mini|Robert Poughéon, Le serpent (Le serpent), um 1930. Musée d’Art et d’Industrie, Roubaix Eugène Robert Poughéon (* 18. Juli 1886 in Paris; † 8. März 1955 ebenda) war ein französischer Maler, Freskomaler, Dekorateur und Illustrator.
Leben und Werk Robert Poughéon erhielt seine Ausbildung an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris bei Albert Besnard, Paul Albert Baudoüin, Jean-Paul Laurens und Paul-Albert Laurens sowie an der École supérieure des arts décoratifs ebendort bei Charles Lameire (1832–1910) 1914 gewann er den Premier Grand Prix de Rome mit dem Gemälde La Passion de la Vierge (Paris, ÉNSBA). Von 1919 bis 1923 hielt er sich als Rompreisträger an der Académie de France à Rome in Rom unter der Leitung von Albert Besnard auf.
Unter dem Einfluss des vier Jahre älteren Mitstipendiaten Jean Dupas aus Bordeaux und einer sich allgemein durchsetzenden Tendenz zum Klassizismus entwickelte er einen dekorativen, geometrisierenden Stil, der Umrisse betont, sowie elegante, überlängte Figuren und antikisierende Motive. Auch der Rompreisträger Jean Despujols wird dieser sogenannten École de Dupas bzw. École de Bordeaux zugerechnet.
Robert Poughéons an den französischen Meistern des 15. Jahrhunderts, dem Werk Jean-Auguste-Dominique Ingres’ und den Nabis geschulte Gemälde stellte er ab 1911 im Salon des Artistes Français aus. Ab Mitte der 1920er Jahre entstand eine umfangreiche Gemäldeserie mit Amazonen-Darstellungen, darunter die rätselhaft-phantastische Komposition Le serpent (Öl auf Leinwand, vor 1930). Das Bild zeigt zwei sich aufbäumende Schimmel nebst zwei unbekleideten Frauen mit erhobenen Armen und eine weitere Frau in zeitgenössischer Schuh- und Hutmode. Ihr gleitet ein reich drapierter schwarzer Mantel von der nackten Schulter, während sie vor einer Landschaft mit hyperrealistisch gemalten Blumen steht. Im Vordergrund ist ein Stillleben aus Sätteln und Zaumzeug zu sehen. mini|Robert Poughéon, Les Dioscures, 1939. Ex-Sotheby’s, New York Robert Poughéon war auch für seine monumentalen Wanddekorationen im Stil des Art déco aus den 1920er- und 1930er-Jahren bekannt. Er schuf Fresken für die Église du Saint-Esprit (1932–1934) und gemeinsam mit Despujols und Fernand Hertenberger eine Leinwanddekoration für den Festsaal des Rathaus-Nebenbaus des 14. Arrondissements, welche die wissenschaftlichen Einrichtungen des Stadtteils allegorisch darstellt (1936). Für die Weltausstellung von 1937 fertigte er die Innenraumdekorationen des Pavillon du Bâtiment, darunter ein monumentales Deckenfresko. Er war lehrendes Mitglied der im Jahr 1928 gegründeten Association La Fresque, die sich für die Erneuerung dieser Technik in Frankreich einsetzte.
Von 1933 bis 1935 fertigte er Kartons für zehn Rundfenster der Kirche Saint-Antoine-de-Padoue in Paris. Diese zeigen mit Inschriften versehene Szenen aus dem Leben Jesu. Ihre Ausführung oblag dem Glasmaler Louis Barillet. Von 1942 bis 1943 leitete Pougheon die Villa Medici in Rom und war anschließend bis 1955 Kurator des Musée Jacquemart-André in Paris.
Als Illustrator gestaltete er eine französische Ausgabe von Johann Wolfgang von Goethes Faust (Paris, 1913). Ab Mitte der 1940er Jahre entwarf er zahlreiche französische Banknoten, darunter die 500 Francs Chateaubriand und die 100 Francs Jeune Paysan (beide 1945) sowie die 50 Francs Le Verrier (1946).
1927 erhielt Robert Poughéon die Silbermedaille und 1929 die Goldmedaille des Salon des artistes français. 1937 wurde er zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt. Ab 1935 lehrte er an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris (ENSBA) sowie an der Académie Julian in Paris.
Literatur
Alfred Giess, Notice sur la vie et les travaux de Robert Pougheon, Publications de l'Institut de France, Paris 1956. Emmanuel Bréon, Michèle Lefrançois, Le Musée des Années Trente, Somogy Éditions d'Art, Paris 1998. Marie-José Salmon, Jean Galiègue, De Thomas Couture à Maurice Denis. Cent ans de peinture dans l'Oise, Band 2, Musée départemental de l'Oise, Beauvais / Saint-Rémy-en-l'Eau 1994. Monique Tissot-Gaucher, Byzance à Paris. Des mosaïques de l'église Saint-Esprit aux artistes d'Art sacré, Éditions Amatteis, Le Mée-sur-Seine 2005. Pierre Schurr, Les Petits Maîtres de la peinture 1820–1920, Band 2, Éditions de l'Amateur, Paris 1972. Robert Pougheon. Catalogue de la vente d'atelier, Paris 1974.
Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 11: Pinchon – Rouck. Paris, 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.
Weblinks
Robert Poughéon créateur de billets pour la Banque de France et la banque d’Indochine
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Frankreich) Kategorie:Illustrator (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann