Hans Ludwig Leopold von Rohr (* 28. September 1772 in Tempelberg; † 6. August 1850 in Teplitz) war ein preußischer Verwaltungsjurist.
Herkunft Hans Ludwig Leopold von Rohr war Angehöriger des Adelsgeschlechts von Rohr. Er war ein Sohn von Philipp Ludwig Ewald von Rohr (1710–1782), Erbherr auf Tempelberg und Wilmersdorf, preußischer Landrat im Landkreis Lebus, und dessen zweiter Ehefrau (⚭ 1769) Henriette Luise (* 6. März 1730; † 1. November 1806), verwitwete von Wulffen, geb. von der Marwitz.
Leben Hans Ludwig Leopold von Rohr wurde zunächst bis zum Alter von 13. Jahren durch einen Privatlehrer unterrichtet. Im Anschluss besuchte er das Köllnische Gymnasium in Berlin, wo er 1790 mit dem Abitur abschloss. Im Anschluss studierte er bis 1792 gemeinsam mit seinem Bruder Philipp Heinrich Carl von Rohr (1771–1845) an der Universität Halle. Hier besuchte er neben juristischen und kameralistischen Lesungen, Vorträge über das neue Gesetzbuch und die Prozessordnung, sowie Staats-, Kirchen- und Kriminalrecht. Nach Ende seines Studiums ging von Rohr nach Westfalen, wo er im Januar 1793 Anstellung als expedierender Sekretär im Korps von Knobbelsdorf Anstellung fand.
Im Oktober 1796 wurde er Assessor im Kommissariat der Observationsarmee in Westfalen. Während eines Aufenthalts in Minden im Dezember 1797 war er in der Direktion des Generalleutnants von Geusau tätig. Nachdem er im Januar 1798 um Zulassung zum großen Examen gebeten hatte, legte er dieses erfolgreich am 28. April 1798 in Anwesenheit des Ministers von Heynitz ab. Nach einer ersten Tätigkeit als Assessor bei der neumärkischen Kammer, wurde er am 15. Dezember 1798 zum außerordentlich Kriegs- und Domänenrat bei der Neumärkischen Kriegs- und Domänenkammer in Küstrin ernannt.
Ab 1802 war von Rohr für Minister von der Schulenburg-Kehnert in der Organisations-Kommission Vermutlich ist damit die Spezial-Organisations-Kommission nach der Säkularisation des Hochstifts Hildesheim gemeint. in Hildesheim und Heiligenstadt tätig. Seit dem 9. Juli 1803 als Kriegs- und Domänenrat in Heiligenstadt tätig, wurde er am 6. Februar 1804 mittels Odre zum zweiten Direktor der Kriegs- und Domänenkammer in Heiligenstadt ernannt. Im Herbst des Jahres 1805 dirigierte er das Kommissariat beim Korps Fürst von Hohenlohe. Nach der Schlacht bei Jena und der Kapitulation von Prenzlau im Jahr 1806 brachte von Rohr die ihm anvertrauten Kassen nach Pillau in Sicherheit. 1807 dirigierte er das Kommissariat der Reservearmee. Ab dem 1. September 1809 war er als Regierungsdirektor bei der pommerschen Regierung tätig. Im Jahr 1850 ist er als Chef-Präsident der Oberlandesregierung gestorben.
Persönliches Hans Ludwig Leopold von Rohr war seit 1799 in Minden mit Amalie Henriette (1776–1810), geb. von Hass, verheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren u. a.: Philipp von Rohr (1801–1869) Emma von Rohr (1802–1877) Emil Ferdinand Leopold von Rohr (1805–1873), preußischer Generalleutnant Ferdinand Franz Emil von Rohr (1805–1873)
Literatur
Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Band 5, Gotha 1904, Justus Perthes S. 725
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Einzelnachweise
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