Tessa McWatt (* 1959 in Georgetown, Guyana) ist eine guyanisch-kanadische Schriftstellerin, Librettistin und Professorin für kreatives Schreiben an der University of East Anglia in Norwich. Sie wurde in Guyana geboren, wuchs in Kanada auf und lebt in London. Ihr Werk umfasst Erzählprosa, autobiografische Essays, Kinder- und Jugendliteratur sowie Libretti und berührt Themen wie Migration, Zugehörigkeit, Rassifizierung, Körpergeschichte und ökologischer Trauer.

Leben McWatt wuchs in Toronto auf. Sie lebte später in Montreal, Paris und Ottawa. Sie studierte englische Literatur an der Queen’s University und absolvierte einen Master an der University of Toronto mit Schwerpunkt postkoloniale Literatur. Sie ist Professorin für kreatives Schreiben an der University of East Anglia und Mitglied der Creative Writing Research Group der Universität. Im Jahr 2021 wurde sie zum Fellow der Royal Society of Literature ernannt.

Wirken McWatt hatte bis 2026 elf Bücher sowie Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht und arbeitete außerdem als Librettistin. Ihre Bücher wurden für den Governor General’s Literary Award, den City of Toronto Book Award, den Hilary Weston Writers’ Trust Prize for Nonfiction und den OCM Bocas Prize for Caribbean Literature nominiert oder ausgezeichnet. Ihr Memoir Shame On Me: An Anatomy of Race and Belonging entstand aus einer mit dem Eccles British Library Writer’s Award geförderten Recherche und untersucht rassifizierende Kategorisierung als Machtkonstruktion sowie die Frage, wie Herkunft, Körper und historische Gewalt Zugehörigkeit prägen. Shame On Me gewann 2020 den OCM Bocas Prize for Nonfiction und war im selben Jahr Finalist für den Hilary Weston Writers’ Trust Prize for Nonfiction. Das Buch setzt sich mit Rassifizierung, Zugehörigkeit, Scham, Begehren, Identität und den sozialen Lesarten von Körpern auseinander. Ihr Memoir The Snag: A Mother, a Forest, and Wild Grief thematisiert die Demenzerkrankung ihrer Mutter und familiäre Trauer und bezieht diese Themen auf die kollektive Trauer über Pandemie, Krieg und Klimakrise. Für The Snag gewann McWatt 2026 den Gesamtpreis des OCM Bocas Prize for Caribbean Literature, der in Port of Spain verliehen wurde und als führender internationaler Preis für karibisches Schreiben gilt. Mit dieser Auszeichnung wurde sie im 16. Jahr des Preises zur ersten guyanischen Autorin, die den Gesamtpreis erhielt. Als Librettistin schrieb sie den Text zu Hannah Kendalls Oper The Knife of Dawn, welche den guyanischen Dichter und politischen Aktivisten Martin Carter während seiner Inhaftierung 1953 ins Zentrum stellt.

Einzelnachweise

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