Das Gestapomuseum (norwegisch: Gestapomuseet) in Bergen ist eine Gedenkstätte im ehemaligen Hauptquartier der Gestapo für das gesamte Vestland. Es vermittelt in interaktiven Ausstellungen Informationen über die Organisation, Methoden und Verbrechen der Gestapo während der deutschen Besatzung Norwegens.

Hintergrund mini|Deutscher Militärmarsch in Bergen am 26. April 1942, im Hintergrund das Gestapo-Hauptquartier Veiten 3 mit SS-Flagge

Im Zuge der deutschen Invasion Norwegens wurde Bergen am 9. April 1940 besetzt und unter deutsche Kontrolle gebracht. In Veiten 3, unweit der Nationalbühne im Zentrum Bergens, war nach zwölf Jahren Bauzeit im Auftrag der Bergener Handwerks- und Industriekammer gerade ein neues Bürogebäude fertiggestellt worden. Noch bevor die ersten Büros bezogen werden konnten, wurde es von der Besatzungsmacht übernommen, die hier das Hauptquartier der Gestapo für das gesamte Vestland einrichtete. Im 1. bis 3. Obergeschoss befand sich das Reichskommissariat, während die Deutsche Sicherheitspolizei (SIPO) und der Sicherheitsdienst (SD) im 4. und 5. Obergeschoss untergebracht waren.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden im „Gestapohuset“ (dt.: Gestapohaus) mehr als 3000 Menschen inhaftiert und verhört, zwischen 800 und 900 Personen wurden hier Gewalt und Folter ausgesetzt, darunter mehr als 200 Angehörige der Stein-Organisation. Es ist bekannt, dass einige inhaftierte Widerstandskämpfer zu Tode gefoltert wurden, wie etwa Reidar Olsen, ein Mitglied der Osvald-Gruppe, oder sich durch Sprünge aus dem Fenster das Leben nahmen.

Nach dem Kriegsende wurden im gleichen Gebäude Kollaborateure und andere Kriegsverbrecher inhaftiert.

Museum mini|Links das Gebäude Veiten 3, rechts Den Nasjonale Scene (2016) Das Museum befindet sich seit 2021 in der vierten Etage des Gebäudes Veiten 3, mit Zugang in der Chr. Michelsens gate 10. In den anderen Teilen des Gebäudes befinden sich mehrere Bars und Cafés sowie Geschäftsbüros.

Innerhalb des Museums sind originale Arrestzellen erhalten geblieben. Zu sehen sind darin eingeritzte Inschriften sowohl von gefangenen Widerständlern als auch inhaftierten Kriegsverbrechern nach dem Krieg, mit einzigartigen Zeugnissen über die Gefangenen. Begleitdokumentationen mit Berichten von Gefangenen und Folterern aus Polizeiverhören sowie interaktive Elemente erläutern die Schicksale der Gefangenen. Auch spezielle Themen wie die Rolle der Frau im Krieg, Kriegsverbrechen, Verrat und Kollaboration werden beleuchtet.

Siehe auch Liste der Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus

Weblinks Gestopahuset Webseite der Stiftung Lenken (norwegisch). Sammlung Gestopahuset in DigitaltMuseum (norwegisch). Besucherinformationen – Das Gestapomuseum Stiftung Lenken (deutsch).

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