Der Sumatramistelfresser (Dicaeum beccarii), Syn. Dicaeum van heysti, und , 1918H. C. Robinson und C. B. Kloss: Dicaeum van heysti. In: Journal of the Federated Malay States Museums, Band 7, S. 239, 1918, Biodiversity Library ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel ist endemisch in den Bergen Sumatras.

Bis vor kurzem wurde die Art zusammen mit dem Kambodschamistelfresser (Dicaeum cambodianum) und Feuerkehl-Mistelfresser (Dicaeum luzoniense) als konspezifisch mit dem Feuerbrust-Mistelfressers (Dicaeum ignipectus) angesehen und als Unterart (Ssp.) Dicaeum ignipectus beccarii bezeichnet, jetzt aufgrund von Unterschieden im Gefieder und Gesang als eigenständig anerkannt.

Das Verbreitungsgebiet umfasst Bergwald in Höhen von 800–2200 m. ü. M., besonders in der Nähe von blühenden und fruchttragenden Bäumen.

Der Artzusatz bezieht sich auf Odoardo Beccari.

Merkmale Der Vogel ist 7–9 cm groß, ein typischer kleiner, kompakter Mistelfresser. Das Männchen ist charakteristisch mit dunkelblauer Oberseite und kräftig gelbbrauner Unterseite, mit schwarzem Mittelstreif und matt rötlichem, unscharf begrenztem Brustfleck. Gesicht und Ohrdecken sind mattschwarz, Kopfkappe und Oberseite bis zu den Schwanzdecken sind mattschwarz blauglänzend. Die Flügeldecken sind schwarz mit breiten blau schimmernden Federspitzen. Die Flugfedern sind rußfarben, die Schirmfedern schillern blau-grün. Kinn und Kehle sind scharf gegen das Gesicht abgesetzt und kräftig gelb bis gelbbraun, die Flanken sind grau.

Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt, an der Oberseite olivgrün, am Kopf etwas grauer, an der Unterseite matter gelbbraun und ähneln den Weibchen verschiedener Mistelfresserarten. Die Zügel sind grau, der übrige Kopf ist grauer olivfarben. Die Oberseite wird zunehmend olivgrün Richtung Schwanzdecken. Flügeldecken und Schirmfedern sind etwas dunkler als der Mantel, die übrigen Flugfedern sind graubraun, die Außenfahnen der inneren Armschwingen sind wie der Mantel gefärbt. Der Schwanz ist schwärzlich. Die Unterseite ist wie beim Männchen kräftig gelb bis gelbbraun, aber ohne den roten Brustfleck und schwarzen Mittelstreif. Die Unterflügeldecken sind grau.

Der Schnabel ist durchgehend schwarz und leicht abwärts gebogen, bei Jungvögeln ist die Basis orangefarben. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine sind schwarz.

Die Art unterscheidet sich vom Feuerbrust-Mistelfresser (Dicaeum ignipectus) durch das Fehlen eines deutlichen roten Brustflecks beim Männchen, durch die schwärzlich-graue Färbung der Kopfseiten und des Mittelstreifs, beim Weibchen durch den grünlichen und nicht weißlich gelbbraunen Bauch. Der Kambodschamistelfresser (Dicaeum cambodianum) ist beim Männchen an der Unterseite gelblich-braun ohne Gelb, hat einen blassen Fleck unter der Bartstreifregion, beim Weibchen gelbbraun und nicht grünlich am Bauch, hat etwas kürzeren Flügel und Schwanz, aber etwas längeren Schnabel.

Weibchen ähneln denen des Rubinkehl-Mistelfressers (Dicaeum trigonostigma), der aber durchgehend olivgrün an der Oberseite ist und gelblich an Bauch und Bürzel. Der Einfarb-Mistelfresser (Dicaeum minullum) hat einen etwas längeren Schnabel und weniger Olivtöne an der Unterseite. Auf Sumatra kommen noch der Goldbrust-Mistelfresser (Prionochilus maculatus) und der Dickschnabel-Mistelfresser (Pachyglossa agilis) vor, die beide eine dickere Schnabelbasis aufweisen und an der Unterseite etwas gestrichelt sind.

Das Weibchen des Mennigbrust-Mistelfressers (Prionochilus percussus) hat einen deutlichen Malarstreif, einen purpurroten Scheitelfleck und hat einen wuchtigeren Schnabel. Im Tiefland kommt noch der Feuerkopf-Mistelfresser (Dicaeum trochileum) vor, dessen Weibchen am Bürzel und unterem Rücken deutliches Rot zeigt, ansonsten brauner oben und grauer unten gefiedert ist. Schließlich ist noch der Scharlachmistelfresser (Dicaeum cruentatum) zu erwähnen, dessen Weibchen eine cremeweiße Unterseite, rote Schwanzdecken und eine großteils olivgraue Oberseite hat mit abgesetzt schwärzlichem Flügel und Schwanz.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.

Stimme Der Gesang wird als einfache Folge dreier kurzer gelispelter Laute beschrieben wie „tsee-tsit-tsit“, Rufe sind ein kurzes krächzendes oder summendes „bzeep“ oder „zreep“.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht vermutlich aus einer Vielzahl an Wirbellosen, Nektar, Früchten und Beerenobst.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur H. C. Robinson und C. B. Kloss: Dicaeum beccarii. In: Preliminary diagnoses of some new species and sub-species of mammals and birds obtained in Korinchi, West Sumatra, Feb.– June, 1914. In: Journal of the Straits Branch of the Royal Asiatic Society, Band 73, S. 269–278, 1916, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise G. M. Kirwan und P. F. D. Boesman: Sumatran Flowerpecker (Dicaeum beccarii), version 1.0. In: N. D. Sly und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2023, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum beccarii J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

Josep del Hoyo, Nigel Collar, David A. Christie, Andrew Elliott, Lincoln D. C. Fishpool, Guy M. Kirwan und Peter Boesman: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World Volume 2 (Passerines). Lynx Edicions, Barcelona, 2016. ISBN 978-84-96553-98-9

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Sumatras