Der Montiggler Wald (italienisch Bosco di Monticolo) befindet sich im Überetsch, einem Abschnitt des Etschtals in Südtirol (Italien). Er liegt auf dem Mitterberg, einer bewaldeten Erhebung, die das Überetsch vom Talboden des Unterlands trennt. Er erstreckt sich zwischen Eppan und Kaltern. Das namensgebende Montiggl ist dabei eine Fraktion von Eppan.

Das Gebiet erstreckt sich rund um den Großen und Kleinen Montiggler See – zwei Seen, die durch eiszeitliche Gletscherbewegungen entstanden sind – und das Frühlingstal.Montiggler Wald. In: Weinstraße, abgerufen am 24. Juni 2026.

Geologie Der Montiggler Wald ist großteils von vulkanischem Gestein geprägt. Eine zentrale Rolle spielt dabei der sogenannte Montiggler Porphyr, ein vulkanisches Gestein, das geologisch auf der Bozner Porphyrplatte (6.000 km²) ruht. Vor 270 Millionen Jahren entstand die Etschtaler Vulkanit-Gruppe durch heftige Vulkanausbrüche. Aufgrund seiner besonderen Härte überstand dieses Gestein selbst das Eiszeitalter, das vor etwa 115.000 Jahren begann und erst vor rund 12.000 Jahren endete. Weiches Gestein wurde abgetragen und der Mitterberg ist verblieben. Spuren der Vergletscherung wie glatt geschliffene Felsoberflächen, sowie die in Gletschermulden entstandenen Montiggler Seen und der Kalterer See sind bis heute noch sichtbar. Moränen und Gesteinsformationen bewahren unversehrte Spuren der Eiszeit.Montiggler Porphyr. In: Materialarchiv.ch, abgerufen am 24. Juni 2026. In: GEOPARC Bletterbach (abgerufen am 6. Juni 2026)

Ökologie Flora Der Montiggler Wald ist ein artenreicher Mischwald. Er enthält Buchen, Kastanien, Eichen, Linden, aber vor allem Föhren. Dabei sterben Föhrenbestände teilweise wegen Überalterung ab. Dass vertrocknete Bäume gefällt werden, führt zu einem Generationswechsel von Nadel- zu Laubholz. Der Baumbestand des Montiggler Sees wirkt sich auf den hohen Nährstoffgehalt der zwei gleichnamigen Seen aus. Auch Biotope, wie durch Holzstege zugängliche Schilfrohrgürtel an den Seeufern oder kleine, unberührte, eiszeitliche Weiher wie das Langmoos, gehören zum Montiggler Wald. Hochwälder, Niederwälder, Heidelandschaften, Sümpfe und Moore wechseln sich ab. Das Frühlingstal (italienisch Valle della Primavera) ist aufgrund seiner Botanik interessant.

Fauna Neben Wassertieren und Amphibien wie Würfelnattern, verschiedene Froscharten und Fische, kommen aber auch seltene Arten wie der europäische Flusskrebs vor. Man findet im Wald auch Libellen und typische Waldtiere wie Rehe, Füchse, Marder, Dachse und diverse Vogelarten. Die Stockente ist dabei die häufigste regelmäßig brütende Ente in Südtirol und kommt auch im Montiggler Wald mit seinen Seen häufig vor. In: Autonome Provinz Bozen (abgerufen am 6. Juni 2026).Lebensraum Wald. In: Biodiversität. Artenschutzzentrum St. Georgen, abgerufen am 24. Juni 2026.Der Montiggler Wald und das Frühlingstal in Eppan an der Südtiroler Weinstraße. In: italien.expert, abgerufen am 24. Juni 2026.

Klima Das Gebiet weist ein mediterranes Klima auf, das durch warme, trockene Sommer und milde, feuchte Winter geprägt ist und die Ausbildung eines artenreichen Mischwaldes begünstigt. In: Autonome Provinz Bozen (abgerufen am 6. Juni 2026)

Menschliche Nutzung Das Waldgebiet hat gut ausgeschilderte Wanderwege, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Zu den meistbesuchten Strecken zählen die Rundwege um den Großen und den Kleinen Montiggler See. Ein Holzsteg führt die Spaziergänger dabei direkt durch das Schilf. Dort kann man die Natur gut beobachten, ohne sie zu stören. Neben den Seen führen auch viele Wege zu einer Kletterwand oder auch an dieser entlang hinauf zu einem Aussichtspunkt. Andere Wege verbinden das Gebiet mit dem Frühlingstal sowie mit den Orten Eppan und Kaltern.Entdeckungsreise durch den Montiggler Wald. In: Die Wanderer, abgerufen am 24. Juni 2026. Auch für den Radsport ist der Wald ein viel genutztes Ziel. In: Outdooractive (abgerufen am 6. Juni 2026)

Sehenswürdigkeiten Neben der sportlichen Betätigung bietet der Wald vielfältige kulturelle Angebote: Regelmäßig finden naturkundliche und historische Themenwanderungen statt, in denen Besuchern der Lebensraum näher gebracht wird.

