Hans Diroll (* 12. September 1871 in Trossenfurt im Landkreis Haßberge; † 13. Februar 1949 in Lichtenfels (Oberfranken)) war ein deutscher Bauunternehmer und Baumeister sowie Mitglied des Bayerischen Landtags.

Leben Hans Diroll wurde als Sohn der Eheleute Jakob und Sabine Diroll geb. Müller geboren. Sein Vater war Betreiber des Steinbruchs Kleinziegenfeld in Oberfranken. Nach dem Volksschulabschluss erlernte er den Maurer- und Steinmetzberuf und war danach im väterlichen Bauunternehmen tätig. Er besuchte in Würzburg die Kreisbaugewerksschule und schloss 1893 die Ausbildung ab. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Adam das väterliche Unternehmen, das 1910 aufgeteilt wurde: Adam erhielt den Steinbruch, während Hans das Bauunternehmen samt Baumaterialienhandel und Leichtsteinfabrik übernahm. Im Laufe der Jahre war er an verschiedenen Bahnbauten in Ober- und Unterfranken sowie am Bau der Lichtenfelser Kanalisation beteiligt.

1902 gehörte er zu den Gründern des Lichtenfelser Gewerbevereins und war bis 1930 dessen erster Vorsitzender. Er engagierte sich in der Politik, wurde Mitglied der Bayerischen Volkspartei (von 1919 bis 1924 zweiter Vorsitzender des Ortsvereins Lichtenfels) und hatte von 1904 bis 1914 einen Sitz im Gemeindeverordnetenkollegium und im Anschluss bis 1919 im Stadtmagistrat. 1907 war er Mitbegründer des Heimatmuseums Lichtenfels und gehörte zwei Jahre später zu den Mitbegründern der Allgemeinen Ortskrankenkasse Lichtenfels, deren Vorstandsvorsitzender er lange Jahre war. Diroll gehörte auch der Handwerkskammer für Oberfranken in Lichtenfels an und war von 1926 bis 1931 Vorstandsmitglied. Von 1919 an hatte er einen Sitz im Bezirksrat (Kreistag) und war Mitglied des bayerischen Landtags, gewählt im Stimmkreis Lichtenfels. mini|Ehemalige Mainmühle in Lichtenfels, 1922/1923 von Hans Diroll errichtet

1922/1923 gehörte er zu den Erbauern des Kriegerehrenmals für die Toten des Ersten Weltkriegs.Der Neue Wiesenthote vom 4. Juni 2023: Dirollhäuser und Denkmäler, Führung durch die Lichtenfelser Stadtgeschichte Digitalisat mini|Kriegerdenkmal in Lichtenfels, 1922/1923 von Diroll errichtet

Diroll war Verfasser verschiedener heimatgeschichtlicher Werke: 1936 Kulturgeschichtliche Denkmäler in Lichtenfels und Umgebung, 1939 Es war einmal..Kloster Landheim und 1940 Vor vierhundert Jahren.

Familie Am 19. Mai 1896 heiratete er Anna Deuerling, mit der er zwei Söhne und zwei Töchter hatte.

Ehrungen 1926 Landesgewerberat Die Hans-Diroll-Straße in Lichtenfels wurde nach ihm benannt

Siehe auch Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (Weimarer Republik, 1. Wahlperiode)

Weblinks

Einzelnachweise

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