des letzten Anstiegs etwas mehr als 2 Minuten Vorsprung auf die Favoritengruppe. Schmid hatte wiederum weitere 30 Sekunden Vorsprung. Beim Anstieg zum Plateau de Solaison setzte sich Simmons erneut von der Verfolgergruppe ab und holte Schmid relativ schnell ein. Schmid konnte das Tempo nicht mithalten, Simmons fuhr als Solist weiter voran. Pidcock und die weiteren Verfolger wurden etwa 8 Kilometer vor dem Ziel von der Favoritengruppen eingeholt. Nur Yates und Simmons fuhren noch jeweils allein an der Spitze. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) übernahm daraufhin selbst das Tempo, nur sein Teamkollege Isaac Del Toro und Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) konnten dem Slowenen folgen. Sie bauten ihren Vorsprung auf das Verfolger-Trio aus Juan Ayuso (Lidl-Trek), Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) nach und nach aus. Das Trio um Pogačar holte etwa 6 Kilometer vor dem Ziel zunächst Yates ein und etwa einen Kilometer später dann auch Simmons. Danach forcierte Pogačar nochmal das Tempo, musste von seiner Tempoverschärfung abrücken, da sein Teamkollege Del Toro sichtlich nicht Schritt halten konnte. Auf dem letzten Kilometer griff Del Toro zweimal an, doch Evenepoel reagierte beide Male. Kurz danach setzte Evenepoel zum Sprint an. Pogačar folgte ihm dicht auf den Fersen, konnte ihn aber nicht mehr überholen. So sicherte sich Evenepoel seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France. Del Toro wurde mit sechs Sekunden Rückstand Dritter. Seixas und Lipowitz folgten mit 58 Sekunden Rückstand.

Quinn Simmons wurde von der Renn-Jury als kämpferischster Fahrer der Etappe gekürt. Zum Ende der zweiten Tourwoche musste Paul Seixas als Vierter der Etappe das Weiße Trikot an Isaac Del Toro abgeben. Durch Jonas Vingegaards Aufgabe rückte Remco Evenepoel auf den zweiten Platz im Gesamtklassement auf, sein Rückstand zu Pogačar betrug 5 Minuten. Jasper Philipsen konnte auf den letzten Etappen einige Punkte zum Träger des Grünen Trikots, Mads Pedersen, gut machen. Der Abstand zwischen den beiden betrug nur noch 31 Punkte. In der Bergwertung lag Pogačar weiterhin vorn, er konnte seinen Abstand zu den Verfolgern zuletzt ausbauen. In der Mannschaftswertung konnte das Team Lidl-Trek weiterhin ihre Führung in der Mannschaftswertung verteidigen, der Vorsprung zu UAE Team Emirates-XRG schrumpfte allerdings auf wenige Minuten.

Ergebnis

Gesamtstände

Ausgeschiedene Fahrer Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike): wegen Schlüsselbeinbruch, den er sich beim Sturz zuzog, während der Etappe aufgegeben. Tom Van Asbroeck (NSN Cycling Team): während der Etappe aufgegeben. Tim Merlier (Soudal Quick-Step): wegen einer Erkrankung während der Etappe aufgegeben.

Einzelnachweise

Weblinks

15. Etappe der Tour de France 2026 in der Datenbank von FirstCycling.com Pressemappe und Endergebnis der 15. Etappe von tissottiming.com zur Verfügung gestellt (PDF; 4,3 MB)

Etappe 15 #202615 Kategorie:Sportveranstaltung im Département Jura Kategorie:Champagnole Kategorie:Sportveranstaltung im Département Haute-Savoie Kategorie:Brizon