Das Montiggler Seeschlössel Auch ein architektonisches Denkmal ist in dem vielseitigen Wald zu finden: das Montiggler Seeschlössel. Erbaut von Graf Josef von Zastrow zwischen 1886 und 1898, liegt es als Sommerhaus mit Bootsanleger am Seeufer des Großen Montiggler Sees. Das im neugotischen Stil errichtete Gebäude zeichnet sich durch sein Sichtmauerwerk aus rotem Montiggler Porphyr, ein steiles Dach mit Treppengiebeln, Ecktürmchen und Spitzbogenfenstern aus. Ein besonderes historisches Detail ist das Eisengeländer, welches das Wappen der Familie Zastrow sowie die Jahreszahl 1888 trägt. Nachdem der Eigentümer das Schlösschen 1902 der Gemeinde Eppan geschenkt hatte, bekam es durch den Eppaner Maler Max Sparer (1886 – 1968) große Bekanntheit. Der Künstler, der seine Werke unter anderem auch auf internationalen Kunstausstellungen in Budapest und auf der Biennale in Venedig präsentiert. Im Jahr 1931 zog er sich in das Gebäude zurück und starb im Jahr 1968 verarmt. In: suedtirol.com (abgerufen am 31. August 2026)

Wilder-Mann-Bühel Der 643 m hohe Hügel ist ein Ort, an dem Geschichte, Archäologie und Legenden aufeinandertreffen. Archäologische Funde von Brandresten und Knochen belegen, dass die Kuppe aus Porphyr bereits in der jüngeren Eisenzeit als Siedlungs- und Brandopferplatz genutzt wurde. Der Name des Hügels kommt von einer Legende. Man erzählte sich, dass ein schreckliches Ungetüm in einer Hütte hauste. Eine Sage berichtet von einer alten Frau, die im Wald Holz sammelte, von der Nacht überrascht wurde und nie zurückkehrte. Am nächsten Morgen fanden die Leute nur noch ihre Überreste beim „Wilden Mann“, der sie angeblich aufgefressen hatte. Auch von verborgenen Goldschätzen in einer Grube unter der Hütte ist in den Sagen die Rede. Hinter dem Mythos steckt jedoch ein realer Kern. Er geht auf den Eppaner Einsiedler Peter Wöth zurück, der im 19. Jahrhundert nach Jahren als Goldgräber in Amerika in einer Hütte auf dem Hügel lebte. Seine Initialen sind heute noch in eine Steinplatte „P.W., geb. 1824“ geritzt. Heute ist der Gipfel ein beliebtes Aussichtsziel. Er bietet einen weiten Blick über das Überetsch bis zum Burggrafenamt und ist für die vielen von Wanderern errichteten Steinmännchen aus rotem Porphyr bekannt. (abgerufen am 6. Juni 2026)

Jobenbühel Der bewaldete Hügel am südlichen Ende des großen Montiggler Sees ist nicht nur als „Jobenbichl“ bekannt, sondern trägt auch den Namen „Nörggeleschloss“. Der Jobenbühel ist ein mit massiven Trockenmauern befestigter Hügel, dessen Geschichte trotz Forschungen weitgehend unbekannt ist. Sowohl die Entstehungszeit als auch die Funktion dieses Hügels bleiben ein Rätsel. Besonders wichtig sind die Reste einer Trockenmauer, die etwa 27 Meter lang, drei Meter breit und aus Porphyrblöcken ist. Der Fund eines eisernen Türgriffs deutet auf eine Nutzung des Ortes in der jüngeren Eisenzeit hin (ca. 500–15 v. Chr.). Ein ähnlicher Türgriff wurde in St. Pauls (Putzer Gschleier) gefunden. Zukünftige Grabungen könnten klären, ob es sich beim Jobenbühl um eine Siedlung oder um einen Kultplatz handelt. In: Denkmalamt (abgerufen am 6. Juni 2026)

Einzelnachweise

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