Eunice Muringo Kiereini (* 24. September 1939 in Kerugoya/Kenia) ist eine kenianische Krankenschwester (aktuelle Berufsbezeichnung: Pflegefachfrau), sie war Vorstandsmitglied der Commonwealth Nurses und war Präsidentin des International Council of Nurses.
Leben Eunice Muringo Githae wuchs in einem Lehrerhaushalt in Kenia mit mehreren Geschwistern auf. Der Vater war Solomon Githendui Githae. Eunice besuchte die „Loreto High School“ in Limuru, 50 Kilometer nordwestlich von Nairobi.Nairobian Reporter: Muringo Githae-Kiereini. The Immortals: The Githaes: Pedigree of education, business acumen, 2023. Muringo Githae-Kiereini, abgerufen am 9. Juni 2026. Zwischen 1959 und 1962 absolvierte sie in Großbritannien am „Southampton General Hospital“ eine Pflegeausbildung, die sie erfolgreich beendete. Direkt im Anschluss ging sie in das schottische Edinburgh, um dort am „Simpson Memorial Maternity Pavilion“ eine Hebammenausbildung zu durchlaufen, die sie 1964 ebenfalls mit Erfolg abschloss.
Sie kehrte in ihre kenianische Heimat zurück und arbeitete als Krankenschwester am Krankenhaus George VI., dem heutigen „Kenyatta National Hospital“ in Nairobi.Nairobian Reporter: Meet President Jomo Kennyatta's private Nurse. (28. Dezember 2013) Jomo Kenyatta's private nurse, abgerufen am 9. Juni 2026. In Wellington, Neuseeland, bildete sie sich an der „Victoria University School of Nursing“ in der Pflege weiter und sammelte so erneut internationale Erfahrungen. Nach der Rückkehr aus Neuseeland wurde sie persönliche Krankenschwester von Präsident Jomo Kenyatta. 1967 nahm Kiereini eine Schlüsselrolle bei der Gründung der „National Nurses Association of Kenya“ ein, ein Verband, der 1968 offiziell anerkannt wurde. 1971 heiratete sie Jeremia Kiereini, einen hochrangigen Beamten. Mit der Heirat legte sie den Mädchennamen Githae ab. Zwischen 1968 und 1986 war Kiereini „Chief Nursing Officer“ (leitende Krankenschwester) im kenianischen Gesundheitsministerium in Nachfolge von Margaret Wanjiru Koinange. Während ihrer Tätigkeit im Gesundheitsministerium implementierte Kiereini erste weiterführende Pflegekurse in Ostafrika an der Universität Nairobi und verlagerte die Gesundheitsversorgung vom Krankenhaus, so wie in der Kolonialzeit üblich, in die Gemeinden und die ambulanten Dienste.The University of North Carolina: A topical Outline for the Teaching of Family Health Nursing and Midwifery. African Health Training Institution Project, 1977. List of Contributors pp. III. List of Contributors: Eunice M. Kiereini, abgerufen am 9. Juni 2026. Hier wurde sie durch die Kanadierin Lyle Creelman von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt. Mit dem kenianischen Pflegegesetz „Nurses Act“ bekamen Krankenschwestern mehr Eigenständigkeit.
Mitte der 1970er Jahre wurde Kiereini Gründungsmitglied von „Kenya Water for Health“ und engagierte sich in der Bekämpfung von AIDS.Inon I. Schenker, Galia Sabar-Friedmann, Francisco S. Sy (Hrsg.): Aids Education. Intervention in Multi-Cultural Societies. Springer Science, New York 1996, S. 245. Eunice Muringo Kiereini, abgerufen am 9. Juni 2026. Von 1977 bis 1979 war sie Vorstandsmitglied der „Commonwealth Nurses“.Commonwealth Nurses and Midwives Federation: Office Holders and Board Members. East Africa 1977–1979: Mrs Eunice Muringo Kiereini Eunice Muringo Kiereini, abgerufen am 9. Juni 2026. von 1981 bis 1985 war sie erste afrikanische Präsidentin des „International Council of Nurses“ in Nachfolge der Australierin Olive Anstey. Sie wurde auf dem ICN-Kongress 1981 in Los Angeles (Californien) zur Präsidentin gewählt und wählte als Parole ihrer Amtszeit „freedom (zu Deutsch: Freiheit).“ Sie verantwortete 1983 eine Tagung der Vorstandsmitglieder der jeweiligen Mitgliedsstaaten des ICN in Brasilia (Brasilien).Canadian Nurses Association (CNA): One Hundred Years of Service 1908–2008. CNA Press, Ottawa 2013, S. 193. Eunice Kiereini, S. 193., abgerufen am 9. Juni 2026. 1986 erhielt Kiereini die Ehrenmitgliedschaft der Universität Tel-Aviv. Ihre Nachfolgerin als ICN-Präsidentin wurde die Kolumbianerin Nelly Garzón Alarcón. 1992 nahm Muringo Kiereini an einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation in schweizerischen Genf teil.World Health Organisation, Geneva 1993: Global Advisory Group on Nursing and Midwifery. Report on the first Meeting, Geneva, 30. November to 2 December 1992, S. 8. WHO Geneva 1993, abgerufen am 9. Juni 2026. In den 1990er Jahren war sie Beraterin der Rockefeller Foundation. 2010 wurde sie Vorstandsmitglied im Rat der „Flying Doctors Society of Africa“.
Eunice Kiereini hatte mehrere Geschwister, so beispielsweise die Schriftstellerin Micere Githae Mugo und den Regierungsminister Robinson Njeru Githae.
Literatur Lyle Creelman: The Frontiers of Global Nursing. University of Toronto Press, 2014. Nairobian Reporter: Muringo Githae-Kiereini. The Immortals: The Githaes: Pedigree of education, business acumen, 2023. Muringo Githae-Kiereini
Einzelnachweise
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