Die Sondereinsatzkräfte der Streitkräfte der Ukraine () sind eine separate Teilstreitkraft der ukrainischen Streitkräfte und stellen die Spezialeinheiten der Streitkräfte.
Sie sind als nicht-geheimdienstliche Kommandos die Elite der Streitkräfte und auf NATO-Standard ausgebildet. Zu ihren Aufgaben gehören Einsätze hinter feindlichen Linien, asymmetrische Kriegführung als auch psychologische Kriegsführung. Zudem koordinieren und unterstützen sie den ukrainischen Widerstand in den besetzten Gebieten.
Geschichte mini|200px|links|Ukrainische SSO-Soldaten, 2016 Die Teilstreitkraft entstand auf Basis von Einheiten der Hauptverwaltung Aufklärung (HUR), der militärische Nachrichtendienst, der wiederum aus den sowjetischen GRU Speznas hervorgegangen war.
Die Geschichte der Sondereinsatzkräfte geht bis ins Jahr 2007 zurück. In diesem Jahr erließ der damalige Verteidigungsminister Anatolij Hryzenko ein Direktiv zur Bildung der Direktion für Sondereinsatzkräfte als Struktureinheit unter dem Generalstabs. Die Direktion wurde von Jurij Serwetnyk geleitet, der das Konzept ausarbeitete. Die Direktion bestand bis 2012.
Obwohl die SSO erst 2016 formell aufgestellt wurden, waren die Verbände und Soldaten, die sie formen sollten, bereits seit 2014 als Speznas im aktiven Einsatz in Russlands Krieg gegen die Ukraine.
Russisch-Ukrainischer Krieg Krieg im Donbas Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 und dem Ausbruch des Krieges im Donbas gab der Übergangspräsident Oleksandr Turtschynow bekannt, dass die Ukraine ihre Steitkräfte von Grund auf neu aufbauen müsste, wegen der Misswirtschaft unter dem vorherigen Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Zudem wären der Ukraine zu Beginn der Invasion nur um die 6.000 kampffähige Infanteriesoldaten zur Verfügung gestanden. Aufgrund dieser Umstände und der Unvorbereitetheit der Nationalgarde wären nur die Spezialeinheiten in der Position gewesen der bewaffneten Aggression Russlands entgegenzuwirken, meinte der Vertedigungsminister Stepan Poltorak im Oktober 2014.
Im März 2014 eskortierte die Spezialeinheit Alfa des SBU den damaligen Gouverneur der Oblast Donezk, Andrij Schyschazkyj, da dieser von pro-russischen Separatisten angegriffen worden war. Später im April befreite die Einheit zusammen mit der Spezialeinheit Omega der Nationalgarde den Flughafen Kramatorsk, und nahm dabei eine ungenannte Anzahl an Separatisten gefangen. Dabei sollen keine eigenen Verluste erlitten worden sein.
Beide Einheiten waren im Verlaufe des Jahres 2014 weiter im Donbas aktiv.
Sondereinsatzkräfte waren auch tief in von Rebellen kontrolliertem Gebiet im Einsatz. Unter anderem in den Städten Luhansk und Donezk.
Die Ukrainische Marineinfanterie unterhielt eine eigene Spezialeinheit in From des 73. Marine-Speznas-Zentrum. Ihr damaliger Kommandeur, Sintschenko Oleksij, fiel im August 2014 in der Oblast Donezk.
mini|Soldaten des 8. Speznas-Regiments in der Ostukraine, 2014 Während der zweiten Schlacht um den Flughafen Donezk ab September des Jahres waren Soldaten des 3. Speznas-Regiments Teil der Cyborgs die den Flughafen Donezk bis zu letzt verteidigten. Die Separatisten hatten mehrfach erklärt, den Flughafen eingenommen zu haben. Jedoch wehte die Flagge der Ukraine über dem Kontrollturm, was erkennen ließ, dass der Flughafen nicht eingenommen wurde. Die Verteidiger konnten Angriffe russischer T-72, Grad- und Uragan-Raketenwerfer sowie schwerer 2S4 Tjulpan-Mörser widerstehen. Im September begannen russische Speznas, die Rebellen aktiv beim Angriff auf den Flughafen zu unterstützen. Bis Ende des Monats gelang es ihnen jedoch nur 500 Meter näher an das Gelände vorzurücken.
Im Januar 2016 ernannte der Verteidigungsminister den Generalmajor Ihor Lunjow, zuvor Stellvertretender Kommandeur der Luftsturmtruppen, zum Kommandeur der SSO. Damit galt die strukturelle Aufstellung der Teilstreitkraft als abgeschlossen.
Bis zum 14. Mai hatten die ersten 29 Ausbilder des Ausbildungszentrum der Sondereinsatzkräfte ihr Training aboslviert. Sie wurden ab November 2015 im Rahmen der Joint Multinational Training Group - Ukraine (bestehend aus USA, Litauen, Lettland, Estland) ausgebildet.
