Gerhard Händler (* 24. Juli 1906 in Schweidnitz; † 1982) war ein deutscher Kunsthistoriker. Händler war von 1933 bis 1943 Leiter der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau und stand zwischen 1954 und 1970 dem Duisburger Kunstmuseum bzw. dem Lehmbruck Museum Duisburg vor.

Leben Gerhard Händler wurde im Jahr 1906 geboren. Er promovierte bei Paul Frankl an der Universität Halle. Im Januar 1933 wurde Händler Volontär bei der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau. Bereits im Juni 1933 übernahm er kommissarisch die Leitung der Galerie, zuvor hatte sich der bisherige Direktor Ludwig Grote unter dem Druck der Nationalsozialisten in den Ruhestand versetzen lassen. Nach 1939 wurde Händler auch offiziell Generaldirektor. Unter ihm wurde die Galerie im Sinne des Nationalsozialismus zu einem „Spiegelbild der Vielfältigkeit und des Reichtums des germanischen Geistes“ umgewandelt, viele Werke unbotmäßiger Künstler wurden als „entartet“ aus den Sammlungen entfernt.

Händler beantragte am 7. Juli 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.566.183),Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12911206 er schloss sich auch der SA an. Parallel zu seiner Arbeit als Museumsdirektor war Händler bis 1939 als Landeskonservator von Anhalt tätig. Er wurde im Februar 1943 zur Wehrmacht eingezogen. Im November 1947 wurde Gerhard Händler zum Direktor des Halleschen Moritzburgmuseums berufen. Im Auftrag Eduard Hennings wirkte er außerdem am Ausstellungsprogramm der Galerie Henning in Halle mit. Bereits 1949 verließ er die SBZ, weil er mit den kulturpolitischen Vorgaben nicht einverstanden war.

Ab 1954 ist Händler als Direktor des Duisburger Kunstmuseums nachweisbar. Er organisierte zur Jahreswende 1955 die erste große Lehmbruck-Ausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dieser Schau begründete er die Neuausrichtung des Museums. Im Februar 1956 beschloss der Duisburger Stadtrat den Bau eines eigenen Lehmbruck Museums aus den Beständen des Kunstmuseums. Das Museum wurde 1964 eröffnet, wobei Händler die Leitung weiterführte. Neben dem Museum entstand ein Archiv, in dem laut der Aussage Händlers „alles enthalten sein, was über Lehmbruck und seine Kunst Auskunft gibt“. Händler stand dem Museum bis 1970 vor. Er starb im Jahr 1982.

Werke (Auswahl) Deutsche Malerei der Gegenwart. Berlin 1956. Fritz Grasshoff. Städt. Kunstmuseum Duisburg. Museumsverein, Duisburg 1956. Wilhelm Lehmbruck. Die Zeichnungen der Reifezeit. Hatje, Stuttgart 1985, ISBN 3-7757-0188-5.

Literatur Söke Dinkla (Hrsg.): Eine große Idee. 50 Jahre Lehmbruck Museum. Wienand, Köln 2014, ISBN 978-3-86832-225-5.

Einzelnachweise

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