Ngozi Ajah Schommers (* 1974) ist eine deutsch-nigerianische bildende Künstlerin, deren Arbeit Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Performance beinhaltet und sich mit Identität, Erinnerungskultur, Gleichberechtigung, Migration, Kolonialismus und weiblichen Körpererfahrungen beschäftigt.
Leben Ajah Schommers wurde 1974 in Nigeria geboren, studierte Malerei am Yaba College of Technology in Lagos und später an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg, wo sie 2024 einen Master abschloss. Nach einem Treffen mit ihrem deutschen Ehemann in Lagos zog sie in ihren frühen Zwanzigern nach Deutschland; ihre Arbeit speist sich seither aus Erfahrungen zwischen Nigeria und Deutschland sowie allgemeiner zwischen Afrika und Europa. Sie lebt und arbeitet in Bremen.
Wirken In ihren Arbeiten entwickelt Ajah Schommers Performances, Objekte und serielle Arbeiten häufig ausgehend von weiblichen Körpern, kollektiven weiblichen Erfahrungen und Empfinden von Fürsorge. Im Kern stehen dabei Materialien wie perforiertes Papier, Konfetti und synthetisches Haar; ihre Konfetti-Bilder entstehen aus geschichteten Resten von Verpackungen, während hängende Skulpturen an vorkoloniale Igbo-Frisuren anknüpfen. Die Einzelausstellung I’m sorry, I can’t help you im Deutschen Künstlerbund in Berlin behandelte 2024 und 2025 Diskriminierungserfahrungen schwarzer Frauen im deutschen Gesundheitssystem und machte medizinische Vorurteile, fehlende Empathie und kulturelle Missverständnisse zum Gegenstand von Malerei, Skizze, Skulptur und Installation. Der Ausstellungstitel geht auf ärztliche Aussagen aus ihrer Behandlungserfahrung zurück, die sie in einen künstlerischen Zusammenhang mit struktureller Benachteiligung von Frauen und ethnischen Minderheiten in der Medizin stellte. Im Jahr 2024 erhielt sie als 26. Preisträgerin den mit 25.000 Euro dotierten HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst; die dazugehörige Ausstellung wurde von Dezember 2024 bis März 2025 im Deutschen Künstlerbund gezeigt. Ebenfalls 2024 wurde sie Sonderpreisträgerin des Paula Modersohn-Becker Kunstpreises, dessen Ausstellung von November 2024 bis März 2025 im Barkenhoff und in der Großen Kunstschau Worpswede stattfand. Ihre Arbeiten waren in Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen, darunter in der Kunsthalle Bremen, in der Brunei Gallery in London, im National Museum in Lagos, im Museum der Kent State University in Ohio und im Konstmuseum Ystad. In der Kunsthalle Bremen war 2025 ihr Werk Self-Portrait (the trim) in der Ausstellung Mis(s)treated. Mehr als Deine Muse! vertreten; in Le Sel Noir – Perspektiven Schwarzer Gegenwartskunst wurden 2025 Collagen aus Konfetti auf perforiertem Papier und eine Arbeit aus Schnüren und Zöpfen gezeigt. 2023 erschien der monografische Katalog ngozi ajah schommers: tracings of time and place.
Einzelnachweise
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