Susanne Rippl (* 1966 in Gießen) ist eine deutsche Soziologin und Professorin am Institut für Soziologie der Technischen Universität Chemnitz. Sie leitet dort den Arbeitsbereich Politische Soziologie und forscht zu Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, politischer Sozialisation, politischen Einstellungen in Ostdeutschland und zur Sozialstruktur politischer Einstellungen.

Leben Rippl studierte Sozialwissenschaften in Gießen. Von 1991 bis 1993 war sie Stipendiatin am Graduiertenkolleg Köln für Sozialwissenschaften und verfasste dort ihre Dissertation mit dem Titel Intergruppenkonflikte und persönliche Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschen. Sie wurde 1995 in Gießen promoviert und habilitierte sich 2005 mit einer Arbeit mit dem Titel Umweltbewusstsein und Umweltverhalten. Ein empirischer Theorienvergleich aus kulturvergleichender Perspektive mit der Lehrbefugnis für Soziologie an der Technischen Universität Chemnitz. Anfang 2019 wurde sie dort zur außerplanmäßigen Professorin bestellt.

Wirken Rippls Werk umfasst zahlreiche Schriften in den Bereichen der politischen Soziologie, der Autoritarismus- und Rechtsextremismusforschung sowie der kulturvergleichende Sozialforschung. Mit Christian Seipel und Angela Kindervater veröffentlichte sie 2000 den Sammelband Autoritarismus: Kontroversen und Ansätze der aktuellen Autoritarismusforschung. Mit Dirk Baier und Klaus Boehnke veröffentlichte sie 2007 die Studie Europa auf dem Weg nach rechts? Die EU-Osterweiterung und ihre Folgen für politische Einstellungen in Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. Gemeinsam mit Christian Seipel publizierte sie das Lehrbuch Methoden kulturvergleichender Sozialforschung, das mittlerweile in dritter Auflage erschien. Zu ihren Monografien mit Seipel gehören Rechtspopulismus und Rechtsextremismus: Erscheinung, Erklärung, empirische Ergebnisse (2022) sowie Umkämpfte Deutungshoheit: Wie rechte Narrative die Demokratie unterwandern (2026). In Beiträgen für die Bundeszentrale für politische Bildung analysierte sie rechtspopulistische Repräsentationsnarrative und Ursachen des Rechtsextremismus in liberalen Demokratien. In der Süddeutschen Zeitung ordnete sie 2019 die These eines Rechtsrucks in der gesellschaftlichen Mitte ein und betonte eher die öffentliche Sichtbarkeit latenter Einstellungen als einen umfassenden Einstellungswandel.

Veröffentlichungen (Auswahl) mit C. Seipel: Umkämpfte Deutungshoheit: Wie rechte Narrative die Demokratie unterwandern. Kohlhammer. 2026, ISBN 978-3-17-045858-1; https://doi.org/10.17433/978-3-17-045859-8 mit C. Seipel: Rechtspopulismus und Rechtsextremismus: Erscheinung, Erklärung, empirische Ergebnisse. Kohlhammer. 2022, ISBN 978-3-17-038789-8; https://doi.org/10.17433/978-3-17-038790-4 mit C. Seipel: Methoden kulturvergleichender Sozialforschung: Eine Einführung (3., überarb. und aktual. Aufl.). Springer VS. 2022, ISBN 978-3-658-38156-1; https://doi.org/10.1007/978-3-658-38157-8 mit D. Baier, K. Boehnke: Europa auf dem Weg nach rechts? EU-Osterweiterung und ihre Folgen für politische Einstellungen in Deutschland: eine vergleichende Studie in Deutschland, Polen und der Tschechischen Republik. VS Verlag für Sozialwissenschaften. ISBN 978-3-531-14691-1; 2007, https://doi.org/10.1007/978-3-531-90282-1 mit D. Baier: Das Deprivationskonzept in der Rechtsextremismusforschung: Eine vergleichende Analyse in Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 57, 644–666. 2005, https://doi.org/10.1007/s11577-005-0219-0

Einzelnachweise

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