Der Schwarzbrusttyrann (Corythopis delalandi, Syn.: Muscicapa delalandi) ist eine Vogelart aus der Familie der Tyrannen (Tyrannidae), die in Brasilien, Paraguay, Argentinien und Bolivien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.

Merkmale Der Schwarzbrusttyrann erreicht eine Körperlänge von 13,5 bis 14,0 cm bei einem Gewicht von 14,0 bis 18,0 g. Er hat eine olivfarbene Oberseite mit einem etwas graueren Oberkopf. An den Zügeln und hinter dem Auge hat er schwache weißliche Flecken. Die Flügel und der Schwanz sind farblich wie der Rücken. Das Gesicht ist blass gräulich olivfarben. Das Kinn und die Kehle sind cremefarben weiß. Die Unterseite ist weiß, die Flanken mit einem Hauch von Olive. Dabei hat er kräftige, breite, schwarze Striche, die als fast durchgehendes Halsband auf der oberen Brust beginnen und sich besonders stark die Flanken hinab erstrecken. Der Bauch und die Unterschwanzdecken haben diese Zeichnungen nicht. Die Flügel zeigen weiße Linien. Die Iris ist mittel bis dunkel braun, der Oberschnabel schwärzlich, der Unterschnabel blass mit gelb bis pinkorangefarben an der Basis, gelborangen Mundlinien und sehr langen gräulich pinken Beinen. Vom sehr ähnlichen Brustbandtyrann (Corythopis torquatus , 1844) unterscheidet er sich durch eine blassere und weniger olivfarbene Oberseite, eine eher cremefarbene Kinn- und Kehlpartie sowie weiße, statt dunkel grauliche Flügelunterdecken. Ein Geschlechtsdimorphismus besteht nicht. Jungtiere ähneln erwachsenen Tieren.John Weaver Fitzpatrick (2020)

Lautäußerungen Der Schwarzbrusttyrann gibt meist einen bewusst vorgetragenen, abfallenden, klaren Pfiff bestehend aus sechs Tönen von sich, die wie pii prajor, pi-pi-piipit klingen. Außerdem gehört ein häufiges Schnabelklappern bei der Nahrungssuche und besonders bei Schreckreaktionen zu seinen Lauten.

Fortpflanzung Schwarzbrusttyrannen in Brutstimmung wurden in Bolivien im November und in Argentinien von Oktober bis Dezember beobachtet. Er baut ein gut getarntes, ofenförmiges Kuppelnest auf dem Waldboden. Dieses ist 8,4 cm hoch, 15,6 cm lang, und die Eingangsöffnung 3,7 × 3,2 cm. Das Nest besteht aus drei deutlich unterscheidbaren Schichten. Als Basis dient ein ungeordneter Haufen aus trockenem Laubmulm, der 0,5 bis 2 cm dick ist. Es folgt eine 1 bis 2,5 cm dicke Innenkammer mit einer Höhe von 7,6 cm, die aus feinen Pflanzenfasern, insbesondere von der Jussarapalme, geflochten ist. Schließlich folgt eine unregelmäßige, 0,5 bis 1,5 cm dicke Außenhülle, die hauptsächlich aus lebendem, grünem Moos sowie beigemischten Blättern und trockenem Material besteht. Ein Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern, die nach einander jeden weiteren Tag gelegt werden. Die Brutzeit ist nicht bekannt. Die Küken werden von beiden Elternteilen gefüttert und werden nach 15 Tagen flügge. Danach bleiben sie zumindest noch weitere 18 Tage in der Nähe der Eltern.

Verhalten und Ernährung Der Schwarzbrusttyrann ernährt sich von Gliederfüßern und gelegentlich von Eidechsen und Fröschen. In einem Magen fand man sechs Schwarzkäfer. Bei der Futtersuche ist er alleine unterwegs, gelegentlich mischt er sich unter andere Vogelgruppen. Er schreitet mit sicherem Gang – einen Fuß vor den anderen setzend – über den dunklen Waldboden. Hierbei späht er vorwiegend nach oben und schnellt gelegentlich empor, um nach Beute an den Blattunterseiten in 10 bis 20 Zentimeter Höhe zu schnappen. Bei jedem dieser Versuche ist ein lautes Schnabelklappen zu hören.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Schwarzbrusttyranns (grün) Der Schwarzbrusttyrann bevorzugt feuchten tropischer Tieflandwald und Sekundärwald. Dabei kommt er in Höhenlagen bis 100 Meter vor, vorwiegend aber unter 800 Meter. Er kommt häufiger in Sekundärvegetation und kleinen Waldflecken vor als der Brustbandtyrann.

Migration Der Schwarzbrusttyrann gilt als Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Schwarzbrusttyranns erfolgte 1831 durch René Primevère Lesson unter dem wissenschaftlichen Namen Muscicapa Delalandi. Lesson gab kein Verbreitungsgebiet an.René Primevère Lesson (1816), S. 392. 1836 führte Carl Jakob Sundevall die für die Wissenschaft neue Gattung Corythopis für den Schwarzbrusttyrann (Syonym Myiothera calcarata , 1831Maximilian zu Wied-Neuwied (1831), S. 1101–1103.) ein.Carl Jakob Sundevall (1816), S. 93. Dieser Begriff leitet sich aus den griechischen Worten und ab.Corythopis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Das Artepitheton delalandi ehrt Pierre Antoine Delalande (1787–1823). Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) in Nueva Germania, Independencia und in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er in Hylocentrites ambulator aus dem Departamento Alto Paraná und dem Departamento CaaguazúArnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 126–128. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 518 durch Charles Chubb, in Tebicuari durch Tommaso SalvadoriTommaso Salvadori (1900), S. 18. und Villarrica sowie in DjaguarasapáElsie Margaret Binger Naumburg (1937), S. 149 durch Elsie Naumburg Nachweis für Paraguay. Laubmann sah die Nominatform C. delalandi für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 18 Calcarata hat seinen Ursprung in calcarata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, ambulator in .ambulator The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Tyrannen