Der gefräßige Rakschas ist ein nepalesisches Märchen (AaTh 300: Drachentöter).Günter Unbescheid (Samm., Übers. und Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Nepal. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1987, S. 190–191, 225.
Handlung In Banepa gibt es einen Rakschas, dem die Menschen jedes Jahr einen von ihnen sowie Reis und Linsen opfern müssen, damit er sein Mahl halten kann. Die Reihe kommt nun an ein altes Ehepaar, das nur einen einzigen Sohn hat. Doch begibt es sich, dass aus einem anderen Land der Prinz Bikram Kesari, der Sohn des Königs Bikramaditya, bei ihnen einkehrt und anbietet, sich dem Rakschas zu stellen. Die Alten nehmen das Angebot freudig an und Prinz Bikram Kesari gelingt es, den Rakschas mit einem einzigen Streich zu töten, was die Alten später, nachdem der Prinz wieder abgereist ist, auch dem König erzählen.
Hintergrund Das Märchen wurde von dem Newar und Priester Dwarikanath Karmatscharya erzählt und 1985 in Banepa aufgenommen. In Günter Unbescheids Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Nepal (Köln 1987) erhielt es den Titel Der gefräßige Rakschas. Bikramaditya (Vikramāditya) war ein berühmter Hindu-König von Ujjayini̇̄ (Udschain), der die Wissenschaften förderte und nach dem die Ära vikram saṃvat benannt wurde, die ab 57 v. Chr. begann. Er wird in nepalesischen Sagen oft auch mit Manadewa I. (464–505 n. Chr.) identifiziert.
Literatur Günter Unbescheid (Samm., Übers. und Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Nepal. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1987, S. 190–191, 225.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Kultur (Nepal) Kategorie:Märchen