mini|210px|Porträt von Antonio Muñoz Degrain Joaquín Sorolla (1898) Antonio Muñoz Degrain (* 29. August 1840 in Valencia; † 12. Oktober 1924 in Málaga) war ein spanischer Maler und Hochschullehrer. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der spanischen Landschafts- und Historienmalerei des späten Realismus und Vorläufer des Impressionismus in Spanien.
Leben und Werk Antonio Muñoz Degrain wurde in Valencia als Sohn eines Uhrmachers geboren. Dem Wunsch seiner Eltern folgend, begann er zunächst ein Studium der Architektur, wechselte jedoch bald zur Malerei und schrieb sich an der Academia de Bellas Artes de San Carlos in Valencia ein. Seine Zeit an der Akademie war jedoch nur von kurzer Dauer; Muñoz Degrain zog eigenständig nach Rom, wo er ein unstetes Bohemien-Leben führte und sich die Malerei weitgehend als Autodidakt aneignete. Die harten Lebensumstände und der Überlebenskampf in Italien veranlassten ihn schließlich zur Rückkehr nach Spanien.
Im Jahr 1862 präsentierte er seine Arbeiten erstmals der Öffentlichkeit, als er auf der Nationalen Ausstellung der Schönen Künste ein Landschaftsbild der Pyrenäen zeigte, das eine ehrenvolle Erwähnung erhielt. Von diesem Zeitpunkt an nahm er regelmäßig an den Nationalausstellungen teil.
Sein Freund Bernardo Ferrándiz Bádenes vermittelte ihm 1870 den prestigeträchtigen Auftrag, die Decke des Teatro Cervantes in Málaga auszumalen. Für sein monumentales Historiengemälde, das Königin Isabella die Katholische bei der Übergabe ihrer Juwelen an Christoph Kolumbus zeigt, wurde Muñoz Degrain 1878 mit dem Großkreuz des Ordens Karls III. ausgezeichnet. Im folgenden Jahr, 1879, übernahm er eine Professur an der Real Academia de Bellas Artes de San Telmo in Málaga.
Eine besondere internationale Würdigung erfuhr sein Kolumbus-Gemälde im Jahr 1893: Anlässlich der Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition) diente sein Motiv der Juwelenübergabe als Vorlage für eine 1-Dollar-Briefmarke der Vereinigten Staaten.1-dollar Isabella pledging her jewels. National Postal Museum der Smithsonian Institution, abgerufen am 11. Juni 2026 (englisch, Objektnummer 1980.2493.5049).Scott #241 – 1893 $1.00 Queen Isabella Pledging Her Jewels. Mystic Stamp Company, abgerufen am 11. Juni 2026 (englisch). mini|210px|Los amantes de Teruel (Antonio Muñoz Degrain) (1884) Dank eines Regierungsstipendiums unternahm er 1882 eine zweite Reise nach Rom, wo er zwei Jahre lang lebte und die europäischen Meister studierte. Neben der Landschaftsmalerei feierte er große Erfolge mit monumentalen Historienbildern sowie literarischen Motiven (unter anderem zu Werken von William Shakespeare und Miguel de Cervantes). Nach seiner Rückkehr gewann er auf der Nationalen Ausstellung den Ersten Preis für seine dramatische Darstellung einer Szene um die Liebenden von Teruel (Los amantes de Teruel, 1884).
Fünf Jahre später, im Jahr 1898, trat Muñoz Degrain die Nachfolge des renommierten Landschaftsmalers Carlos de Haes auf dem Lehrstuhl für Landschaftsmalerei an der Real Academia de Bellas Artes de San Fernando in Madrid an. Von 1901 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1913 bekleidete er dort das Amt des Direktors. In dieser Funktion übte er einen tiefgreifenden Einfluss auf die nachfolgende Generation spanischer Künstler aus; zu den bekanntesten Schülern an der Akademie gehörte der junge Pablo Picasso.
Nach seiner Pensionierung im Jahr 1913 vermachte Muñoz Degrain einen Großteil seiner verbliebenen eigenen Werke der Akademie von San Carlos sowie dem Museum der Schönen Künste in Valencia. Er verstarb 1924 im Alter von 83 Jahren in Málaga.
Werke (Auswahl) 1866: aisaje del Pardo tras la niebla („Landschaft von El Pardo beim Verziehen des Nebels“), Museo del Prado 1881: Otelo y Desdémona („Othello und Desdemona“), Museo del Prado 1884: Amor de madre („Mutterliebe“), Museo del Prado 1887: Los amantes de Teruel („Die Liebenden von Teruel“), Museo del Prado 1903: El Serein („Der Abendhimmel“), Museo de Bellas Artes de Málaga 1909: Don Quijote en las lagunas de Ruidera („Don Quijote an den Lagunen von Ruidera“), Nationalbibliothek von Spanien
Im Museum Carmen Thyssen Malaga
Literatur Peter S. Harris: Muñoz Degrain, Antonio. In: Grove Art Online. Oxford University Press, 2003 (englisch). Carmen Gracia Beneyto: Antonio Muñoz Degrain (1840–1924). Generalitat Valenciana, Valencia 1993, ISBN 84-482-0105-1 (spanisch).
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