Bis zum 28. Oktober 2017 hatten die Sondereinsatzkräfte folgende bekannte Verluste zu beklagen: 3. Sondereinsatzregiment: 44 † 8. Sondereinsatzregiment: 14 † 73. Marine-Sondereinsatzzentrum: 10 † 140. Sondereinsatzzentrum: 5 †
Im Juni 2019 wurde das 140. Sondereinsatzzentrum der ukrainischen SSO als erste nicht-NATO-Einsatzkraft als Spezialeinsatzkraft nach NATO-Standard zertifiziert und durfte somit an der NRF teilhaben.
Zum Januar 2022 wurde beschlossen die Sondereinsatzkräfte um 1.000 Mann zu verstärken.
Vollinvasion Auch seit dem vollumfänglichen Angriff Russlands im Februar 2022 sind die Sondereinsatzkräfte im ständigen Einsatz.
Ukrainischer Widerstand Die Sondereinsatzkräfte sind auch damit geauftragt den ukrainischen Widerstand in den besetzten Gebieten zu koordinieren und zu unterstützen. Dafür Arbeiten sie mit Gruppen wie Atesch, Tschornaja iskra und anderen Partisanen zusammen.
Struktur mini|200px|Soldaten der SSO vor einem Hubschrauber der 35. Staffel während einer Übung mini|200px|Humvee der SSO mit Mk 19 Granatwerfer mini|200px|Präsident Selenskyj mit einem SSO-Soldaten während eines Frontbesuches
40px Kommando der Sondereinsatzkräfte 30px Einheit Balista 30px Einheit Genius 30px Einheit Kep 30px Sondereinsatzzentrum „Ost“ / 3. Sondereinsatzregiment 30px Sondereinsatzzentrum „West“ / 8. Sondereinsatzregiment 30px 12. Sondereinsatzabteilung 30px Sondereinsatzzentrum „Süd“ / 73. Marine-Sondereinsatzzentrum 30px 77. Zentrum zum Schutz von Staatsgeheimnissen 30px 98. Aufklärungszentrum 30px 140. Sondereinsatzzentrum 30px 144. Sondereinsatzzentrum 30px 175. Sondereinsatz-Reservebataillon Unterstützende Elemente 30px Nachrichten- und Informationszentrum 30px Büro für zivil-militärische Zusammenarbeit 30px 5. Rekrutierungszentrum 30px 99. Führungs- und Unterstützungsregiment 30px 111. Fernmelderegiment 30px 142. Ausbildungszentrum Elemente für Unbemannte Systeme 30px Drohneneinheit Rominy 30px Drohneneinheit Tangogrom 30px Killgores Napalmeinheit Elemente für psychologische Kriegsführung 30px Informationskriegszentrum Ost 30px 16. Informationskriegsführungszentrum 30px 72. Informationskriegsführungszentrum 30px 74. Informationskriegsführungszentrum 30px 83. Informationskriegsführungszentrum 35px Kommando des Ranger-Korps 30px 4. Sondereinsatzregiment Ranger 30px 5. Sondereinsatzregiment 30px 6. Sondereinsatzregiment 30px 7. Sondereinsatzregiment 35px Ruch Oporu-Kommando (Widerstandbewegung) 30px Zentrum für Nationalen Widerstand 25px Nationaler Widerstand Charkiw 25px Nationaler Widerstand Chmelnyzkyj 25px Nationaler Widerstand Kyjiw 25px Nationaler Widerstand Lwiw 25px Nationaler Widerstand Transkarpatien 25px Nationaler Widerstand Berehowe 25px Nationaler Widerstand Oleksandrija 30px Ruch Oporu Nord 30px Ruch Oporu Ost 30px Ruch Oporu Süd 30px Ruch Oporu West 25px Dohneneinheit Faust
Elemente der Luftstreitkräfte 30px 35. Gemischte Fliegerstaffel
Führung mini|200px|SSO-Soldat empfängt Ehrung von Präsident Selenskyj Kommandeure Generalmajor Ihor Lunjow (5. Januar 2016 – 25. August 2020) Generalmajor Hryhorij Halahan (25. August 2020 – 25. Juli 2022) Generalmajor Wiktor Chorenko (25. Juli 2022 – 3. November 2023) Oberst Serhij Lupantschuk (3. November 2023 – 9. Mai 2024)
Generalmajor Brigadegeneral Oleksandr Trepak (seit 9. Mai 2024)
Stabschefs Generalmajor Serhij Krywonos (5. Januar 2016 – 12. März 2019)
Stellvertretende Kommandeure Brigadegeneral Oleh Netschajew (2019 – 2022)
Siehe auch Kommando Spezialkräfte Kabul 9 Auslandsnachrichtendienst der Ukraine
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Militär (Ukraine)