Der Königliche Gerichtshof für den Schwarzwaldkreis in Tübingen (auch Kreisgerichtshof Tübingen) war von 1819 bis 1869 eines der vier und danach eines der acht Mittelgerichte im Königreich Württemberg.
Geschichte Gerichtshof für den Schwarzwaldkreis Durch das Kreisedikt von 1817 wurde das Königreich Württemberg in vier Kreise eingeteilt, darunter der Schwarzwaldkreis. Mit der Verordnung, einige Veränderungen in dem Wirkungskreise der Provinzial-Gerichthöfe betreffend vom 9. Oktober 1818 wurde angeordnet, dass ab dem 1. Januar 1819 in jedem der Kreise ein Gerichtshof eingerichtet werden sollte. So entstand der Gerichtshof für den Schwarzwaldkreis, dessen Sprengel der Schwarzwaldkreis bildete.Verordnung, einige Veränderungen in dem Wirkungskreise der Provinzial-Gerichthöfe betreffend, vom 9. Oktober 1818, in: Königlich-Württembergisches Staats- und Regierungsblatt vom 12. Oktober 1818, S. 561 f.
Nachgelagert waren folgende Gerichte: Gericht Klasse Sitz Sprengel Oberamtsgericht Balingen 1. Klasse Balingen Oberamt Balingen Oberamtsgericht Calw 2. Klasse Calw Oberamt Calw Oberamtsgericht Freudenstadt 2. Klasse Freudenstadt Oberamt Freudenstadt Oberamtsgericht Herrenberg 2. Klasse Herrenberg Oberamt Herrenberg Oberamtsgericht Horb 2. Klasse Horb Oberamt Horb Oberamtsgericht Nagold 2. Klasse Nagold Oberamt Nagold Oberamtsgericht Neuenbürg 2. Klasse Neuenbürg Oberamt Neuenbürg Oberamtsgericht Nürtingen 2. Klasse Nürtingen Oberamt Nürtingen Oberamtsgericht Oberndorf 2. Klasse Oberndorf am Neckar Oberamt Oberndorf Oberamtsgericht Reutlingen 1. Klasse Reutlingen Oberamt Reutlingen Oberamtsgericht Rottenburg 1. Klasse Rottenburg am Neckar Oberamt Rottenburg Oberamtsgericht Rottweil 1. Klasse Rottweil Oberamt Rottweil Oberamtsgericht Spaichingen 3. Klasse Spaichingen Oberamt Spaichingen Oberamtsgericht Sulz 3. Klasse Sulz am Neckar Oberamt Sulz Oberamtsgericht Tübingen 1. Klasse Tübingen Oberamt Tübingen Oberamtsgericht Tuttlingen 2. Klasse Tuttlingen Oberamt Tuttlingen Oberamtsgericht Urach 2. Klasse Bad Urach Oberamt Urach Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Württemberg. 1866 S. 112 f., S. 193 f., S. 112 f., S. 193 f.
Auflösung Durch das Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 13. März 1868 wurden im Königreich Württemberg acht Kreisgerichtshöfe gebildet, also für jeden Kreis zwei Gerichte. Die Hälfte des Sprengels des Tübinger Kreisgerichtshof (die Oberamtsgerichte Balingen, Freudenstadt, Horb, Oberndorf, Rottweil, Spaichingen, Sulz und TuttlingenGeschichte LG Rottweil.) wurde damit dem Kreisgerichtshof Rottweil zugeordnet. Die Änderungen traten zum 1. Februar 1869 in Kraft. 1879 wurden reichweit einheitlich Landgerichte gebildet, damit wurde der Kreisgerichtshof aufgelöst und das Landgericht Tübingen gebildet.
Sitz Von 1819 bis 1829 hatte Kreisgericht seinen Sitz am heutigen Holzmarkt (damals Hafenmarkt) an der Ecke zur Neuen Straße. Das Gebäude wurde 1829 durch einen Neubau ersetzt. Etwa 50 Jahre später war der Neubau zu klein geworden und das Kreisgericht zog in ein umgebautes, ehemaliges Gasthofsgebäude in der Wilhelmstraße (Ecke Brunnenstraße) nahe der Universität Tübingen.
Richter August Friedrich Batz (Direktor von 1819 bis 1821)
Literatur Benjamin Lahusen: Festschrift: 200 Jahre Landgerichte Ellwangen, Tübingen, Ulm, S. 40–47, Digitalisat.
Einzelnachweise
Schwarzwaldkreis Kategorie:Gerichtsgründung 1818 Kategorie:Aufgelöst 1879 Kategorie:Gericht (Tübingen)