Heinz Viktor Humbach (* 2. August 1928 in Köln; † 20. Juni 2004 ebenda) war ein deutscher Widerstandskämpfer, Aktivist und Kommunist. Er war während des Zweiten Weltkriegs Mitglied der überwiegend kommunistischen Kölner Untergruppe des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD), die ihren Treffpunkt auch in seinem Elternhaus im Sülzgürtel 8 hatte. Nach dem Krieg engagierte sich Humbach in der KPD, nach deren Verbot in der DKP, und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Bis zu seinem Tod war er politisch aktiv und sprach als Zeitzeuge an Kölner Schulen.
Kindheit und Jugend Heinz Humbach wurde am 2. Juli 1928 als zweiter Sohn kommunistisch aktiver Eltern geboren. Seine Eltern Ferdinand und Margarete Humbach traten 1931 in die KPD ein. 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde sein Vater zum ersten Mal verhaftet. Heinz und sein Bruder Gerd wurden so schon früh mit Politik konfrontiert.
1944 ging er zu Tarnungszwecken zur Hitlerjugend. Nach einer abfälligen Bemerkung gegenüber dem Bannführer wurde er jedoch bereits am ersten Tag mit Prügel bestraft und floh nach Hause. Die nächsten Wochen tauchte er bei Verwandten in Osnabrück unter.
Nationalkomitee Freies Deutschland Mitte Juli 1943 gründeten exilierte KPD-Mitglieder und andere deutsche Kriegsgefangene das NKFD im sowjetischen Kriegsgefangenenlager Krasnogorsk unter Kontrolle des sowjetischen Geheimdienstes. Über den in Moskau gegründeten Sender „Freies Deutschland“ konnten ab dem 20. Juli 1943 mehrmals täglich Sendungen in ganz Deutschland ausgestrahlt werden.
In Köln gründete sich, wie auch in anderen Städten, eine Untergruppe des NKFD. Gegründet und geleitet wurde die Gruppe von kommunistischen Funktionären, darunter Engelbert Brinker, Johannes Kerp, Otto Richter, Wilhelm Tollmann und Jakob Zorn.
Durch den Bombenkrieg musste das Quartier der Gruppe regelmäßig verlegt werden. So kam es dazu, dass auch in dem Haus, in dem die Familie Humbach wohnte, zwischenzeitlich ein Quartier eingerichtet wurde. Hier tauchten u. a. eine sozialdemokratische Jüdin mit Tochter und Widerstandskämpfer, die von der Gestapo gesucht wurden, unter.
1944 gab ein Mitglied der Gruppe unter schwerer Folter die Adresse preis. Am 24. November 1944 stürmten die SA und die SS die Wohnung der Familie Humbach und verhafteten alle anwesenden Personen, darunter auch den 16-jährigen Heinz Humbach. Sie wurden in das Gestapo-Gefängnis Brauweiler gebracht und dort gefoltert sowie misshandelt.
Drei Monate blieb Humbach dort inhaftiert. Wegen des Vorrückens der Alliierten wurden die Gefangenen von Brauweiler in das Zuchthaus von Siegburg verlegt, in dem die Flecktyphusseuche ausgebrochen war. Nach dem Krieg kam die Familie Humbach zurück nach Köln. 1947 starb Ferdinand Humbach an Lungen-Tuberkulose.
Nach dem Krieg Nach dem Krieg widmete sich Humbach der Organisation kommunistischer Gruppen. Er war an der Gründung der FDJ beteiligt, bildete Jugendgruppen in verschiedenen Kölner Stadtteilen und organisierte Kulturveranstaltungen.
1948 begann Humbach, bei den Ford-Werken in Köln zu arbeiten. Dort engagierte er sich in der Gewerkschaftsjugend und wurde 1951 in den Betriebsrat gewählt, jedoch kurz vor der Wahl entlassen. Daraufhin war er als Kreissekretär bei der KPD tätig und machte bei der KPD-Zeitung Die Volksstimme eine Ausbildung zum Journalisten. mini|Heinz Humbach (links) mit Hermann Kant auf dem 10. SED-Parteitag in Berlin, 1981 Humbach machte 1954 Werbung für das zweite Deutschlandtreffen der FDJ in Berlin und wurde daraufhin verhaftet, weil es seit 1951 ein FDJ-Verbot gab. Nach wenigen Wochen wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Infolge des KPD-Verbots im Jahre 1956 wurde Humbach 1959 zum zweiten Mal verhaftet. Er blieb neun Monate im Gefängnis. Ein drittes Mal wurde er ebenfalls wegen verbotener Tätigkeit für die KPD verhaftet und war 14 Monate inhaftiert. Nach ihrer Gründung 1968 trat Humbach der DKP bei und war als Landesvorsitzender der DKP Nordrhein-Westfalen regelmäßig auf Reisen in kommunistischen Ländern, vor allem der DDR und der Sowjetunion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion trat er desillusioniert aus der DKP aus.NSDOK, Best. 245, Mappen 10, 22-24
Der Aufarbeitung der NS-Zeit und der Bekämpfung neuer rechtsextremer Strömungen widmete Humbach den Rest seines Lebens. Er war maßgeblich am Aufbau des NS-Dokumentationszentrums Köln im EL-DE-Haus, der alten Gestapo-Zentrale Kölns beteiligt und organisierte mit der Projektgruppe Messelager Besuchsprogramme für ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Köln.
Persönliches Heinz Humbach war zweimal verheiratet und lebte bis zu seinem Tod mit seiner zweiten Ehefrau Marie-Luise „Malle“ Bensch-Humbach in Köln. Er starb am 20. Juni 2004 an Krebs.
Weblinks NS-Dokumentationszentrum Köln - Führungen im Haus NSDok
Einzelnachweise
Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Person (Nationalkomitee Freies Deutschland) Kategorie:DKP-Funktionär Kategorie:Mitglied der VVN-BdA Kategorie:Person (Aufarbeitung des Nationalsozialismus) Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann